Details

Autor Halbritter, Kurt (1924-1978)
Verlag Verlag Bärmeier u. Nikel
Auflage/ Erscheinungsjahr 1968, EA
Format 20,0 × 12,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OLn. mit goldgeprägtem Titel
Seiten/ Spieldauer 240 Seiten (unpaginiert)
Abbildungen Mit zahlreichen Zeichnungen
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-011315_AQ

»Die Karikatur beginnt, wo das Wort seinen Wert verliert, und endet, wo sie durch das Wort ersetzt werden kann. Einen Kompromiss gibt es allenfalls, wo sich Wort und Zeichnung die Waage halten.«  -  Kurt Halbritter

Zu dieser raren Erstausgabe aus dem legendären Jahr 1968

In 179 Karikaturen zeichnete Kurt Halbritter Hitlers »Mein Kampf« in Grund und Boden. Seine Satire ist markerschütternd bissig; bedauerlicherweise sind Thema, Inhalt und die leichtfasslichen Illustrationen heute so aktuell wie lange nicht.

Das Monströse begegnet uns hier in Gestalt des Gewöhnlichen. Der fleißige Herr Moser, die fürsorgliche Mutter der kleinen Marion, der leutselige Pfarrer, der verantwortungsbewusste Unternehmer, der schwärmerische Teenager, Tante Alma und Onkel Franz, der nette Ladenbesitzer. Ihre Welt ist klein und überschaubar, heimelig. Die Wohnküche, das nach frischem Bohnerwachs riechende Treppenhaus, die Kneipe nebenan, die Straße mit den stattlichen Gründerzeithäusern, der Schrebergarten. Alles Fassade. Unter dem Tarnnetz der kleinbürgerlichen Idylle lauert die mordlüsterne Düsternis.
Er hat sich diese Welt nicht ausgedacht, er hat sie der Wirklichkeit abgeguckt . Es ist das Verdienst des Chronisten Kurt Halbritter, uns diese vernachlässigte kleinbürgerliche Quelle deutscher Vernichtungslust erschlossen zu haben, die er uns in seinem bitteren Bilderbogen quälend nah vor Augen führt.

Das Buch erschien im Jahr 1968, das weltweit als symbolisches Jahr der linksgerichteten Studenten und Bürgerrechtsbewegungen in die Geschichte einging. In der Bundesrepublik steht 1968 für eine Studentenbewegung, die Aufklärung über die Zeit des Nationalsozialismus, eine vollständige Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft und konsequenten Antifaschismus im Land der Täter forderte.

Aus dem Vorwort des Herausgebers

»Es ist das Verdienst des Chronisten Kurt Halbritter, uns diese vernachlässigte kleinbürgerliche Quelle deutscher Vernichtungslust erschlossen zu haben... Es könnte sich lohnen, genau hinzusehen - gestern wie heute«

Gerhard Kromschröder in seinem Vorwort zu dieser Neuausgabe

Pressestimmen

»... jene, die das Buch angeht, werden sich ekeln, wenn sie darin blättern - weil sie sich wiedersehen werden ...in einem Spiegel, der sich durch das Make-up des latenten Selbstbetrugs ("Es war doch gar nicht so schlimm!") nicht bestechen lässt. (---)«

  ... schrieb zum Erscheinen der Erstausgabe Die Zeit am 29.11.1968

Der Autor und Künstler Kurt Halbritter

Kurt Halbritter, geboren 1924 in Frankfurt am Main, gestorben 1978 auf einer Schiffsreise nach Irland, zeichnete seit 1954 unter anderem für den Verlag Bärmeier & Nikel, das Satiremagazin PARDON (seit dessen Erstausgabe 1962) und andere Publikationen. Im Frankfurter Stadtteil Rödelheim, wo Halbritter lange Zeit lebte, wurde eine Grünanlage nach ihm benannt. Dort steht seitdem die Bronzeskulptur »Der Barfüßer«.

Der andere Verfasser

Adolf Hitler, glücklicherweise tot; spukt aber immer noch und womöglich immer mehr in so machem Hirn herum ...!

Der Verlag

Der VERLAG BÄRMEIER & NIKEL – ein Verlag, zwei Leben. Gegründet 1954 von Erich Bärmeier und Hans A. Nikel in Frankfurt am Main, galt B & N schnell als DER Verlag für Satire und der jungen Bundesrepublik. Zeichner wie Loriot, Kurt Halbritter, Chlodwig Poth und Hans Traxler veröffentlichten hier ihre ersten und dann zahlreichen Karikaturenbücher, es folgten Werke von Robert Gernhardt, F.K. Waechter und Volker Ernsting. Die Zeitschrift pardon erschien hier und erzielte Millionen-Auflagen.

Erhaltungszustand

Das Fachantiquariat der SFB verfügt von dieser Erstausgabe über ein sehr gut erhaltenes und vom Autor SIGNIERTES Widmungsexemplar, das vom Erstbesitzer wohl nur angelesen und sorgsam aufbewahrt worden war. Innen entsprechend sehr gut, keine Einträge, Anmerkunge etc. Der Leineneinband gleichfalls in Bestzustand. - Als Erst- und Originalausgabe selten; als signiertes Widmungsexemplar und MIT der roten Banderole von größter Seltenheit!

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