Details

Autor Timmermann, Franz
Verlag Brandes u. Apsel
Auflage/ Erscheinungsjahr 23.02.2026
Format 24 × 17 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 220 Seiten
ISBN 9783955584115

Zu diesem Buch

Unterschieden wird grundlegend zwischen Suizidali­tät als lebenserhaltenden Prozess unter Einbezug des Todes und Suizidgefährdung als Begrenzung des ­Lebens. »Suizidale« Adoleszente haben verwickelte ­Hindernisse mit ihrer Identitätsbildung zu bewältigen. Die Verzweiflung kann aber dazu stimulieren, aus ihr heraus in einer Reflexion mit Anderen erfolgreich zu erreichen, durch eine gewonnene Befreiung von hinderlichen Ereignissen den Weg »zum Leben« zu ebnen und damit eine »Identitätssuche« zu ermöglichen. Ein Freiheitskampf ist entscheidend notwendig, um Suizidalität zu einer lebensbejahenden Revolution werden zu lassen.

Zum Vergleich dazu werden öffentlich gewordene Fälle ­skizziert, die diesen Kampf nicht aufnehmen und uns somit auch an die Grenzen unserer Berufskultur in der Psychoanalyse des Jugendalters führen.

Franz Timmermann legt ein Werk vor, das seine jahrzehntelange Forschung zusammenfasst und auf unkonventionelle Weise einen fundierten Blick auf adoleszente existentielle Problemlagen wirft, vor denen sich selbst Psychotherapeuten oft unbewusst verschließen.

Inhalt

1. Vermittlungen: Einblicke ins suizidale Gestrüpp

  • 1.1 Vorbereitende Bemerkungen 
  • 1.2 Suizidalität als Aneignung des Lebens 
  • 1.3 Psychotherapie als Vorverständnis Adoleszenzphasen (Blos, 2006 [1973]) 
  • 1.4 Freiheitssuche nach Identität 
  • 1.5 Selbstregulation durch Verzweiflung 
  • 1.6 Versuch der Diagnostik 

2. Verbindungen: Strukturierende Entwürfe

  • 2.1 Die Auswahlkriterien der Kategorien 
  • 2.2 Die Kategorien 
    Verlassen 
    Verzweiflung
    Adoleszenzkrise
    Freiheit
    Identität
    Verbitterung
    Ideologie

3. Verzweigungen: Vergessene Zusammenhänge 

  • 3.1 Was kann Interpretation bedeuten? 
  • 3.2 Die Fälle von Suizidalität 
    3.2.1 Psychotherapeutische Erfahrungen 
    Detlev D.: Adoleszenzkrise im Urwald 
    Meta M.: Flucht aus dem Irrenhaus 
    Enno E: Bipolarität und Sinn des Ganzen 
    Sabine S.: Weltuntergangsfantasien als Identitätsdiffusion 
    Zwei Tagebücher im Vergleich 
    A: Angela A.: Mein Tagebuch I - Liebe und Hass 
    B: Betty B.: Mein Tagebuch II - Angst vor der Freiheit 
    3.2.2 Suizidalität in der Literatur 
    Karl Philipp Moritz: Anton Reiser - Verselbständigung 
    Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo - Rettung durch Empathie 
  • 3.3 Die Fälle von Suizidgefährdung 
    A. S. Makarenko: Der Weg ins Leben - die schizoide Depression 
    Paul Krantz: Die Steglitzer Schülertragödie - Verbitterung in der Gewalt
    Klaas Huizing: Daniel Gustav Schreber - Vermeidung des Lebens
    Semra Ertan: Benim Adim Yabanci - destruktiver Narzissmus

4. Ereignisse

  • Selbstregulation
  • Selbstaufgabe
  • Verzweiflung
  • Rückzug
  • Angst vor der Veränderung Abwehr/Psychische Bewältigung Trennung
  • Das Fallbeispiel: Angela A - Liebe und Hass im Tagebuch
    Sprachlosigkeit
    Objektmanipulation
    Geheimnis
    Selbstobjekt
    Borderline
    Bipolare Störung
    Depressivität
    Empathie
    Identitätsdiffusion
  • Das Fall-Beispiel: Tagebuch Betty B - Angst vor der Freiheit
    Destruktiver Narzissmus
  • Das Fall-Beispiel: Semra Ertan

5. Ergebnisse 

  • 5.1 Die Kategorien im Überblick 
  • 5.2 Die Texte als Faszination und Zumutung 
  • 5.3 Befreiung zur Identitätsfindung 
  • 5.4 Suizidalität als konstruktive Verwirrung 
  • 5.5 Experimentieren als Einladung an die Waghalsigen 

Literatur 

Der Autor

Franz Timmermann, Dr. phil., arbeitet im Gebiet der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (VAKJP) sowie im des soziologisch-hermeneutischen Denkens (Universität Göttingen), in klinischer und eigener Praxis sowie als Dozent und Supervisor. Promotion mit einer qualitativen Forschungsarbeit über Sprachstile in der Adoleszenz (Universität Kassel). Ehemaliger Leiter der Leitlinienkoordinationsgruppe der VAKJP. Verschiedene Veröffentlichungen zur Adoleszenz.

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