Details

Autor Heller, Frank (d.i. Martin Gunnar Serner)
Herausgeber Ahlfeldt, Karl (Einbandgestaltung) (Hg.)
Verlag Rütten & Loening
Auflage/ Erscheinungsjahr 111.-115. Tausend, 1951
Format 19 × 13 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OHlwd.
Seiten/ Spieldauer 221 Seiten, (3)
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-011648_AQ

Zu dieser ersten Nachkriegsausgabe des Kriminalromans

Liebhaber des Krimi-Genres werden das Buch des schwedischen Schriftstellers Frank Heller (1886-1947) «Drei Mörder treten ein» sicher zu schätzen wissen, der nach allen Regeln des klassischen englischen Krimis geschrieben ist und seine LeserInnen von der ersten Seite an fesseln dürfte.

Zur Handlung: Drei Freunde – ein Dichter, ein Historiker und ein Banker – geraten in Frankreich zufällig in die Ermittlungen eines mysteriösen Mordes, der mit einer reichen aristokratischen Familie verbunden ist. Die drei Hobbyermittler gehen dabei mit ganz unterschiedlichen Ansätzen auf die Lösung des Falls zu, Sie ergänzen sich und hätten anfangs bestimmt nicht damit gerechnet, dass sie ihre die Ermittlungen nicht nur zum Täter, sondern sie auch tief in eine andere Geschichte entführen würde, nämlich zur Insel St. Helena, wo lange vor den im Roman beschriebenen Ereignissen der besiegte Napoleon im Exil lebte ....

So beginnt der Roman ....

1 Erstes Kapitel. Morgen in Mentone

Das laue Wasser strömte in Perlen über eine behaarte Brust und sprühte in Kaskaden über weiß und blau gekachelte Wände. Eine nicht minder behaarte Hand drehte den Duschehahn hin und her, und dabei rezitierte eine erzene Stimme deutsche Verse, wenn auch mit stark fremdländischem Akzent:

»Der Tod, das ist die kühle Nacht,

Das Leben ist der schwüle Tag,

Es dunkelt schon, ich träume …«

Hier verstummte die Stimme, denn die behaarte Hand hatte irrtümlicherweise einen Strahl eiskaltes Wasser entsandt. An Stelle von Poesie kamen unartikulierte Laute. Als die Stimme wieder verständlich wurde, hörte man sie dieselben Verse in etwas veränderter Form skandieren:

»Der Tod, das ist die kühle Dusche,

Das Leben ist das heiße Bad,

Ich bade mich, ich …«

Es wurde energisch an die Badezimmertür gepumpert.

»Drei rekommandierte Briefe zum Unterschreiben – der Briefträger wartet, s'il vous plaît, monsieur.«

»Unterschreiben Sie selber!« rief der Mann im Badezimmer auf norwegisch.

»Monsieur weiß, daß ich nicht schreiben kann!« entgegnete die Stimme auf der anderen Seite der Tür, gleichfalls in norwegischer Sprache. »Ich stehe mit einer Feder in der Hand da!«

Die Tür öffnete sich. Eine feuchte Hand holte die Feder und ein gelbes Heftchen herein und kritzelte ein
paar unleserliche Unterschriften hin. Ohne sich abzutrocknen, riß der Besitzer der Hand die drei Briefsendungen auf und las sie mit blinzelnden Augen. Die erste zeigte den Poststempel Oslo und lautete folgendermaßen:

»Herrn Dichter Christian Ebb, Mentone, Frankreich. Im Einvernehmen mit dem Verlag Petré & Petersen, Stockholm, sowie dem Verlag Trier & Delbanco, Kopenhagen, haben wir einen Plan ausgearbeitet, der, wie wir glauben, auf Ihr Interesse rechnen darf.

Sie wissen sicherlich, welchen Erfolg gewisse Verlage in England und Amerika mit ihren sogenannten Crime-Club-Serien gehabt haben, Detektivromanen, die für diese Länder von besonders sachverständigen Persönlichkeiten ausgewählt wurden, unter denen man viele der angesehensten Namen dieser Länder findet. Aus einem mehr oder weniger verachteten Genre sind die Detektivromane die große Tagesmode geworden. Alle Welt liest sie, alle Welt bespricht sie.

Unsere Absicht ist es, einen interskandinavischen Crime-Club ins Leben zu rufen, in dessen Vorstand Vertreter aller drei Länder sitzen sollen.

Sie, lieber Herr Ebb, sind im Augenblick der bewundertste Dichter Norwegens, dessen Lieder auf aller Lippen sind. Aber wir kennen Sie als einen Mann von vielseitigen Interessen, und wir haben uns sagen lassen, daß Sie zu diesen so heterogene Dinge wie Astronomie, Gastronomie und Detektivromane zählen. Wir hoffen daher, daß Sie uns die Ehre erweisen werden, unserem Komitee beizutreten.

Sie dürften auch gleichzeitig von unseren schwedischen und dänischen Geschäftsfreunden hören, aber wir können Ihnen schon jetzt die Namen der von diesen ausersehenen Komiteemitglieder mitteilen. Schweden wird durch Herrn Dozenten Arvid Lütjens und Dänemark durch Herrn Bankdirektor Otto Trepka vertreten sein.

Mit besonderer Hochachtung

Ihre sehr ergebenen

Falk, Foß & Örneland.«

Die zwei anderen Briefe waren ganz richtig aus Stockholm und Kopenhagen und enthielten die Bestätigung der Mitteilungen des norwegischen Verlages. (....)"

Der Autor

Frank Heller, eigentlich Martin Gunnar Serner, (* 20. Juli 1886 in Lösen Blekinge; † 14. Oktober 1947 in Malmö) war ein schwedischer Schriftsteller, der als erster erfolgreicher Krimiautor seines Landes gilt.

Heller besuchte das Gymnasium in Lund und studierte danach englische Philologie an der Universität Lund. 1910 folgt die Promotion über Algernon Swinburne. Nach einigen Betrugsversuchen wurde er als Verbrecher gesucht und floh aus seiner Heimat. Dabei legte er sich unter anderen das Pseudonym Frank Heller zu. Nachdem er das unrechtmäßig erworbene Geld beim Glücksspiel in Monte Carlo verlor, begann er seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller zu verdienen. 1914 erschien die Kurzgeschichtensammlung Herrn Collins Abenteuer (Herr Collins affärer i London). Der Titelheld Filip Collin ist teilweise autobiographisch angelegt: Herr Collin flieht wegen Bankbetrugs nach London und betätigt sich dort als erfolgreicher Trickbetrüger. Es folgen weitere Geschichten um Filip Collin. Ein anderer Seriencharakter Hellers ist der jüdische Psychoanalytiker und Hobbydetektiv Dr. Joseph Zimmertür, der in Amsterdam Kriminalfälle löst.

1919 war Heller in der Lage, seine Schulden zu bezahlen, und konnte daher die Straffreiheit zurückerlangen. Im folgenden Jahr heiratete er die dänische Krankenschwester Annie Krag und lebte mit ihr an verschiedenen Orten, u.a. in als Zeitungskorrespondent in Rom sowie in Menton und auf Bornholm.

Quelle: Gekürzt aus Wikipedia

Zum Erhaltungszustand

Im Klassischen Antiquariat der SFB ist diese deutschsprachige Ausgabe als ein besonders gut erhaltenes Exemplar der Ausgabenvariante in Halbleinen und MIT dem selten zu findenden Schutzumschlag in der Gestaltung von Karl Ahlfeldt verfügbar. Das Buch innen besonders frisch und offenbar allenfalls vom Erstbesitzer vorsichtig angelesen; im Textteil entsprechend auch keine Anmerkungen, Anstreichungen etc. Der illustrierte Einband, der exakt der Gesaltung des Schutzumschlages angeglichen ist, in vorzüglicher Erhaltung. - Ein sehr gutes und durchaus sammelwürdiges Exemplar dieser inzwischen selten zu findenden Ausgabe.

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