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Klopotek, Felix; Scheiffele, Peter (Hg.)

Zonen der Selbstoptimierung

Berichte aus der Leistungsgesellschaft

Details

Verlag Matthes & Seitz Berlin
Auflage/ Erscheinungsjahr 28.11.2016
Format 20,5 × 20 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 288 Seiten
Abbildungen ;it 9 Abb. /Illustrationen von Rene Kemp
ISBN 9783957571540

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22,00 €


Merkliste

"Die Idee zur vorliegenden Anthologie entwickelte sich aus dem Literaturfestival "Erfolgsmeldungen. ÜberLeben in der Leistungsgesellschaft", veranstaltet vom Literaturbüro Freiburg im Herbst 2013, Projektleitung: Kathrin Hartmann und Stefanie Stegmann, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung."  - Aus dem Impressum

Zu diesem Buch

Ob bei der Arbeit, in Schule und Familie, in der Therapie oder beim Stylisten, in der Kneipe oder im Club, im Fitnessstudio oder im Doppelbett: In allen Sphären des Lebens hat sich das Diktat der Leistungssteigerung durchgesetzt:

Überall wird optimiert, verglichen und bewertet, um noch besser zu funktionieren und noch mehr herauszuholen. Doch die verschiedenen Zonen der Selbstoptimierung lassen sich auch mit der besten App nicht unter einen Hut bringen. Gute Eltern können nur bedingt coole Hipster sein, und die Herausforderungen des Nachtlebens werden zum Risiko für den Job. Irgendwann verkeilen sich die optimierten Abläufe, die modernen Performer geraten ins Straucheln, und die schreckli che Müdigkeit stellt sich ein. Dieser Band versammelt polemische, gesellschaftskritische, spöttische und poetische Berichte aus den Zonen der Selbstoptimierung. Wissenschaftler, Schriftsteller und Journalisten beleuchten die konkreten Folgen unserer tragikomischen Betriebsamkeit und zeigen den gestressten Menschen, dessen Durst nach vollem Leben sich im überhitzten Leerlauf erschöpft.

Die Beiträge des Bandes

  • Felix Klopotek: On Time Run. Immer unterwegs, niemals ankommen, auf dem Weg durch die Zonen der Selbstoptimierun
  • Lars Distelhorst: Zum Begriff der LeistungDie Glühbirne und der Möbelpacker.Über den Begriff »Leistung« als leere Abstraktion
  • Klaus Theweleit im Gespräch mit Felix Klopotek: Die Körper-Zone »Die alte Angst vor der Spaltung (und die mit ihr verbundene Angst vor dem Wahnsinnigwerden) wird durch die beherrschte Segmentierung ersetzt.«
  • Greta Wagner: Die mentale ZoneBessere Gehirne? Neuroenhancement in der Neurokultur
  • Judy Wajcman: Die Zeit-ZoneZeit finden im digitalen Zeitalter
  • Harald Wolf: Die bürokratische Zone. Bürokratische Fremdminimierung
  • Detlef Hartmann: Die unternehmerische Zone. McKinsey - das Selbst - der Klassenkampf
  • Guillaume Paoli: Die alternative Zone. Marktkonforme Antikapitalisten
  • Felix Klopotek: Die Pop-Zone 166Selbstvermarktung mit verrückter Kommunikation
  • Sarah Diehl: Die Familien-Zone. Mutterschaft und Fürsorge als Dienst an der Leistungsgesellschaft
  • Volker Schürman: Die Wettkampf-Zone. Über die Selbstoptimierung hinaus. Sport als Vorschein persönlicher Leistungsgerechtigkeit
  • Bernd Wilberg: Die gastronomische ZoneKritik der kulinarischen Vernunft.

Stimmen zum Buch

»Das macht den kritischen Blick des gesamten Sammelbandes aus: Nicht nur die ideologische Oberfläche zu reproduzieren, sondern die in ihr unsichtbar gefangenen, gegenteiligen Wünsche und Begehren aufzuzeigen – bei gleichzeitiger Brüchigkeit der Ideologie und ihrer gesellschaftlichen Grundlage.«

Jakob Hayner, in: HUCH - Zeitung der studentischen Selbstverwaltung

Die Herausgeber

Felix Klopotek lebt und arbeitet in Köln. Er ist Redakteur der Kölner StadtRevue und schreibt außerdem für Spex, konkret und Jungle World. 2002 veröffentlichte er ein Buch über die Geschichte des Free Jazz.
Peter Scheiffele (1971–2015) forschte an der Universität zu Themen der Arbeits- und Organisationssoziologie. Er beschäftigte sich mit der Rolle von NGOs auf Haiti, dem ungarischen Aufstand von 1956 und war Mitbetreiber einer Clubbar in Köln.

Guillaume Paoli, 1959 in Frankreich geboren, lebt in Berlin und war Mitbegründer der Glücklichen Arbeitslosen, deren Manifeste 2002 unter dem Titel Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche erschienen, sowie Hausphilosoph im Leipziger Theater. Für Matthes & Seitz Berlin veranstaltete er in den letzten Jahren eine Diskussionsreihe im Roten Salon der Berliner Volksbühne.
Klaus Theweleit, 1942 in Ostpreußen geboren, studierte Germanistik und Anglistik. Heute lebt er als freier Schriftsteller mit Lehraufträgen in Deutschland, den USA, der Schweiz und Österreich. Zwischen 1998 und 2008 war Theweleit Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Er wurde bekannt durch sein Monumentalwerk Männerphantasien (1977/78), das bei Matthes & Seitz Berlin 2019 in Neuauflage erschienen ist. Rudolf Augstein bezeichnete es im Spiegel nach der Erstveröffentlichung als »vielleicht aufregendste deutschsprachige Publikation dieses Jahres«.

Rezensionen

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