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► RAR. - Erstausgabe

Zeig Mal! - Ein Bilderbuch für Kinder und Eltern

Erstausgabe 1974 (HC) - Mit einem Vorwort von Helmut Kentler

Details

Verlag Jugenddienst Verlag, Wuppertal
Auflage/ Erscheinungsjahr 1974, EA
Format 33,8 × 24,7 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 195 Seiten
Abbildungen Mit 125 fotografischen, zum Teil ganzsseitigen Abbildungen
ISBN 3779573180_EA

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420,00 €


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Zu dieser Ausgabe

Im Fachantiquariat der SFB ist dieser einzigartige Klassiker der Moderne unter den bekannten Aufklärungsbüchern, die im Zuge der mit der Studenten- und Jugendprotestbewegung ab Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts einhergehenden Emanzipationsbestrebungen erschienen sind, eine der hausragenden Publikationen im Bereich der Sexualaufklärung.

Der in einem evangelischen (!) Jugendbuchverlag publizierte großformatige und minimalistisch-modern gestaltete Band erschien in großer Druckauflage und wurde bis Ende der 80er Jahre mehrfach aufgelegt. Das hier angebotene Hardcover-Exemplar ist eines der relativ wenig erhalten gebliebenen aus der ersten Covervariante der Erstausgabe, da diese von der ´Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schiften` aufgrund des Coverfotos beanstandet worden war und daher die Titelabbildung durch ein anderes Foto ersetzt wurde.

Die herausragenden Fotoaufnahmen und der einfühlsame, nicht im infantilisierenden Duktus gehaltene Ton der begleitenden Texte spricht die jungen und die erwachsenen LeserInnen und BetrachterInnen des Bandes gleicherweise nicht von oben herab oder mit moralisierendem Unterton an und schafft einen atmosphärisch angenehmen Frei-Raum, sich als kleiner oder großer Mensch angstfrei mit dem Thema Sexualität und Körper zu beschäftigen.

In unseren nur auf den ersten Blick so freien und emanzipierten Zeiten dürfte eine Neuauflage kaum machbar sein, müßte der Verlag doch mit harschen Protesten aus fundamentalistischen religiösen und re-aktionären Kreisen rechnen, die zunehmend den Diskurs in Pädagogik, Psychologie und im Feld der Erziehung und Sexualaufklärung zu bestimmen versuchen.

Weitere Hintergrundinformationen

"Zeig mal! ist ein Aufklärungsbuch für Kinder mit Fotografien und Texten von Will McBride. Es erschien in erster Auflage 1974 in dem der evangelischen Kirche nahestehenden Jugenddienst-Verlag in Wuppertal. Das Buch erlangte bei seinem Erscheinen hohe Anerkennung, wurde mehrfach von den Art Directors Clubs Deutschlands und der USA ausgezeichnet und unter anderem von Pro Familia und Organen der evangelischen Kirche empfohlen. Bis 1995 erschienen mehrere zum Teil erweiterte Auflagen. Das Buch wurde nach einiger Kritik vom Markt genommen.

In dem Buch wird durch anschauliche Bilder die neugierige erwachende kindliche Sexualität gezeigt. Als Begleittexte dienen die Kommentare der fotografierten Kinder. Das Vorwort stammt von Helmut Kentler, der Anhang mit Erklärungen und Informationen von Helga Fleischhauer-Hardt.

Im Jahr 1988 erschien ein weiterer Band unter dem Titel Zeig mal mehr! (McBride, Herrath, Sielert), der sich inhaltlich an eine etwas ältere Zielgruppe wandte. Das Buch wurde in sieben Sprachen übersetzt und weltweit in nahezu einer Million Exemplaren verkauft.

Kritik: Sexualwissenschaftler Gunter Schmidt schätzte das Buch eher als Aufklärungsbuch für Jugendliche und Erwachsene, denn für Kinder. Sein Team verwendete die Bilder in den 1980er und 1990er Jahren oft bei der Beratung und Behandlung von Paaren mit sexuellen Problemen. Die Bilder findet er „ästhetisch, explizit und dezent zugleich.“ Aus sexualpädagogischer Sicht gab es schon 1975 negative Kritik, die in den vordergründig „progressiven“ Bildern McBrides deutliche Techniken überlieferter Sexualaufklärung ausmachte. Eine Passage im Vorwort der ersten Auflage, das Helmut Kentler schrieb, wird von Stephan Hebel als unverhohlener Aufruf zur Pädophilie bezeichnet. In den 1990er Jahren kam es in der Folge sich verändernder Moralvorstellungen zu verstärkter Kritik an dem Buch, das nun in die Nähe von sexuellem Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie gerückt wurde. Einige Gruppen wollten das Buch verbieten lassen und erreichten ihr Ziel nur in einigen Bundesstaaten der USA, wo zum Teil bereits der bloße Besitz des Buchs strafbar ist. In Deutschland dagegen wurden mehrere Indizierungsanträge stets von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien abgelehnt.

Nachdem 1996 die Junge Union Wuppertal und das Jugendamt Frankfurt am Main voneinander unabhängig erneute Indizierungsanträge gestellt hatten und Die Zeit in einem Artikel Will McBride der Förderung von Kindersexualität bezichtigte, ließ der Autor selbst sein Werk vom Markt nehmen.

In Deutschland darf Zeig mal! nach wie vor ohne Einschränkung von öffentlichen Bibliotheken vorgehalten und vom Antiquariatshandel vertrieben werden. In den USA dagegen wurde 1995 ein Lehrer wegen Besitzes der englischen Ausgabe (Show Me!) zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt;[5] ein Gericht in Pittsburgh sprach im Juli 2006 einen 66-jährigen Rentner vom Vorwurf des Besitzes kinderpornografischer Schriften frei, weil er nachweisen konnte, das Buch bereits 1975 noch legal in einer Universitätsbuchhandlung gekauft zu haben." (Quelle: Wikipedia)

Der Fotograf

Will McBride arbeitet als Fotograf in den Bereichen Reportage, Kunstfotografie und Buchillustration. Er ist auch als Maler und Bildhauer bekannt. McBride wuchs in Chicago auf, besuchte die University of Vermont und dann das Art Institute of Chicago und machte 1953 seinen Abschluss an der Syracuse University. Seit 1955 lebt er in Deutschland, wo er sich als Fotograf 1959 zunächst in Berlin und 1961 dann in München niederließ. 2004 erhielt Will McBride den Erich Salomon Preis, der von der Deutschen Gesellschaft für Fotografie verliehen wird. Seine Arbeiten sind neben anderen europäischen Zeitschriften in Twen erschienen. Bis zu seinem Tod im Jahr 2015 lebte McBride wieder in Berlin und widmete sich zunehmend auch der Malerei.

Die Textbeiträge

stammen aus der Feder von Helga Fleischhauer-Hardt, Dr. med., geborgen 1936 in Konz bei Trier. Nach dem Medizinstudium in Freiburg, Tübingen und München, arbeitete Helga Fleischhauer-Hardt als Ärztin an der Kantonalen Psychiatrischen Klinik in Wil / St. Gallen. !963 begann sie parallel zu ihrer medizinischen Arbeit eine Ausbildung als Analytikerin am Psychoanalytischen Institut in Zürich; ab 1969 war die Autorin in Basel auch in der Elternberatung und -schulung tätig.

Erhaltungszustand

Im Fachantiquariat ist diese seltene Hardcover-Erstausgabe aus der allersten Druckvariante mit dem später indizierten Coverfoto als ein gut erhaltenes antiquarisches Exemplar verfügbar. Der celophanierte Buchrücken mit herstellungs- und gebrauchsbedingten kl. Läsuren, das Papier an den Rändern nachgedunkelt. Im Text. und Bildteil innen sehr gut erhalten und ohne Knicke, Anmerkungen, Bemalungen oder Besitzereinträge. - Sehr selten.

Die SFB-Kunstabteilung verfügt aktuell über verschiedene, von Will McBride signierte Photoabzüge aus seiner letzten Schaffensperiode, die er für gute Freunde hergestellt hatte. Bitte fragen Sie bei Interesse.

Rezensionen

Sie sind eingeladen, Ihre Meinung zum Buch, durchaus auch eine vollständige Rezension, an dieser Stelle zu veröffentlichen. Wir behalten uns vor, unpassende Kommentare zu löschen.

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