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Huber, Martin; Schmidt-Dengler, Wendelin (Hg.)

Werke in 22 Bänden

Gesamte Werkausgabe

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr 06.12.2015
Format 47,5 × 32,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 9652 Seiten
Gewicht 13000
ISBN 9783518415009

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Merkliste

"Diese 22 Bände Bernhards sind eine editorische Meisterleistung."

Rüdiger Görner, Die Presse, Wien 24.12.2015

Zu dieser Ausgabe

Die jetzt abgeschlossene Werkausgabe präsentiert sämtliche zu Lebzeiten des Autors zur Veröffentlichung freigegebenen Werke – von den frühen, noch nie in Buchform gedruckten Arbeiten über die großen Romane und Stücke bis zu der späten, in Zeitungen und Zeitschriften aufgenommenen Prosa. Sämtliche Texte werden anhand der im Nachlass erhaltenen Manuskripte, Varianten und Druckfahnen revidiert und kritisch durchgesehen – so dass die Werke in 22 Bänden den definitiven, streng der Autorintention folgenden Text wiedergeben.

Neben dem Verzeichnis der Herausgebereingriffe, das sich an den Text anschließt, enthält jeder Band ein weiteres Novum: In einem kompakten Nachwort wird die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Buches beschrieben, sein Ort im Bernhard­schen Kontinent bestimmt und seine Wirkung nachgezeichnet.

Die Bände dieser Ausgabe

Band 1: Frost . Hrsg.v. Huber, Martin, Schmidt-Dengler, Wendelin, 2003, 364 Seiten, 20,8 cm x 13,1 cm, 34.90

'Eine Famulatur besteht ja nicht nur aus dem Zuschauen bei komplizierten Darmoperationen, aus Bauchfellaufschneiden, Lungenflügelzuklammern und Fußabsägen, sie besteht wirklich nicht nur aus Totenaugenzudrücken und aus Kinderherausziehen in die Welt.' Mit diesem Satz beginnt der erste Roman von Thomas Bernhard. 'Frost' erschien im Jahr 1963 und bildet den Ausgangspunkt des weltliterarischen Kontinents dieses Autors. Bis zur Veröffentlichung von 'Frost' war Thomas Bernhard nur einem kleineren Kreis vor allem als Lyriker bekannt. Sein Romandebüt kam jedoch nicht so unverhofft, wie es damals den Anschein hatte. Der Nachlaß des Autors im Thomas-Bernhard-Archiv in Gmunden zeigt, daß dem Roman, der Thomas Bernhards Weltruhm begründen wird, mehrere große Prosaversuche vorausgehen. Die Niederschrift von 'Frost' selbst wurde Anfang 1962. begonnen und im September desselben Jahres beendet.

Bd. 2 Verstörung
Herausgegeben von Huber, Martin; Schmidt-Dengler, Wendelin . 3. Aufl. . 2003 . 230 S. 200 mm . Mit Lesebändchen: im Schuber. - Einzelbandpreis 29.90

"Es ist ein unheimliches Buch, das wie eine klassische Erzählung anfängt und den Leser ins Grauen hineintreibt, ohne dass er es merkt." So charakterisiert Thomas Bernhard seinen zweiten, 1967 publizierten Roman "Verstörung". Dessen Endfassung schrieb der Autor zwischen dem 23. September und dem 1. Oktober 1966 nieder: "Wenn ich einmal mein Arbeitstempo erreicht habe, kann mich nichts mehr ablenken. ... Vor diesem Stadium liegt aber eine Zeit, in der der geringste Zwischenfall, und sei's der Briefträger, die ganze Arbeit in Frage stellen kann." Dieser Schreibprozeß hat sein Pendant im Leseprozeß. Peter Handke zum Beispiel berichtet im Jahr 1967: "Ich war recht müde, aber das Buch ließ mir keine Ruhe. Die Krankenbesuche des Arztes, bei denen ihn sein Sohn begleitete, hatte ich schon hinter mir, nur der Besuch bei dem Fürsten von Saurau auf der Burg Hochgobernitz stand noch aus. ... Ich hatte etwas getrunken und weitergelesen. Der Fürst war ganz gegen die Wirklichkeit konstruiert. Er erfror von innen heraus. Ich las und las und las ..."

 
Band 3: Das Kalkwerk. Roman . Hrsg.v. Langer, Renate . 29.11.2004 . 274 209.0 x 129.0 x 28.0 mm, 34.90

Nach den ersten fünf Bänden mit frühen Romanen, teilweise unbekannten Erzählungen und Dramen (Bde. 1, 2, 11, 14 und 15) folgen nun, erstmals in einem Band versammelt, Bernhards autobiographische Schriften (Band 10) und sein dritter Roman Das Kalkwerk (Band 3).In seinem dritten großen Roman Das Kalkwerk hat Thomas Bernhard zum ersten Mal eines seiner zentralen literarischen Themen entfaltet: das Ringen um die Niederschrift einer wissenschaftlichen Studie, das, naturgemäß, in der Katastrophe endet, in der Auslöschung der eigenen Person oder der Mitmenschen.


Bd. 4: Bernhard, Thomas : Korrektur .
Herausgegeben von Huber, Martin; Schmidt-Dengler, Wendelin . 2005 . 380 S. 208 mm, 34.90 EUR

Korrektur erschien erstmals vor dreißig Jahren. Mit ihm erreicht Bernhards "Frühwerk" den Kulminationspunkt: Der Versuch des Erzählers, das Hauptwerk des durch Selbstmord früh aus dem Leben geschiedenen, in Cambridge lehrenden Österreichers mit Namen Roithamer zu korrigieren und zur Vollendung zu bringen, scheitert.

Band 5: Beton . Hrsg.v. Huber, Martin, Schmidt-Dengler, Wendelin . 13.03.2006 . 171 212.0 x 129.0 x 23.0 mm, 27.94

Wollte man die Bücher von Thomas Bernhard nach ihren Schauplätzen unterscheiden, könnte man den 1981 publizierten Roman 'Beton' als den 'spanischen', genauer: als 'mallorquinischen' bezeichnen. Denn der Ich-Erzähler, Rudolf, dem eine bahnbrechende Arbeit über den Komponisten Mendelssohn Bartholdy nicht gelingen will, flüchtet wegen seiner angegriffenen Gesundheit aus dem neblig-feuchten Oberösterreich auf diese Insel. Doch auch hier gelingt es ihm nicht, den ersten Satz seiner Studie - der die Fertigstellung nach sich zöge - niederzuschreiben. Vielmehr wird er mit zwei unerklärlichen Todesfällen konfrontiert, was ihn tief verstört. Und so lautet der letzte Satz: 'Ich zog die Vorhänge meines Zimmers zu, schreibt Rudolf, nahm mehrere Schlaftabletten ein und erwachte erst sechsundzwanzig Stunden später in höchster Angst.' Günter Blöcker urteilte unmittelbar nach Erscheinen des Buchs: 'Wir haben - unter Schmerz und Gelächter - einer Menschwerdung beigewohnt. '


Band 6: Der Untergeher . Hrsg.v. Langer, Renate, 2006, 20,9 x 13,.0 cm, 29.90

In Der Untergeher hat Thomas Bernhard zum ersten Mal eine reale Person zum Ausgangspunkt seines Erzählens gewählt: den kanadischen Pianisten Glenn Gould, der ab 1964 nicht mehr öffentlich auftrat und 1982, ein Jahr vor Erscheinen des Untergehers, starb. Die Hauptfigur - wie könnte es bei Bernhard anders sein? - ist jedoch Wertheimer, der mit Gould zusammen in den fünfziger Jahren in Salzburg bei Horowitz Klavier studiert hat. Daraufhin wurde ihm klar, daß er Goulds Genie nie erreichen würde, und er begnügte sich mit dem Schreiben. Beide sterben allerdings im selben Jahr - der Klaviervirtuose eines natürlichen Todes, der 'Untergeher' bringt sich um.

 
Band 7: Holzfällen . Hrsg.v. Huber, Martin, Schmidt-Dengler, Wendelin . 28.05.2007 . 274 209.0 x 131.0 x 29.0 mm, 32.90 EUR

Am 21. August 1984 wurde die 'Erregung', so die von Thomas Bernhard gewählte Gattungsbezeichnung für seinen Roman Holzfällen, vom Suhrkamp Verlag an die Buchhandlungen ausgeliefert. 10 Tage später ging beim Wiener Landgericht der Eilantrag. Auf die Beschlagnahme des Buches ein, da es Persönlichkeitsrechte verletze. Eine Richterin gab dem Antrag statt, so daß der Roman aus sämtlichen österreichischen Buchhandlungen entfernt wurde. Diese Erregung um seine Erregung bildete einen Grund, warum Bernhard in seinem Testament sich jede Verbindung mit dem österreichischen Staat verbat. Die vorliegende Ausgabe dokumentiert im Anhang zum ersten Mal die Prozeßlage, deren Hintergründe und Konsequenzen.


Band 8: Alte Meister, Hrsg.v. Huber, Martin, Schmidt-Dengler, Wendelin, 2008, 246 Seiten, 21,0 x 31,1 cm, 32.90

Alte Meister ist der letzte Roman, den Thomas Bernhard vollendet hat - Auslöschung erschien zwar ein Jahr später, 1986, entstand aber bereits zu Beginn der achtziger Jahre. Auch weil er dem "Lebensmenschen" des Autors, Hedwig Stavianicek, ein literarisches Denkmal setzt, ragt er aus der Reihe der Romane Bernhards hervor. Und ein drittes Merkmal macht ihn innerhalb des einzigartigen Prosawerks zu einem außergewöhnlichen Buch: An keiner Stelle im Oeuvre wird die Kunst, jede Kunst, derart verdammt wie in diesem Roman - sie ist, in all ihren Gattungen, samt und sonders fehlerhaft, nicht in der Lage, den Menschen auch nur das Geringste zu geben. Und in keinem erklingt das Lob des anderen, der anderen Menschen derart uneingeschränkt. Das Buch endet mit jenem Satz, der inzwischen sprichwörtlich geworden ist: Die Vorstellung war entsetzlich."


Band 9: Auslöschung . Hrsg.v. Höller, Hans,.2009, 21,0 x 13,5 cm, 39.90

Band 10: Die Autobiographie . Hrsg.v. Huber, Martin, Mittermayer, Manfred . 29.11.2004, 582 210.0 x 135.0 x 39.0 mm, 39.90.

Nach den ersten fünf Bänden mit frühen Romanen, teilweise unbekannten Erzählungen und Dramen (Bde. 1, 2, 11, 14 und 15) folgen nun, erstmals in einem Band versammelt, Bernhards autobiographische Schriften (Band 10) und sein dritter Roman Das Kalkwerk (Band 3).In Band 10 sind die fünf autobiographischen Bücher Die Ursache, Der Keller, Der Atem, Die Kälte und Ein Kind, zwischen 1975 und 1982 erschienen, zum ersten Mal in einem Band versammelt. Zur Erinnerung: Die Leser erwarten von diesen Texten Aufschluß über den 'wahren' Thomas Bernhard. Doch die autobiographischen Bücher sind weniger Dokumente seines Lebens, sondern vollendete Literatur.

Band 11: Erzählungen I . Hrsg.v. Huber, Martin, Schmidt-Dengler, Wendelin . 17.05.2004 . 382 208.0 x 131.0 x 30.0 mm, 32.62

Die Werkausgabe, deren erste drei Bände im Herbst 2003 mit großer Resonanz in Presse und öffentlichkeit erschienen sind, präsentiert zum ersten Mal sämtliche zu Lebzeiten des Autors zur Veröffentlichung freigegebenen Werke - von den frühen, noch nie in Buchform erschienenen Arbeiten über die großen Romane und Stücke bis zu der späten, bislang nur in Zeitungen und Zeitschriften aufgenommenen Prosa. Revidiert und kritisch durchgesehen, folgt die Ausgabe streng der Intention des Autors. Ein weiteres Novum jedes Bandes ist seine im Nachwort wiedergegebene Entstehungsgeschichte, sein Ort im Bernhardschen Kontinent sowie seine Wirkungsgeschichte. Als zusätzliche Besonderheit werden die neun großen Romane Bernhards in Einzelausgaben vorgestellt.
Nach den Bänden 1, 2 und 14 folgen im Mai 2004 der Band 11 Erzählungen I und der Band 15 Dramen I.

Band 12: Erzählungen II . Hrsg.v. Höller, Hans, Mittermayer, Manfred,.2006, 278 Seiten, 21,1 x 13,2 cm, 32.90

Drei meisterliche kürzere Prosastücke von Thomas Bernhard, in rascher Folge geschrieben und veröffentlicht, versammelt Band 12. seiner Werke. In ihnen gelangen die Grundmotive des Bernhardschen Kosmos in je eigener Gestalt zur Entfaltung. Ungemach kreist um den 'Herkunftskomplex'. Ein im Ausland lebender Österreicher, Erbe großer Besitztümer, will sich sofort von ihnen durch eine 'Abschenkung' befreien. Auch in Watten. Ein Nachlaß, 1969 erstmals veröffentlicht, gelangt der Erzähler durch eine unverhoffte Erbschaft zu Reichtum, und auch er verschenkt das Geld an einen Juristen und Mathematiker: Der nimmt es an, bittet aber, ihm Aufzeichnungen über jüngst zurückliegenden Wahrnehmungen zukommen zu lassen. Und so entstehen im Zusammenhang mit dem titelgebenden Kartenspiel psychologische Feinstbeobachtungen. Die 1971 erschienene Prosa 'Gehen' umkreist nicht nur in ständigen Satzbewegungen ein zentrales Bernhardsches Thema, nämlich das Verhältnis von Gehen und Denken, sondern zeigt seine Poetik der Begriffs- und Geschichtenerzählung in stringentester Form.


Band 13: Erzählungen III . Hrsg.v. Höller, Hans, Mittermayer, Manfred,.2008, 372 Seiten, 21,0 x 13,1 cm, 30.75

Drei Erzählungen präsentiert dieser neue Band der Werkausgabe: "Ja" (1978), "Die Billigesser" (1980) und "Wittgensteins Neffe" (1982). Sie stammen aus einer "Zwischenzeit": Sie erscheinen nach den ersten autobiographischen Bänden, mit denen sich Thomas Bernhard ein größeres Lesepublikum erschrieben hat, und den drei großen Romanen, mit denen der Autor Weltruhm erlangt. Alle drei - die autobiographisch grundierten "Ja" und "Wittgensteins Neffe" wie die in den fünfziger Jahren angesiedelten "Billigesser" - brillieren durch einen Stil, den klassisch zu nennen nicht verfehlt ist.

Band 14: Thomas Bernhard. Erzählungen, Kurzprosa. Herausgegeben von Hans Höller, Martin Huber und Manfred Mittermaye,. 3. Aufl. 2003, 603 Seiten, 20,5 x 13,2 cm, 39.90

"Erzählungen. Kurzprosa" umfaßt die von Thomas Bernhard selbst in eigenständigen Büchern zusammengestellten Erzähltexte, also "Prosa", "An der Baumgrenze", "Midland in Stilfs", "Ereignisse" und "Der Stimmenimitator". Darüber hinaus präsentiert der Band die weitgehend unbekannten, verstreut publizierten Erzählungen, die ab dem Beginn der sechziger Jahre entstanden. Erstmals werden in diesem Band auch die in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckten Erzählungen aus den fünfziger Jahren gesammelt veröffentlicht. Durch die Vielzahl dieser bisher nicht in Buchform vorliegenden Texte ermöglicht es Band 14, den Erzähler Thomas Bernhard von seinen Anfängen bis zu seiner Meisterschaft zu verfolgen, und wenn der Leser nach dessen Movens fragt, so sollte er sich an den Autor selbst halten, der sein Schreiben als Versuch sieht, "den Ursachen dieser Dämmerung, dieser Finsternis", ihren "Ursächlichkeiten", nachzugehen.

Band 15: Dramen I . Hrsg.v. Mittermayer, Manfred, Winkler, Jean-Marie, 2004, 504 Seiten, 20,8 x 13,2 cm, 34.90

Der erste Band der Dramen innerhalb der Werkausgabe bildet ein besonderes Ereignis, verändert er doch tiefgreifend das bisherige Bild des Autors Thomas Bernhard. Ging man allgemein davon aus, daß er erst Ende der sechziger Jahre, also nach der Lyrik und nach der Prosa, zum Drama fand, so zeigt der vorliegende Band.-Thomas Bernhard schrieb sehr früh für das Theater. Noch bevor er 1961 dem Suhrkamp Verlag den Roman Der Wald auf der Straße anbot, trat Thomas Bernhard am 22. Juli 1960 als Dramatiker an die Öffentlichkeit. Und zwar mit den Stücken Die Erfundene , Rosa und Frühling , die hier zum ersten Mal in gedruckter Form vorliegen. Komplettiert wird das Bild von den Anfängen des Dramatikers durch die beiden Opernlibretti die Rosen der Einöde (1959) und Köpfe (1960), zu denen jeweils der damals mit dem Autor befreundete Gerhard Lampersberg die Musik komponierte. Die zweite Hälfte des Bandes enthält die ersten drei jener Stücke, mit denen Thomas Bernhard in die Weltdramatik eingegangen ist: Ein Fest für Boris , Der Ignorant und der Wahnsinnige und Die Jagdgesellschaft .


Band 16: Dramen II . Hrsg.v. Mittermayer, Manfred, Winkler, Jean-Marie,.2005, 417 Seiten, 21,2 x 13,2.0, 36.90

Im Jahre 1970 erregte Thomas Bernhards erstes Theaterstück, Ein Fest für Boris , Aufsehen. Bereits vier Jahre später hatte der Autor die deutschsprachigen Bühnen und das Publikum erobert: Bei einer Umfrage unter Kritikern über die nachhaltigsten Eindrücke der Spielzeit 1974/75 wurde Die Macht der Gewohnheit mit weitem Abstand als bestes neues Stück genannt und dessen Hauptdarsteller, Bernhard Minetti, zum hervorragendsten Schauspieler erklärt. In derselben Umfrage wurde auch Der Präsident (uraufgeführt 1975) gewürdigt. Die ungeheure Produktivität des dramatischen Schriftstellers Bernhard zeigt sich darin, daß ein Jahr später bereits Die Berühmten Premiere hatte. Mit diesen drei Theaterstücken präsentiert Band 16 der Werke jene Dramen, mittels deren Thomas Bernhard sein Theater in der Form der Weltkomödie als Welttragödie weltweit etabliert hat.

Band 17: Dramen III . Hrsg.v. Huber, Martin, Judex, Bernhard,.2010, 21,0 x 13,4 cm, 34.49

Die in diesem Band versammelten Stücke Thomas Bernhards, die in den späten siebziger Jahren entstanden und uraufgeführt wurden, hatten ihren ersten Erfolg aufgrund der von Publikum und Kritik hochgefeierten Kunst dieses Schauspielers. Dies zeigte sich besonders in Minettis Rolle als Weltverbesserer im gleichnamigen, ihm gewidmeten Stück, in dem er darüber philosophiert, warum sein Traktat zur Verbesserung der Welt in achtunddreißig Sprachen übersetzt worden ist, die Stadt Frankfurt ihn sogar zum Ehrenbürger ernannt hat, aber Trier, die Geburtsstadt von Karl Marx, genausowenig wie der Rest der Welt sein Traktat versteht noch befolgt.
Inhalt: Minetti, Immanuel Kant, Der Weltverbesserer, Der deutsche Mittagstisch, A Doda, Maiandacht, Match, Freispruch, Eis, Der deutsche Mittagstisch, Alles oder nichts.


Band 18: Dramen IV . Hrsg.v. Mittermayer, Manfred, Judex, Bernhard, 2007, 440 Seiten,  21,0 x 13,3 cm, 36.90

n Band 18 der Werkausgabe erscheinen drei Theaterstücke, die Thomas Bernhard Ende der siebziger Jahre geschrieben hat. Mit ihnen wurde erneut der Rang dieses Autors deutlich. Warum faszinieren seine Stücke Darsteller, Regisseure und Publikum? Da ist einmal die Sprache. Rhythmus und Tonart schaffen eine wunderbare Musikalität. Damit ist zugleich eine Voraussetzung für das Inhaltliche seiner Stücke genannt. Bernhards Sprache fordert den variationsreichen Monolog und damit die ungewöhnliche, fast monströse Persönlichkeit. Das Leben hat sie ins manische Reflektieren getrieben: über die Vergeblichkeit ihres Bemühens, über die Last der ständigen Krankheit, über die Nähe des Todes. Diesen Ausweglosigkeiten des Lebens setzt Thomas Bernhard die Perfektion der künstlerischen Form entgegen.


Band 19: Dramen V,.2011, 415 Seiten, 20,9 x 13,2 cm, 36.90

Der Band 19 präsentiert jene Theaterstücke von Beginn der achtziger Jahre, die den Dramatiker auf der Höchststufe seines theatralischen Könnens zeigen. "Der Theatermacher" - zur Erinnerung: diese, teils tragische, Komödie spielt in 'Utzbach wie Butzbach' - ist auch zu verstehen als Selbstporträt des erfolgreichen Theaterautors als erfolgsloser Provinzschauspieler. Wie sehr Thomas Bernhard seine Stücke für Schauspieler verfaßte, wird erneut deutlich an der Wittgenstein-Travestie, die den Namen der Schauspieler "Ritter, Dene, Voss" trägt.


Band 20: Dramen VI . Hrsg.v. Huber, Martin, Schmidt-Dengler, Wendelin,.2012, 431 Seiten, 20,9 x 13,0 cm, 36.90

1970 erlebte Thomas Bernhards erstes Abend füllendes Theaterstück, "Ein Fest für Boris", seine Uraufführung in Hamburg. Die sich anschließenden, mehr als 15 Stücke trugen entscheidend dazu bei, im In- und Ausland Thomas Bernhard als den grandiosen Theatermacher deutscher Sprache zu installieren. Den Höhepunkt seiner Wirkung als Dramatiker erreichte er wenige Monate vor seinem Tod mit dem Stück "Heldenplatz". Die Umstände der Aufführung, wie die Aufführung selbst, verwandelten Österreich, anläßlich des 50. Jahrestags des Anschlußes Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, in eine Bühne, auf der das Weiterwirken des Faschismus thematisiert wurde. Bernhard triumphierte.
Erst nach seinem Tod wurde "Elisabeth II." uraufgeführt - und setzte so eine Reihe von Neuinszenierungen in Gang, die bis heute anhält und Thomas Bernhard zu einem der meistgespielten Autoren auf den europäischen Bühnen macht.


Band 21: Gedichte . Hrsg.v. Fellinger, Raimund, .2015, 601 Seiten, 21,2 x 13,5 cm, 37.29

Thomas Bernhards erste literarische Veröffentlichung überhaupt war ein Gedicht. Am 22. April 1952 erschien im Münchner Merkur Mein Weltenstück. Die ersten drei Bücher Bernhards (Auf der Erde und in der Hölle, In hora mortis, Unter dem Eisen des Mondes) waren Gedichtbände. Danach schrieb Thomas Bernhard nur noch Prosa und Dramen. Erst 1981 gab er mit Ave Vergil einen Ende der fünfziger Jahre zusammengestellten Gedichtzyklus zum Druck frei und wünschte sich schließlich zwei Jahre vor seinem Tod eine Neuausgabe von In hora mortis. Läßt sich aus dieser Schreibgeschichte folgern, daß Thomas Bernhards Lyrik eine Sackgasse war, wie eines der gängigen Urteile der Forschung lautet?

Neben der Präsentation sämtlicher Gedichte Thomas Bernhards wird in dem vorliegenden Band auch die besondere Produktionsweise dieses Autors dokumentiert: Einzelne Gedichte werden zu Verszeilen in anderen Gedichten, ganze Gedichte finden in veränderter oder unveränderter Form Eingang in Gedichtzyklen. Anders formuliert: In den fünfziger Jahren werden die Gedichte ständig umformuliert, ein Vorgang, der in den achtziger Jahren dazu führt, daß der erste Gedichtband Auf der Erde und in der Hölle vollständig durchgearbeitet wird. Die 'neue Version' wird in diesem Band zum ersten Mal gedruckt - ebenso wie eine Fassung des Frost-Gedichtzyklus.

Bd. 22: Journalistisches - Reden - Interviews, 2015 . 1488 S. 210 mm,, 89.00

Als öffentlichkeitsscheu galt Thomas Bernhard - doch seine ersten Schreibversuche unternahm er als Reporter einer Zeitung. Leserbriefe schrieb er gerne, seine letzte Publikation ist ein Brief an die "Salzkammergut-Zeitung". Inzwischen ist klar: Thomas Bernhard hat durch Artikel, Interviews, Reden, Feuilletons sein Bild als Mensch und Schriftsteller ganz präzise konturiert. Es ist ihm zwar nicht gelungen, mit der öffentlichen Meinung so zu spielen, dass sie ihn genauso betrachtet, wie er sich betrachtet wissen wollte, doch der sich der Medien bedienende Autor setzte alles daran, sich als eine Figur seiner Romane zu inszenieren. Die vorliegende Ausgabe versammelt zum ersten Mal sämtliche zwischen 1950 und 1989 von Thomas Bernhard für die Öffentlichkeit bestimmten Texte - von den Gerichtsreportagen im Salzburg der fünfziger Jahre über die Tiraden der sechziger und siebziger Jahre gegen Gott und den Rest der Welt bis zu den Interviews im Zusammenhang mit "Heldenplatz" kurz vor seinem Tod.

Über den Autor

Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren, starb im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

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