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Ellensohn, Albert; Fallend, Karl (Hg.)

WERKBLATT

Ausgabe 79 (2/2017) - ›Noch einmal: Psychoanalyse unter Hitler‹

Details

Verlag Selbstverlag Werkblatt, Salzburg
Auflage/ Erscheinungsjahr 2017
Einbandart/ Medium/ Ausstattung broschiert
Seiten/ Spieldauer 128 Seiten
Reihe Werkblatt, Band 78
ISSN 0257-3601_WB_79

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Einzelheft

16,00 €


Merkliste

Aus dem Editorial

"Es gibt Auseinandersetzungen, die folgen einem über Jahrzehnte. Im Mai 1988 haben wir Helmut Dahmer zu unseremSymposion „Der Einmarsch in die Psyche“ nach Salzburg eingeladen, um „Zur aktuellen Debatte um die Psychoanalyse im ‚Dritten Reich‘“ zu referieren. Auf den ersten Blick eine periphere „Auseinandersetzung in einem Goldfischglas“, wie er meinte, und doch ein paradigmatisches Lehrstück über die wissenschaftliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus, die von „loyalen Denkhemmungen“ durchdrungen ist.

Worum gings? 1983, 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung in einem faschistischen Hetzblatt, publizierte Helmut Dahmer als leitender Redakteur der PSYCHE einen Artikel von Carl Müller-Braunschweig (nach 1945 erster Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft), in dem dieser versuchte, den Nationalsozialisten die Psychoanalyse anzudienen. Dahmer versah diese Republikation mit einem profunden Kommentar: „Kapitulation vor der ‚Weltanschauung‘“. Dann war der Teufel los. An vorderster Front blies der Psychoanalytiker Ulrich Ehebald (Michael-Balint-Institut, Hamburg) zur Attacke, fand eine getreue Gefolgschaft, die ins selbe Horn stieß und den Überbringer denunzierte: „Nazi-Jäger“, „Simon Wiesenthal der Psychoanalyse“ oder „marxistischer McCarthy“ waren dabei besonders schrille Töne.

2016. Frühjahrstagung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV). Im Rahmen der Konferenz gab es u.a. ein Forum zum bemerkenswerten Thema: „Die Ehebald/Dahmer-Kontroverse 1984 über die Psychoanalyse unter Hitler – revisited. Müssen wir uns ihrer schämen?“ Einer der Referenten tat es sicher nicht.

F.-W. Eickhoff blies in die alten Hörner mit seltsamen Argumentationsfiguren, die nun Helmut Dahmer und Bernd Nitzschke in dieser WERKBLATT-Ausgabe zum Anlass nahmen, penibel dieses Lehrstück an eigenwilliger Geschichtsbetrachtung zurecht zu rücken. Im Anschluss folgt die erstmalige vollständige Publikation des sog. „Memorandums“ (1933) von Carl Müller-Braunschweig, das zum Teil im Reichswart. Nationalsozialistische Wochenschrift und Organ des Bundes Völkischer Europäer veröffentlicht wurde und Anlass bzw. Grundlage dieser jahrzehntelangen Auseinandersetzung wurde.

Nahtlos folgt das Vorwort zur Neuerscheinung: Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz – von Andreas Peglau. Christian Fleck und Andreas Kranebitter präsentieren einen Brief Ernst Federns an den Soziologen Elmer Luchterhand, mit
seiner Kritik an Bruno Bettelheim.

Und: wir danken besonders unseren Förder-Abonnent_innen, die dazu beitragen, dass unser WERKBLATT so kontinuierlich und überwiegend sorgenfrei in Erscheinung treten kann."

Karl Fallend

Aus dem Inhalt

  • Editorial
  • Helmut Dahmer (Wien): Schuld, Scham und Abwehr. Ein DPG-DPV-Trauerspiel in drei Akten
  • Bernd Nitzschke (Düsseldorf): Schamabwehr per Schuldzuweisung. Vom Umgang der Erben mit der Psychoanalyse im Nationalsozialismus.
  • Memorandum über die „Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft e.V.“ und das „Berliner Psychoanalytische Institut“ (1933)
  • Andreas Peglau (Berlin): Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz
  • Christian Fleck (Graz) /Andreas Kranebitter (Wien): Von der Psychologie zur Soziologie des Terrors. Ernst Federn, Elmer Luchterhand und die sogenannte Bettelheim-These
  • Hannes Stubbe (Köln): über: Psychoanalyse in der Türkei
  • Georg Gröller (Wien): Leserbrief

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