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Vergissmeinnicht - Psychiatriepatienten und Anstaltsleben um 1900

Aus Werken der Sammlung Prinzhorn. Mit einem Geleitwort des Direktors der Sammlung Prinzhorn, Thomas Röske

Details

Verlag Springer
Auflage/ Erscheinungsjahr 25.04.2018
Format 27,9 × 21 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 378 Seiten
ISBN 9783662555316

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59,99 €


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Zu diesem Buch

Der reich illustrierte Band schlägt eine Brücke zwischen Psychiatriealltag und Kunst: Bekannte und nie gezeigte Werke aus der Sammlung Prinzhorn des Universitätsklinikums Heidelberg führen eindrucksvoll vor, wie Psychiatriepatienten ihre Situation, ihren Arzt und das Leben in der Anstalt um 1900 wahrgenommen haben. Ergänzt werden diese beklemmend-faszinierenden Zeichnungen um Texte, Dokumente und Fotos, die Einblick geben in die biografischen Hintergründe der Patientinnen und Patienten und in überlieferte Diagnosen und Therapien an den Kliniken und Anstalten.
Psychiatrie trifft Kunst, Medizingeschichte trifft Schicksale: Ein Buch zum Eintauchen für alle, die an der Geschichte der Psychiatrie aus der Perspektive von Insassen der "Irrenanstalten" interessiert sind - und zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Outsider Art., zur Kunst der Ver-Rückten.

Aus dem Geleitwort

"Wie sah das tägliche Leben von Patienten in psychiatrischen Anstalten um 1900 aus? Darüber geben nicht nur Darstellungen und Berichte der Institutionen sowie persönliche Erinnerungen von Ärzten und Pflegern Auskunft, sondern auch Zeugnisse von Anstaltsinsassen selbst. Briefe und andere Schriftstücke haben sich in Krankenakten erhalten. Komplexere Dokumente sind Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen und Stickereien, die vor der Einführung von Kunsttherapie und Malateliers in psychiatrischen Einrichtungen entstanden sind. Davon werden immerhin mehr als 6000 in der Heidelberger Sammlung Prinzhorn autbewahrt. Welche Erkenntnisse sie für verschiedene Aspekte des Lebens in der Anstalt liefern können, wird in dieser Publikation zum ersten Mal untersucht.

Der Kunsthistoriker und Mediziner Hans Prinzhorn (1886-1933) hatte sich nicht für diese Perspektive interessiert, als er zwischen 1919 und 1921 als Assistenzarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg im Aultrag des Klinik leiters Karl Wilmanns künstlerische Werke von Psychiatrie-Insassen v. a. aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammentrug. In seinem Buch Bildnerei der Geisteskranken, das er auf der Grundlage dieses Fundus schrieb und 1922 im Springer-Verlag veröffentlichte beschäftigten ihn vorrangig gestaltungspsychologische Fragen. Er meinte, verschiedene Geslaltungstnebe dafür verantwortlich machen zu können, dass aus einem urtümlichen Ausdrucksdrang eine künstlerische Schöpfung wird. Die Werke der Anstaltsinsassen schienen ihm besonders geeignete Illustrationen seiner Theorie zu sein, weil er sie für Eruptionen des Unbcwussten hielt. Rationalitat und Mitteilungsbedürfnis dahinter waren für ihn unwesentlich. Schriftlicher Ausdruck rangierte in seinem Kreativitätsmodell ganz unten. (...)"

Die Kapitel des Bandes (ohne Unterpunkte)

Anstaltsansichten – Einweisung – Behandlungsmethoden - Zelle und Anstaltsgarten – Blick nach Innen und Außen - Alltag in der Anstalt - Ärzte, Pfleger, Mitpatienten und das Selbst im Porträt - Erklärungen seelischer Nöte und Bewältigungsstrategien - Arztrezeptionen zwischen Erlöser und Antichrist – (Aufbegehren mit) Ironie, Karikatur, Spott - Bitten und Beschwerden - Anhang: Liste der Anstalten - Diagnoseliste - Personenverzeichnis.

Die Autorinnen

Dr. phil. Ingrid von Beyme ist Kuratorin und stellvertretende Leiterin der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Sabine Hohnholz (M.A.), ist wissenschaftliche Dokumentarin und Archivarin der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

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