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Unter uns hieß er der Rattenmann

Die Lebensgeschichte des Sigmund-Freud-Patienten Ernst Lanzer

Details

Verlag Mandelbaum
Auflage/ Erscheinungsjahr 03.2020
Format 13,5 × 21,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Broschiert
Seiten/ Spieldauer 160 Seiten
Abbildungen Mit einigen historische Fotografien im Text
ISBN 9783854768678

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Erscheint Anfang März, vorbestellbar

Zu dieser Arbeit

Wer war der Rattenmann? Diese Biografie des Wiener Psychoanalytikers Georg Augusta eröffnet erstmals den Blick auf den Menschen hinter Freuds berühmtem Fall.

Am 1. Oktober 1907 begibt sich ein junger Mann namens Ernst Lanzer in die Praxis Sigmund Freuds. Es sollte der Beginn einer äußerst fruchtbaren Beziehung werden, für den von Neurosen gepeinigten Patienten ebenso wie für Freud, denn der Fall wurde zu einem Meilenstein in der Entwicklung der Psychoanalyse.

Möglich wurde das Verfassen dieser Biografie auch durch die Tatsache, dass ein Teil von Freuds Originalnotizen erst seit kurzem in digitalisierter Form öffentlich zugänglich ist. Akribische Recherchen erlaubten es dem Autor, die Lebensgeschichte des Juristen und Reserveoffiziers Ernst Lanzer erstmals nachzuzeichnen. Facettenreich erzählt er vom wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg der jüdischen Familie Lanzer. Mit den Augen eines Psychoanalytikers verdichtet er den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext, in dem Zwangsvorstellungen entstehen konnten. Gebannt folgt man dem persönlichen Lebenskampf des Menschen, der als »Rattenmann« in die Geschichte einging.

Aus der Einleitung

"Wie gewohnt hatte Sigmund Freud seine drei Monate dauernde Sommerpause beendet und am t. Oktober 1907 wieder zu arbeiten begonnen, als er in seiner Praxis in der Berggasse 19 von einem jungen Mann aufgesucht wurde, der sich einer psychoanalytischen Behandlung unterziehen wollte. Rückblickend markiert diese Begegnung zwischen Arzt und Patient den Kreuzungspunkt zweier Lebenswege und beeinflusste jeweils ihren Werdegang. Ernst Lanzer war in den Möglichkeiten, seinem Leben Erfolge abzuringen, bislang schwer eingeschränkt gewesen. Gepeinigt von einer schweren Zwangserkrankung hatte er zwar sein Studium der Rechtswissenschaft zwei Monate zuvor abschließen können, bei einem kurz darauf stattfindenden Armeemanöver in Galizien, an dem er als Reserveleutnant teilgenommen hatte, war er jedoch erneut in eine psychische Krise geraten, die ihn nun veranlasst hatte, Freuds Hilfe in Anspruch zu nehmen. über seine ersten Eindrücke vermerkte Freud: »Dr. Lorenzer [Lanzer] 291 Jahre leide an Zwangsgedanken, seit 1903 besonders stark, datire aber seit Kindheit. Hauptinhalt Befürchtungen, daß zwei Personen, die er sehr liebe, etwas geschehe: dem Vater und einer Dame, die er verehre. Außerdem Zwangsimpulse zB sich mit dem Rasiermesser den Hals abzuschneiden, Verbote, die sich auf gleichgiltige Dinge beziehen. Er habe Jahre in seinem Studium durch den Kampf gegen seine Ideen verloren, sei darum erst jetzt Ge-richtspraktikant.«' Bevor er Freud aufsuchte, hatte Ernst Lanzer bereits etliche Ärzte konsultiert, darunter auch den berühmten Wiener Neurologen und Psychiater Wagner-Jauregg. Bislang waren alle Versuche, von den Qualen seiner Zwangsgedanken geheilt zu werden, jedoch erfolglos geblieben. (...)"

Inhalt

  • Einleitung
  • Elisabeth Freundlich: Flucht, Exil und Rückkehr
  • Die Wurzeln dreier Familien
  • »Eigentlich sind doch nur die lanzers nett« Die Gründung einer Familie
  • »Der Kleine da wird entweder ein großer Mann oder ein großer Verbrecher«
    Eine Kindheit mit Schatten
  • »Finster blicket und kühn aus finstern Wimpern der Jüngling«
    Die Gymnasialzeit
  • »Auf dem Weg liegt eine Perle«
    Die Liebe zu Gisela Adler und der Tod des Vaters
  • »Um sich vor den Chicanen des Wechselgegners sicherzustellen«
    Die Beendigung des Studiums
  • »Diese Tortur solle man an einigen Abgeordneten vornehmen«
    Die W'affeniibung in Galizien und die Erzählung von der Rattenfolter
  • »Jeder Kreuzer eine Ratte«
    Die psychoanalytische Behandlung bei Sigmund Freud
  • Die vorletzten und die letzten Tage der Menschheit
  • Nachrufe auf eine vergessene Generation
  • Wien/Zürich, 1950: Epilog
  • Die Entdeckung einer Familie
    Ein Erjährungsbericht MARIO LANZER
  • Personennamen und Pseudonyme
  • Danksagung
  • Anhang
  • Bildnachweis
  • Anmerkungen

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