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Simon

Roman [OT: "Simon och ekarna". Aus d. Schwedischen übersetzt von Senta Kapoun]

Details

Verlag Wolfgang Krürger Vlg.
Auflage/ Erscheinungsjahr 2004, dt. EA
Format 22,2 × 15,1 × 3,4 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 416 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) 3810506354

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Zu diesem Roman

Marianne  Frederikssons außergewöhnliche, dicht erzählte Geschichte entlang historischer Fakten, die in Schweden in den Jahren spielt, als das Naziregime in Deutschland seine Schatten bis in den hohen Norden zu werfen beginnt und Menschen aufstachelt, ängstigt und den kollektiven Dämonen entfesselt. Simon wird in dieser Zeit von einem Paar aus der selbstbewußten Arbeiterschicht adoptiert, das selbst keine Kinder bekommen kann. Was es mit seiner Herkunft auf sich hat, und daß er Halbjude ist, bleibt lange ein Geheimnis, das Simons Eltern, beide überzeugte Sozialisten, auch deshalb hüten, da es auch in Schweden viele gibt, die voll von Hass auf die Juden sind. Die Angst in den Gesprächen der Erwachsenen ist für den kleinen Jungen von Beginn an unüberhörbar, und er lernt mit der Zeit immer mehr, tiefer hinter die Menschen und Dinge zu schauen.

Der Leser begleitet Simon, dessen Familie und auch die Familie seines jüdischen Schulfreundes, der, wie sich erst später zeigen wird, doppelt traumatisiert ist - seiner psychotischen Mutter und der Übergriff sadistischer Gestapo-Leute wegen - durch diese aufregenden und außergewöhnlichen Zeiten. Was das Buch so besonders und so unbedingt lesenswert macht, ist die Fähigkeit der zweifellos selbst psychoanalysierten Autorin, alle Figuren ihres Romans in ihren jeweiligen Entwicklungen, in ihren Konflikten, in ihrer Zerrissenheit und Ambivalenz, in ihren Widersprüchen, Ängsten und Hoffnungen glasklar und ´lebensecht` zu zeichnen und dabei immer auch Raum für deren Entwicklung, - nach vorne oder auch reggressiv - zu lassen.

Marianne Fredriksson schildert ihre Personen mit einer ungeheuren Tiefenschärfe und sensiblem psychologischen Gespür und in einer warmen und gleichwohl gehaltvollen Sprache. Der Leser sieht sich angesprochen - und womöglich einbezogen - in die Psychodynamiken des Geschehens. Mehr vermag gute Literatur kaum zu schaffen, wenn es ihr gelingt, bei der Lektüre zu fesseln und zudem zur Selbstanalyse, zu Reflexion und zum Nachdenken anzuregen.

Wer seine KandidatInnen in einem Seminar zur Entwicklungspsychologie, zur Familien- oder Traumaterapie sensibilisieren und auf die Spur bringen möchte, wird diesen Roman zur begleitenden Lektüre empfehlen - und auf jeden Fall selbst gelesen haben.

Textauszug

"(...) Er [Simon] mußte an seinen Philosophielehrer denken, einen der wenigen an der Schule, dem es gelang, die Unlust zu vertreiben. Er haue über den Gedanken gesprochen. Ist er unbegrenzt? hatte er gefragt. Oder ist er es, der uns Grenzen setzt? Simon hatte das dumm gefunden, es war doch ganz selbstversMndl ich, daß man mit dem Gedanken das Universum erobern konnte. Der Lehrer hatte von Einstein und von Niels Bohr gesprochen, von der Theorie des Unbegreiflichen. Er hatte etwas Komisches gesagt, etwas woMber die Schüler hatten lachen müssen, was? Simon begann in seinen Aufzeichnungen zu blättern, er wußte, daß er es aufgeschrieben hafte, weil es so widersprüchlich war. Er fand das Heft, es waren mehrere Zitate, aber Simon haue, wen seiner Meinung nach unnötig, nicht dazugeschrieben, wer das gesagt hatte: »Jeder Versuch, das Unbegreifliche zu verstehen führt zum Selbstbetrug. Du denkst daran, im nächsten Augenblick hast du eine Idee daraus gemacht und damit hast du es verloren.« Etwas weiter unten stand, schlampig, fast unleserlich: »Der Gedanke kann alle Fragen über den Sinn des Lebem stellen, aber er kann nicht eine eiurige beantworten, denn die Antworten liegen jenseits des Gedankens.« Das summt ja, murmelte Simon laut und verwundert. Dann spielte er den ersten Satz noch einmal ab. Er brauchte fast die ga.en Weihnachtsferien dazu, sich die Symphonie zu erschließen, sie zu einem bekannten Weg zu den eigenen Quellen zu machen. (...)"

Die Autorin

Marianne Fredriksson , geboren 1927 in Götebor; verstorben 2007, entstammt einer schwedischen Arbeiterfamilie. Ihr Vater war Schiffbauer und hat seine Töchter "wie Jungen erzogen". Ihre Eltern hätten ihre Kinder von klein auf ermutigt, ihre Träume zu verwirklichen und einen Beruf zu finden, der sie unabhängig mache, sagt sie in einem Interview. Nach dem Besuch einer höheren Schule wurde sie zunächst Korrektorin, dann Journalistin bei der Lokalzeitung "Göteborgstidningen".

Marianne Fredriksson gab ihren Beruf nicht auf, als sie 1949 einen Schiffsingenieur heiratete und bald danach zwei Töchter bekam. Ihr Mann Sven, der regelmäßig vier Monate zur See fuhr und anschließend vier Monate zu Hause verbrachte, unterstützte sie sehr. Ihre journalistische Karriere führte sie über die Zeitschrift "Allt i hemmet" (ein Einrichtungsmagazin) zum Magazin "Vi Föraldrar" (dem schwedischen Pendant zu "Eltern"), das sie lange als Chefredakteurin leitete, und anschließend 1974 zur größten schwedischen Zeitung "Svenska Dagbladet". Dort leitete sie ein siebenköpfiges Ressort, das sich dem modernen Alltagsleben und der Psychologie widmete. Ihre Seiten gehörten immer wieder zu den meistgelesenen des Blattes.

Erst mit 53 Jahren, nachdem ihre Kinder das Elternhaus verlassen hatten und Marianne Fredriksson eine schwere persönliche Krise überwunden hatte, fing sie an, einen Roman zu schreiben.

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