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Saimeh, Nahlah; Briken, Peer; Müller, Jürgen L. (Hg.)

Sexualstraftäter

Diagnostik – Begutachtung – Risk Assessment – Therapie

Details

Verlag MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Auflage/ Erscheinungsjahr 1. Auflage; 01.04.2021
Format 24 × 16,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 527 Seiten
Abbildungen 20 S/W Abbildungen, 20 Tabellen
ISBN 9783954663590

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149,95 €


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Zu diesem Buch

Sexualstraftaten stellen in erster Linie einen Normverstoß dar und sind nicht primär Symptom einer psychischen Störung. Sexualstraftäter stellen zudem keine einheitliche Gruppe von Delinquenten dar, sondern sind im Hinblick auf das Vorliegen einer deliktrelevanten psychischen Störung oder einer dissexuellen Verhaltensbereitschaft eine ausgesprochen heterogene Tätergruppe. Diese Heterogenität erfordert vom (forensischen) Psychiater und Psychologen sowohl als Sachverständiger als auch als Therapeut Spezialkenntnisse, die jenseits des Fachbereichs der Sexualmedizin in der Allgemeinen Psychiatrie kaum Beachtung finden. Die Forensische Psychiatrie befasst sich zu einem wesentlichen Teil mit der Begutachtung von Schuldfähigkeit und Risikoprofil sowie mit der Behandlung von Sexualstraftätern.

Das Werk „Sexualstraftäter“ gibt einen umfassenden Überblick über das Standardwissen zur Exploration, Diagnostik, Schuldfähigkeitsbeurteilung und Risk Assessment von Sexualstraftätern sowie Hinweise zur Therapie und Beurteilung von Therapieverläufen. Es versteht sich als Toolbox für den forensisch-psychiatrischen und psychologischen Sachverständigen sowie für den in Maßregelvollzug und Strafvollzug therapeutisch und sozialarbeiterisch Tätigen in der Betreuung und Behandlung von Menschen mit Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Inhalt

I Menschliche Sexualität

  • 1 Wolfgang Berner: Evolutionäre und anthropologische Aspekte der Sexualität und sexuellen Gewalt
  • 2 Wolfgang Berner: Die sexuelle Entwicklung des Menschen und ihre Störanfälligkeit
  • 3 Nahlah Saimeh: Geschlechtsrollenstereotype und sexuelle Gewalt
  • 4 Annika Flöter, Vivian Jückstock und Peer Briken: Zur differenziellen Verwendung von Begriffen

II Der Gutachtenauftrag

  • 1 Thomas Wolf: Fragestellungen der Juristen an Sachverständige
  • 2 Martin Rettenberger: Standards der Prognosebegutachtung bei Sexualstraftätern
  • 3 Nahlah Saimeh, Peer Briken und Jürgen L. Müller: Begutachtung von Menschen, die wegen einer Sexualstraftat beschuldigt werden - worauf kommt es an?

III Die Untersuchung

  • 1 Christoph Joseph Ahlers und Gerard Alfons Schaefer: Sexualdiagnostische Exploration und dreidimensionale Analyse der Sexualpräferenz - Standardisierte Verfahren in der Forensischen Sexualpsychologie
  • Knut Hoffmann: Besonderheiten: Exploration von Menschen mit Intelligenzminderung
  • 3 Philipp Hintze: Testpsychologische Verfahren in der Diagnostik von Sexualstraftätern
  • 4 Peter Fromberger, Kirsten Jordan und Jürgen L. Müller: Psychophysiologische Verfahren in der Diagnostik von Sexualstraftätern
  • 5 Peter Fromberger, Kirsten Jordan und Jürgen L. Müller: Der Nutzen virtueller Realitäten für die Diagnostik, Risikoprognose und Therapie von Sexualstraftätern
  • 6 Boris Schiffer: Bedeutung bildgebender Verfahren bei der Begutachtung von Sexualstraftätern
  • 7 Nahlah Saimeh: Transkulturelle Aspekte bei muslimischen Sexualstraftätern

IV Differentielle Aspekte der Sexualstraftäterbegutachtung

  • 1 Ronja Martens und Birger Dulz: Dissexualität, Paraphilien und Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • 2 Steffen Lau: Schizophrenie und Sexualdelinquenz
  • 3 Vivian Jückstock, Safiye Tozdan und Peer Briken: Paraphile Störungen bei Frauen/Sexualstraftäterinnen
  • 4 Julia Sieß und Norbert Leygraf: Exhibitionismus - Tätertypologie, Rückfallrisiko, Risk Assessment
  • 5 Ronja Zannoni und Aglaja Valentina Stirn: Fetischismus und transvestitischer Fetischismus: Schuldfähigkeitsbegutachtung und Risk Assessment
  • 6 Nahlah Saimeh: Die gerontophile bzw. graophile Störung - Hintergrundinformationen und Fallbeispiele
  • 7 Andreas Hill: Pornografie, Cybersex und Sexualdelinquenz
  • 8 Nicola Döring: Sexualität im Internet: destruktiv oder positiv?
  • 9 Rita Steffes-enn: Sexuelle Missbrauchsabbildungen - Die Bedeutung von Bildinhalten, Ablagestrukturen, Online-Nutzung und -Kontakten
  • 10 Judith Iffland und Peer Briken: Pädosexuelle Delikte: Tätertypologie, Rückfallrisiko und Risk Assessment
  • 11 Nahlah Saimeh: Sexuell motivierte und sexuell assoziierte Tötungsdelikte
  • 12 Marc Graf: Rauschdrogen und Sexualdelinquenz
  • 13 Larissa Titze, Maximilian Lutz und Manuela Dudeck: Inzest
  • 14 Nahlah Saimeh: Begutachtung bei nicht-geständigen Sexualstraftätern

V Spezifische forensisch-psychiatrische Aspekte der Therapie und des Risk Assessments

  • 1 Bernd Borchard und Frank Urbaniok: Die Bedeutung der Unterscheidung in Persönlichkeitstäter und Situationstäter im Hinblick auf Risikoeinschätzung und Therapieplanung
  • 2 Joachim Nitschke: Differenzialdiagnostische Beurteilung von sexuellem Sadismus
  • 3 Martin Rettenberger: Prognosemethoden und Prognoseinstrumente für die kriminalprognostische Begutachtung von Sexualstraftätern
  • 4 Andreas Mokros: Psychopathie und Sexualdelinquenz
  • 5 Rita Steffes-enn: Tathergangsanalyse: Die Sprache des Delikts

VI Sexualdelinquenz in besonderen Lebensabschnitten

  • Cornelia Bessler Nigl: Prävalenz und Entwicklungsfaktoren
  • 2 Steffen Barra, Marcel Aebi und Cornelia Bessler Nigl: Risikoanalyse und Legalprognose bei Jugendlichen, die sich eines Sexualdeliktes schuldig gemacht haben
  • 3 Marcel Aebi und Cornelia Bessler Nigl: Psychotherapeutische Behandlungsansätze für Jugendliche, welche ein Sexualdelikt begangen haben
  • 4 Maximilian Lutz, Larissa Titze und Manuela Dudeck: Sexualstraftaten im Alter

VII Behandlung von Sexualstraftätern

  • 1 Fritjof von Franque und Peer Briken: Die Rolle sexualforensischer Ambulanzen im Begutachtungsprozess
  • 2 Bernd Borchard: Kriterien zur Beurteilung von Therapieverläufen bei Sexualstraftätern
  • 3 Marc Graf: Medikamentöse Therapie von Paraphilien
  • 4 Franziska Lamott: Was man aus Erzählungen lernen kann. Narrative
    von Sexualstraftätern im therapeutischen Kontext

Die Herausgeber

Dr. med. Nahlah Saimeh - Studium der Humanmedizin an den Universitäten Bochum und Essen, Facharztausbildung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2000 in Leitender Ärztlicher Tätigkeit in der Forensischen Psychiatrie und Forensisch–psychiatrische Sachverständigentätigkeit. Seit 2004-2018 Ärztliche Direktorin am LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt. Ab 2014 Lehrbeauftragte der Universität Konstanz, Fachbereich Psychologie. Seit Mai 2018 Office für Forensisch-psychiatrische Begutachtung in Düsseldorf.

Prof. Dr. med. Peer Briken studierte Medizin in Hamburg und promovierte 1998 zum Thema Sexuelle Tötungsdelikte. Es folgten eine Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie sowie sexualmedizinische und forensische Weiterbildungen. Im Jahr 2006 habilitierte er sich an der Universität Hamburg für das Thema „Psychiatrie und Psychotherapie“. 2010 wurde er Professor für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie sowie Direktor des entsprechenden Instituts am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Professor Briken ist zudem als Gerichtsgutachter tätig. Bis Herbst 2016 war er für sechs Jahre der 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS), und für vier Jahre Vizepräsident der International Association for the Treatment of Sexual Offenders (IATSO). Er ist Mitherausgeber der Zeitschriften „Zeitschrift für Sexualforschung“ und „Sex Offender Treatment“. Seit 2016 ist er Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.

Prof. Dr. med. Jürgen L. Müller - Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Er ist Universitätsprofessor für forensische Psychiatrie und Psychotherapie an der Georg-August-Universität in Göttingen sowie Chefarzt für forensische Psychiatrie und Psychotherapie an der Asklepios Klinik in Göttingen. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vorrangig der empirischen Forschung zu forensisch relevanten Störungen, insbesondere bei Persönlichkeitsstörungen, bei Psychopathie sowie bei Sexual- und Gewaltstraftaten. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Nutzbarkeit empirischer Techniken zur Beantwortung rechtlicher Fragen

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