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Rendez-vous chez Lacan

1 DVD

Details

Einbandart/ Medium/ Ausstattung 1 DVD in Box
Seiten/ Spieldauer 51 Min.
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-006978_DVD

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19,95 €


Merkliste

"Lacan was an absolutely incredible man. I have made this film so as many people as possible can know about him!"

Gérard Miller, in der Rückschau

Zu diesem Dokumentarfilm

Diese material- und stimmenreiche Filmdokumentation über den großen französischen Psychoanalytiker Jacques Lacan bietet einen interessanten und aufschlußreichen Einblick in das Leben, die Werk-/Ideengeschichte und den Alltag Jacques Lacans aus der Sicht von Patienten, Schülern, Kollegen, guten Freunden und Familienangehörigen.

Der Filmemacher Gérard Miller war noch auf dem Gymnasium, als er Lacan zum ersten Mal traf. Die Begenung verdankte sich dem Umstand, daß Gérads etwas älterer Bruder Jacques-Alain Miller zu dieser Zeit zu einem der von Lacan meistgeschätzten Schüler wurde, welcher später die Schriften und Seminare Lacans herausgeben sollte. Die Bande zwischen Lacan und Miller wurden nicht zuletzt dadurch vertieft, als Jacques-Alain Miller einige Jahre später Lacans Tochter Judith heiratete.

Im Film kommen zu Wort: Agnès Aflalo, Jo Attié, Guy Briole, Antonio di Ciaccia, Jean Louis Gault, Yasmine Grasser, Alain Grosrichard, Suzanne Hommel, Benoît Jacquot, Eric Laurent, Catherine Lazarus, Anaëlle Lebovits, Clotilde Leguil, Lilia Mahjoub, Jacques-Alain Miller, Judith Miller, Jean-Claude Milner, Martin Quenehen, François Regnault.

Bewegend: In einer Sequenz des Filmes kommt auch Suzanne Hommel, eine Patientinne Lacans, zu Wort:

"Mit rauer, flüsternder Stimme schildert Suzanne Hommel in Gérard Millers Dokumentarfilm Rendez-vous chez Lacan (2012) eine Sitzung mit dem französischen Psychoanalytiker Jacques Lacan. Nachdem sie diesem erzählt hatte, dass sie jeden Morgen um fünf Uhr aufwachen würde, nämlich zu jener Uhrzeit, als während des Nationalsozialismus die Gestapo die Juden holen kam, sei dieser aufgesprungen und habe ihr auf außerordentlich zärtliche Weise die Wange gestreichelt. Diese Berührung, die sie auch nach 40 Jahren noch immer spüren könne, habe zwar nicht ihr Leiden verringert, aber einen entscheidenden Wandel herbeigeführt. Hommel habe sie als Geste, als „geste à peau“, eine „Geste auf der Haut“ verstanden. Aus der Gestapo ist die „geste à peau“ geworden, ein, wie sie sagt, „Apell an die Menschlichkeit.“

Ausgelöst durch eine Berührung wurde hier das Unaussprechliche in ein Sprachspiel verschoben. Ein Unvermögen zu sprechen, eine Sprachlücke konnte dadurch zwar nicht behoben, jedoch angezeigt, überspielt und in etwas anderes, in einen Sprachwitz  transformiert werden. Das englische Wort gag bedeutet sowohl Knebel als auch Witz. Es bezieht sich, wie der italienische Philosoph Giorgio Agamben in Noten zur Geste schreibt, auf etwas, das „in den Mund gesteckt wird, um am Sprechen zu hindern“, und zugleich auf die „Improvisation des Schauspielers“, mit der er „eine Erinnerungslücke oder ein Unvermögen zu sprechen überspielt.“

Die Geste, so Agamben, entspricht diesem Überspielen der Stummheit. Sie führt den medialen Charakter der Körperbewegung und zugleich die Sprache als ein lückenhaftes Medium, als Sprachfehler vor. Die Geste, schreibt er, ist „buchstäblich eine Definition des gag“. Sie ist „in ihrem Wesen immer Geste des Sich-nicht-Zurechtfindens in der Sprache.“ Sie ist das, „was in jedem Akt des Ausdrucks unausgedrückt bleibt.“

(Quelle: WKV - Württembergischer Kunstverein, der in seiner Ausstellung ´Geste` (2014) auf diese Filmsequenz Bezug nimmt)

Technische Angaben zur DVD

  • Format: Schwarz-Weiß, Farbe, Vollbild, Widescreen, Import
  • Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • Studio: Editions Montparnasse
  • Spieldauer: 51 Minuten

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