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Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg-Mannheim und Heidelberger Institut für Tiefenpsychologie (Hg.)

Psychoanalyse im Widerspruch

Ausgabe 63 (2020) - Klimawandel

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 2020
Format 14,8 × 21,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Broschiert
Seiten/ Spieldauer 120 Seiten
Reihe Psychoanalyse im Widerspruch, Band 63
ISSN 0941-5378_PW_63

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Einzelheft

19,90 €


Merkliste

Aus dem Editorial

Was hat der Klimawandel mit unserer Psyche zu tun? Viele Psychotherapeuten scheint er innerlich etwas anzugehen. Aber fragen wir einmal genauer: Betrifft uns der Klimawandel nur als sensibilisierte Bürger oder ist er gar für uns als Psychotherapeuten relevant? Wir meinen »ja« zu letzterem. Und zwar nicht nur, weil uns die Psychoanalyse als emanzipatorische Wissenschaft über unbewusste Verleugnungs- und Verdrängungsmechanismen im Umgang mit dem Klimawandel aufzuklären vermag. Sondern auch, weil der Klimanotstand in der Natur mit einem Notstand des sozialen Klimas einhergeht und letzteres wiederum sollte sich zweifellos auf unsere Psyche auswirken.

Der Zusammenhang zwischen dem Klimanotstand und dem Notstand des sozialen Klimas äußert sich äußerlich in der Frage, wer die Folgen zu tragen hat. Es gibt aber auch einen inneren Zusammenhang, wenn wir bedenken, dass der aktuelle Klimanotstand vor allem die Folge des wachstumsfixierten globalen Kapitalismus ist. Auf diesen Zusammenhang hat die Psychoanalyse im Kontext der Frankfurter Schule schon lange hingewiesen: Insbesondere Erich Fromm und Herbert Marcuse vermochten mithilfe der Psychoanalyse aufzuzeigen, durch welche Mechanismen uns der Kapitalismus von uns und unserer Natur entfremdet und wie durch ihn eine allgemeine Verdinglichungs-Tendenz in das soziale Klima einzieht. Diese bisher eher intellektuell geführte Entfremdungs-Kritik bekommt mit dem aktuellen Klimanotstand nun eine augenscheinliche und nicht mehr zu verleugnende Relevanz. Denn nun wird die ausbeuterische und verdinglichende Haltung des kapitalistischen Subjekts sowohl gegenüber der Natur als auch gegenüber den Mitmenschen überdeutlich. Denn mit der Naturzerstörung reichen wir die Rechnung für unseren Wohlstand an die kommenden Generationen weiter. Wir verraten damit nicht weniger als ein grundlegendes ethisches Prinzip der Moderne, auf dem Hans Jonas noch vermochte eine ganze Ethik zu begründen: »Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.«

Aus dem Inhalt

  • Delaram Habibi-Kohlen: Fünf nach zwölf? Psychoanalytische Überlegungen zur Klimakrise, alten Gewohnheiten und der Schwierigkeit, Neues zu denken
  • Sally Weintrobe: Die Arche Noah-Mentalität des 21. Jahrhunderts
  • Olive Lenk: Unser Umgang mit dem Klimanotstand, Kritik unserer zynischen Lebensweise.
  • Matthias Richter: Warum handeln wir wider besseres Wissen? Ein Essay
  • Oliver Florig: Gutes Leben und psychische Gesundheit, Die ökologische Krise als Chance
  • Sigrid Scheifele: K/Ein schöner Film? Liebe im Kontext gesellschaftlicher Gewalt Zu Félicitévon Alain Gomis

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