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Psychoanalyse im Turm zu Babel

Grenzgänge zwischen Melanie Klein, Wilfred R. Bion und Jacques Lacan

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 03.2020
Format 21 × 14,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 161 Seiten
Reihe Bibliothek der Psychoanalyse
ISBN 9783837929751

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22,90 €


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Zu diesem Buch

In fiktionaler, zuweilen humorvoller und kritischer Weise bringt Robert Heim drei ikonische Gestalten der Psychoanalyse nach Freud miteinander ins Gespräch: Melanie Klein, Wilfred R. Bion und Jacques Lacan. Ob Kleins paranoid-schizoide und depressive Position, Bions Container oder Lacans Begehren und Genießen – der Autor eröffnet neue Perspektiven auf zentrale Bereiche der Psychoanalyse, von theoretischen bis zu behandlungstechnischen Fragen, und widmet sich auch aktuellen gesellschaftlichen Themen wie der Klimakrise.

Leseprobe aus dem 1. Kapitel: Common Ground? Der Psychoanalytiker1 im Turm zu Babel

"(...) Auch die Psychoanalyse bewohnt, wie das Menschengeschlecht überhaupt, den Turm zu Babel. Doch versteht sie dieses Domizil nicht als Strafe Gottes für grandiose Hybris und hochfliegende Vermessenheit. Sie nimmt diesen Ort vielmehr als Geschenk ihres Gegenstandes, des unbewussten Seelenlebens, und zollt ihm Dankbarkeit dafür, dass auch sie immer wieder neu nach einer Einheit der Vernunft in der Vielfalt ihrer Stimmen forschen muss. Und dies mit der höchst ungewissen Aussicht tut, diese Einheit bestenfalls als regulative Idee oder einfach als theoretische Fiktion vorauszusetzen. Die Einheit bleibt für viele wünschbar, aber ebenso unrealistisch und der Sache unangemessen ist ein reduktionistisches Esperanto, das diese Vielfalt in ein homogenes Unisono dirigieren möchte. Evolutionär gesehen ist die Psychoanalyse zumindest intern glücklicherweise noch nicht von einem Artensterben bedroht. Der »Mem-Pool« der internationalen Psychoanalyse – ihre imposante Stellung in einer Memetik der Ideen- und Geistesgeschichte – ist immer noch vergleichsweise stark. Was ihre längere Zukunft in einem kassenärztlichen Gesundheitssystem wie in Deutschland anbetrifft, sind freilich mehr Zweifel angebracht. Gerade deswegen meldet sich hartnäckig der Wunsch, sich auch in der Psychoanalyse als Teilnehmer einer globalen Wissenschaftsgemeinschafta uf einem gemeinsamen Grund bewegen zu können. »Wer sehnte sich angesichts des kaum mehr überschaubaren Pluralismus nicht nach dem ›common ground‹ einer Schule zurück, die durch große Namen Sicherheit vermittelt« (Thomä, 1999, S.825). (...)"

Inhalt

1 Common Ground? Der Psychoanalytiker im Turm zu Babel

  • Pluralismus: Der Stil des Psychoanalytikers
  • Grundsprachen
  • Komparatistik in der psychoanalytischen Bibliothek
  • Der essayistische Psychoanalytiker
  • Der dreiste Psychoanalytiker

2 »Starke Dichter« nach Freud: Melanie Klein, Jacques Lacan. Ein wissenschaftshistorisches Modell für die Psychoanalyse

  • Porträt des »starken Dichters«
  • Lacan und Klein: Zwei Typen des starken Dichters
  • Poubellication: Die Angst des starken Dichters vor einer Publikation
  • Angst und Krise der Affiliation
  • Der Lohn der Angst: Kreativität und Rekombination

3 Bilder des zerstückelten Körpers. Spiegelungen zwischen Melanie Klein und Jacques Lacan

  • Lacans unzustellbarer Brief
  • Paarungen, Passagen
  • Kleins »zerstückelter Körper«
  • Lacans »zerstückelter Körper«
  • Konvergenzen, Differenzen

4 Begehren zwischen Wilfred R. Bion und Jacques Lacan. Eine kongeniale Verbindung

  • »Löcher bohren«
  • Genius, Mystiker, starke Dichter
  • Ironie der Fleischeslust: Der Traum der schönen Metzgerin
  • Désir? Desire? Das Begehren des Analytikers!
  • Zäsur im Signifikanten

5 Leere, volle und zerbrochene Krüge. Container, psychoanalytische Gastronomie, Ethik der depressiven Position

  • Metabolismen
  • Bions Gastronomie oder: Welche Organspende für das Unbewusste?
  • Lacans voller Krug und sein leerer Signifikant
  • Container, Lustprinzip, Genießen
  • Kein Monokel für den Rattenmann
  • Ethik der depressiven Position in der Klimakrise

Literatur / Nachweise

Der Autor

Robert Heim, Prof. Dr. phil., ist als Psychoanalytiker in eigener Praxis in Frankfurt am Main tätig und lehrt Psychoanalyse und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind vergleichende Theorie- und Wissenschaftsgeschichte in der Psychoanalyse, ihre Anwendungen auf Gesellschaft und Kultur und psychoanalytische Zeitdiagnostik. (Stand: September 2016; Quelle: Verlag);

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