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Borneman, Ernest (Hg.)

Psychoanalyse des Geldes

Eine kritische Untersuchung psychoanalytischer Geldtheorien. Die Beiträge in französischer Sprache wurden übertragen von Eva Moldenhauer, die aus dem Englischen von Eva Borneman

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr 1973, EA
Format 20,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 464 Seiten
ISBN 9783518022412

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Aus der Einleitung des Autors

Einleitung: Zur Psychoanalyse des Geldes

"I. Dieses Buch unternimmt den Versuch, einige der Hauptwerke der psychoanalytischen Literatur über den Ursprung und die Natur des Geldes zum erstenmal zusammenzutragen und kritisch zu kommentieren. Manche dieser Arbeiten sind schon seit vielen Jahren nicht mehr im Druck, andere sind bisher nur in schwer zugänglichen Zeitschriften veröffentlicht worden, wiederum andere, ursprünglich auf englisch oder französisch verfaßt, sind bisher nie ins Deutsche übersetzt worden. Bei der Auswahl habe ich mich nicht von meinen eigenen Überzeugungen dessen, was richtig oder falsch ist, leiten lassen, sondern von dem Wunsch, die Hauptrichtungen der psychoanalytischen Geldanalyse vorzustellen. Dabei bin ich so weit gegangen, selbst solche Arbeiten einzuschließen, die ich vom klinischen Standpunkt als zweifelhaft betrachte, denn auch sie gehören zur unwiderruflichen Geschichte der Psychoanalyse. Ich hoffe, daß ich mir mit dem Streben nach vorurteilsfreier Auswahl das
Recht der reflektierenden Kritik erworben habe.

Die Aufteilung des Buches ist einfach. Es beginnt mit Freuds Pionierarbeit (1908) über den banalen Charakter des Geldes und führt dann in mehr oder minder chronologischer Reihenfolge einige der wichtigsten Arbeiten vor, die sich auf diese These stützen. Es folgt als zweiter Teil des Buches eine Zusammenstellung ethnologischer, altertumswissenschaftlicher und kulturhistorischer Studien bedeutender Psychoanalytiker über Ursprung und Wirkung des Geldes. Den dritten und letzten Teil des Buches bilden psychoanalytische Studien, die sich nicht auf Freuds Theorie des analen Geldursprungs stützen, sondern Geld, Besitz und Eigentum von anderen psychoanalytischen Standpunkten aus betrachten. Am Ende eines jeden Beitrags gebe ich, falls der Autor dies im Originaltext getan hat, seine Literaturhinweise, jedoch bei allen Werken, die auf deutsch geschrieben oder mittlerweile ins Deutsche übersetzt worden sind, die deutschen statt der vom Autor angegebenen englischen und französischen Titel.

Meine eigene Bibliographie am Ende dieser Untersuchunggliedert sich in:

1. psychoanalytische und psychologische Schriften zur Geldtheorie;
2. Schriften zum Ursprung und zur Geschichte des Geldes.

Da der Versuch einiger Analytiker, die Geschichte des Geldes als Analogie aus der Pathogenese der analen Zwangsneurose zu entwickeln, mir in hohem Maße zweifelhaft erscheint, halte ich es für besonders wichtig, dem Leser Hinweise auf jene Schriften zu geben, die sich in konkreter, historisch belegter Weise mit der tatsächlichen Entstehungsgeschichte des Geldes und des Eigentums befassen. (...)"

Inhalt des Bandes

  • Ernest Borneman: Zur Psychoanalyse des Geldes

Studien zur Analtheorie des Geldes

  • S. Freud: Charakter und Analerotik
  • B. Dattner: Gold und Kot
  • S. Ferenczi: Zur Ontogenie des Geldinteresses
  • I. Coriat: Anmerkungen über analyse Charakterzüge des kapitalistischen Instinkts
  • S. Ferenczi: Pecunia - olet
  • E. Jones: Haarschneiden und Geiz
  • K. Abraham: Das Geldausgeben im Angstzustand

Kulturgeschichtliche, altertumswissenschaftliche und ethnologische Studien zur psychoanalytischen Geldtheorie

  • J. Harnik: Kulturgeschichtliches zum Thema Geldkomplex und Analerotik
  • T. Reik: Gold und Kot
  • W. Desmonde: Über den analen Ursprung des Geldes
  • W. Desmonde: Der Ursprung des Geldes im Tieropfer
  • G. Róheim: Die Urformen und der Ursprung des Eigentums
  • G. Róheim: Die Rassenpsychologie und die Ursprünge des Kapitalismus bei den Primitiven
  • G. Róheim: Heiliges Geld in Melanesien

Psychoanalytische Studien des Geldes außerhalb der Analtheorie

  • W. Kaufmann: Gefühlsbedingter Gebrauch von Geld
  • S. Blanton: Die Masken des Geldes
  • E. Bergler: Die Psychopathologie des Gelegenheitsjägers
  • I. Suttie: Besitz und Besitzgier - Eine Adlerianische Deutung
  • M. Ginsberg: Besitz und Besitzgier - Eine soziologische Deutung
  • S. Isaacs: Besitz und Besitzgier - Eine Kleinianische Deutung
  • A. Amar: Psychoanalytischer Versuch über das Geld
  • P. Schilder: Psychoanalyse der Volkswirtschaft

Über den Herausgeber

Ernest Borneman, geboren 1915 in Berlin und auf den Namen Ernst Bornemann getauft, hat von 1933 bis 1939 in England und von 1951 bis 1953 in Amerika studiert – Vorgeschichte bei V. Gordon Childe, Ethnologie bei Melville J. Herskovits, Psychoanalyse bei Géza Róheim. Von 1941 bis 1946 filmte er unter kanadischen Eskimos und Indianern. 1947 unter dem Namen Ernest Borneman in Kanada eingebürgert und im gleichen Jahr von der UNESCO nach Paris berufen, wo er 1948-1949 die Filmabteilung leitete. Bornemann publizierte acht Bücher in englischer Sprache, sieben wurden ins Deutsche übersetzt.

Borneman, im deutschen Sprachraum vor allem in seiner Rolle als Sexualforscher bekannt, hat in seinem arbeitsreichen Leben unterschiedliche Beschäftigungen und Berufe ausgeübt: jugendlicher Mitarbeiter von Wilhelm Reich in Berlin, Student bei Bronislaw Malinowski, Journalist, Jazzmusiker und Rallye-Fahrer in England, Autor von fünf Romanen- und fünf Bühnenstücken in englischer Sprache, Mitarbeiter von MELODY MAKER und DOWN BEAT, Produzent, Regisseur & Kameramann zahlreicher Dokumentar-filme in Kanada, Szenarist für Orson Welles, Chef des Adenauer Fernsehens (Vorläufer des ZDF) in Deutschland, Chef der UNESCO Filmabteilung in Paris, Gast zahlloser Hörfunk- und Fernsehsendungen in ganz Europa. Der Sachbuch-Autor Borneman machte sich vor allem durch Das Patriarchat, das Lexikon der Liebe, viele Medienauftritte und Zeitschriftenbeiträge einen Namen.

Editorischer Hinweis

Die englischen und amerikanischen Beiträge des Bandes sind von Eva Borneman, die französischen Beiträge von Eva Moldenhauer ins Deutsche übertragen worden. Der Band bietet zudem eine umfassende Literaturübersicht zu Arbeiten aus psychoanalytischer Sicht zur Geldtheorie.

Zum Erhaltungszustand

Bei der SFB als wohlerhaltenes Exemplar der Erstausgabe entweder mit oder ohne den seltenen illustrierten Schutzumschlag. Beide Varianten innen ohne jede Anstreichungen oder Vermerke. Gute Exemplare, inzwischen ausnehmend gesucht und selten.

Rezensionen

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