Bestelltelefon: 0800 588 78 30

Hilt, Annette (Hg.)

psycho-logik. Jahrbuch für Psychotherapie, Philosophie und Kultur

Band 14 - Wilhelm Kütemeyers anthropologische Medizin

Details

Verlag Alber, K
Auflage/ Erscheinungsjahr 17.02.2020
Format 21,5 × 13,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 424 Seiten
Gewicht 566
Reihe psycho-logik, Band 14
ISBN 9783495459140

Kauf-Optionen

49,00 €


Merkliste

Zu diesem Band

Wilhelm Kütemeyer, Internist und Psychotherapeut, hat sich der Dynamik zwischen somatischen und geistig-seelischen Vorgängen nicht nur theoretisch, sondern auch therapeutisch gewidmet. Er sprach in einem nicht-polemischen Sinne von »Krankheit der Gesellschaft« und sozialen Pathologien, die es von der medizinischen auf eine gesellschaftspolitische Ebene zu heben gelte: insbesondere Depressionen, aber auch Stigmatisierungen körperlicher und seelischer Krankheiten im Alltag.

Der Band stellt philosophische und medizinische Schriften zusammen, u.a. auch bislang unveröffentlichte Vorlesungen, in denen Kütemeyer seine Therapie an Krankengeschichten dokumentiert. Weitere Beiträge erschließen Biographie und Wirken Kütemeyers.

Kurzinformationen zu Wilhelm Kütemeyer

"Wilhelm Kütemeyer (1904-1972), Mitbegründer der Anthropologischen Medizin, wäre am 18. April 2004 100 Jahre alt geworden. Seit 1945 war er als Internist und Psychotherapeut an der Universitätsklinik (Ludolf Krehl-Klinik) in Heidelberg tätig. In der Tradition von Ludolf Krehl, Richard Siebeck und Viktor von Weizsäcker galt sein besonderes Interesse der psycho­therapeutischen Behandlung schwerer körperlicher Erkrankungen. Das Programm, das in seiner Abteilung ansatzweise realisiert werden konnte, war das Zusammen­wirken psycho­somatischer und natur­wissen­schaftlicher Forschung und Behandlung.

Die Ergebnisse der Psychoanalyse wurden in ihrer Bedeutung erkannt, anerkannt und genutzt, jedoch in einen weiteren Zusammenhang gestellt. Es geht um die genuinen Rechte und Bedürfnisse - die Bestimmung - des Menschen, die von gesellschaftlichen Zwängen eingeengt, ja krankmachend, auch körperlich krankmachend, zerstört worden sind. In seinem Buch "Die Krankheit Europas" (Suhrkamp 1951) hat Kütemeyer als Krankheit der Gesellschaft eine Spaltung diagnostiziert. Deren Wurzeln liegen in einer gestörten Kommunikation, das heißt in einer Objektivierung der Welt, des Menschen, des Anderen, die mit Descartes den Beginn der Neuzeit bestimmt. Dies bedeutet eine Spaltung in eine Welt der blinden, aber wirkungs­mächtigen Materie (res extensa) und eine Welt des sehenden und fühlenden, im Bereich der Materie jedoch unwirksamen, ohnmächtigen Geistes (res cogitans). (...)" - Quelle: Lebensnerv - Stiftung zur Förderung der psychosomatischen MS-Forschung, Berlin.

Inhalt

  • Editorial
  • Zur Einführung

Ein Erfahrungsbericht

  • Hans Wenzl: Anthropologische Medizin in der Ludolf-Krehl-Klinik
  • Zur Geschichte der Arbeitsgruppe Kütemeyer

I. Medizinische Praxis/Klinik/Kasuistiken

  • Peter Achilles: Einige Vorlesungen Wilhelm Kütemeyers.
    Editorische Vorbemerkungen zur Auswahl und zur
    Quellenlage der teilweise von Mechthilde Kütemeyer
    bearbeiteten Texte in diesem Band
  • Leukämie
    Erste Vorlesung, Wintersemester 1956/1957
  • Asthma bronchiale
    Zweite Vorlesung, Wintersemester 1956/57
  • Angina pectoris
    Dritte Vorlesung, Wintersemester 1956/57
  • Myokarditis
    Vierte Vorlesung, Sommersemster 1957
  • Diabetes mellitus
    Fünfte Vorlesung, Sommersemester 1957
  • Angiohämophilie
    Erste Vorlesung, Wintersemester 1962/63
  • Epilepsie
    Zweite Vorlesung, Wintersemester 1962/1963
  • Anthropologische Medizin (zur Integration von Innerer Medizin und Psychiatrie) mit Krankenvorstellungen
    Erste Vorlesung, Sommersemester 1968
  • Sommersemester 1968, 2. Vorlesung am 16. 05. 1968
  • Sommersemester 1968, 3. Vorlesung am 06. 06. 1968
  • Anthropologische Medizin in der inneren Klinik
  • Medizin in Bewegung (Grundbegriffe, Methoden, Kasuistik)
  • Anthropologische Medizin und Sozialpathologie
  • Angst und Verzweiflung unter somatischem Aspekt
  • Die Krankheit der Gesellschaft
  • Vorbemerkung zur Tagung »Die Krankheit der Gesellschaft«
  • Die Krankheit der Gesellschaft
  • Berlin heute – Ein Beitrag zur Sozialpathologie
  • Wissenschaft, Methode und Mensch von der Medizin aus gesehen
  • Psychosoziale Aspekte des Carcinoms
  • Entmächtigung der Macht

III. Biographisches

  • Viktor von Weizsäcker zum Gedächtnis
  • Martin Buber, gestorben am Sonntag, den 13. 06. 65
  • Wie der Mensch zu heilen sei /Ein Nachruf für Hans Ehrenberg

IV. Interpretative Zugänge zum Werk

  • Annette Hilt: Die Krankheit der Gesellschaft – Wilhelm Kütemeyer zu Krankheit, Schuld und Heilung
  • Hans Stoffels: Psychiatrie und Psychosomatik – Auf der Suche nach der Seelen-Medizin
  • Helmut Kretz: Viktor von Weizsäcker und seine Schüler – Rezeption und Wirkung – Wilhelm Kütemeyer (1904–1972)
  • Peter Achilles: Zum Verhältnis von Viktor von Weizsäcker und Wilhelm Kütemeyer
    Ein Versuch

V. Rezensionen

  • Hinweise zu neuer Literatur
  • Autorenverzeichnis

Die Autorin

Dr. Annette Hilt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie an der dortigen ›Internationalen Eugen Fink-Forschungsstelle für phänomenologische Anthropologie und Sozialphilosophie‹.

Rezensionen

Sie sind eingeladen, Ihre Meinung zum Buch, durchaus auch eine vollständige Rezension, an dieser Stelle zu veröffentlichen. Wir behalten uns vor, unpassende Kommentare zu löschen.

  • 1

Der Artikel wurde in den Warenkorb gelegt.

weiterstöbern zum Warenkorb