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Phänomen Scham

Psychoanalyse eines sozialen Affektes

Details

Verlag Reinhardt, Ernst
Auflage/ Erscheinungsjahr 2000
Format
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 190 Seiten
Gewicht 359
ISBN 978-3-497-01542-9

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Zu diesem Buch

»Schäm’ dich!« haben Kinder (früher?) von ihren Eltern zu hören bekommen, wenn sie gegen die Erwartungen ihrer Umgebung verstießen. Später schämt sich der zum Erwachsenen gewordene Mensch, wenn er beispielsweise den Etiketten einer bestimmten sozialen Gruppe oder aufgestellten Normen nicht gerecht wird. Dies ist jedoch nur ein Aspekt der Scham. Denn Scham hat viele Gesichter. Immer aber ist Scham ein soziales Phänomen: Wer Scham empfindet, sieht sich am Rande der Gemeinschaft, er schämt sich vor den anderen. Scham verknüpft mitunter auch aufeinanderfolgende Generationen miteinander und kann von einer zur anderen weitergegeben werden.

An zahlreichen Fallbeispielen zeigt der französische Psychoanalytiker, in welchen Situationen Scham entstehen kann. Er beschreibt die verschiedenen psychoanalytischen Erklärungsansätze, leitet daraus therapeutische Arbeitsweisen her und zeigt, wie Schamaffekte im psychoanalytischen Behandlungsverlauf erkannt und wie mit diesen ungegangen werden kann.

Aus dem Inhalt

Psychoanalytische Theorieansätze zum Phänomen Scham

  • Der „blinde Fleck" der Freudschen Theorie
  • Scham und Narzißmus
    - USA: Scham als sozialer Affekt
    - Frankreich: Analitat und Idealich
    - Weitere Forschungsrichtungen
  • Octave Mannoni: eine verborgene Theorie der Scham im Werk Freuds
  • Die Vorläufer
    - Sandor Ferenczi
    - Imre Hermann
  • Scham und Verkapselungen innerhalb des Ich

Besetzungen und Objekte der Scham

  • Die Besetzungen der Scham
    - Die verschiedenen Besetzungstypen
    - Die Verflechtung der drei Besetzungstypen
    - Schamformen und ausfallende Besetzungen
    - Identitätskrisen nach dem Ausfall von Bindungsbesetzungen
    - Identitätskrisen nach dem Ausfall von narziftischen Besetzungen
    - Identitätskrisen nach dem Ausfall von Objektbesetzungen
    - Der „ansteckende" Charakter der Scham
  • Die Objekte der Scham
    - Die „geschichtliche" Achse der Scham
    - Die sexuellen Besetzungen
    - Die narzißtischen Besetzungen
    - Die Bindungsbesetzungen
  • Die „gegenwartsbezogene" Achse der Scham
    - Die Bindungsbesetzungen
    - Die narzißitischen Besetzungen
    - Die Objektbesetzungen
    - Die Achsen der Scham ergänzen sich
  • Die Formen der Scham
    - Die Gefühlsintensität der Scham
    - Die Scham in Extremsituationen
    - Der Abbau der Orientierungen der Persönlichkeit
    - Der Verlust der psychischen Hülle
    - Die Phasen der Scham
    - Angst vor Vernichtung
    - Verwirrung
    - Scham
    - Schambegleitende Gefühle

Untersuchung schamerzeugender Situationen

  • Die Erfahrung der KZ-Haft: die Scham, überlebt zu haben
  • Pedro und Pepe: zwei mögliche Reaktionen auf Scham als Folge der Folter
  • Das Kind unter Druck: Gewalt in der Familie und Scham
    - Eingriffe in das freie Denken: Scham wegen Grenzverletzungen im Zusammenhang mit den Wahrnehmungen und Gefühlen des Kindes
    - Mangel an elterlichem Verständnis
    - Mirabelle
    - Patricia
    - Formen der Herabsetzung des kindlichen Narzißmus
    - Risse und Spaltungen im Ichideal: die angefochtene Idealinstanz
    - Das sexuell mißbrauchte Kind
    - Monique
  • Ein Beispiel fur eine komplexe Scham: Der Protagonist aus Dostojewskis Erzählung "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch"

Die Weitergabe der Scham in der Familie

  • Verschiedene Arten des Familiengeheimnisses
    - Geheimnisse in Verbindung mit Ereignissen aus dem Privat- oder Kollektivleben
    - Geheimnisse, die sich auf den Inhalt eines Ereignisses beziehen und Geheimnisse, die die Existenz des Geheimnisses selbst zum Thema haben
    - Geheimnisse im Zusammenhang mit einem vorstellbaren, aber unsagbaren Ereignis und solche, die an ein unvorstellbares Ereignis geknüpft sind
  • Die generationenubergreifende Scham
    - Die Scham des Geheimnisträgers
    - Die Scham bei den Nachkommen des Geheimnisträgers
    - Scham und Bindungsbesetzung
    - Scham und narzißtische Besetzung
    - Scham und Objektbesetzung
  • Scham aus unerledigter Trauer: der Fall Paul
  • Scham wegen eines unsagbaren Ereignisses aus der vorangegangenen Generation
    - Marguerite
    - Frau R.
    - Herr F.

Der Umgang mit der Scham

  • Scham als Symptom und Scham als Warnsignal
  • Maßnahmen der „Anpassung" an die Scham
    - Resignation
    - Ehrgeiz
    - Verneinung und Verleugnung
    - Projektion und projektive Identifikation
    - Das Schuldgefühl: „die psychische Geschichte"
    - Das Schuldig-Fühlen: „die soziale Geschichte"
    - Humor
    - Die Scham artikulieren: den anderen zum Zeugen aufrufen
    - Kollektive Scham und die Sackgasse der Schuldgefühle
  • „Den absoluten Tiefpunkt erreichen"

Die Verschiebungen der Scham

  • Eine Scham anstelle mehrerer
    - Celine
  • Denise: die Protagonistin der Romane von Annie Ernaux
    - Armut, Scham und fehlende Intimsphare
    - Von der schambehafteten Sexualitat zur verschamten Armut
    - Die Schule und die Bedeutung der Sprache
  • Defizitäre Symbolik und Scham
    - Francoise

Sensibilisierung ftir die Scham in der psychoanalytischen Praxis

  • Eine symbiotische Beziehung herstellen und Verleugnungen aufheben
  • Suggestion vermeiden
  • Der Scham ihren Wert geben
  • Die generationenübergreifende Rekonstruktion der Scham
  • Scham eines anderen und Aggressivitat in der Übertragung

Ein therapeutischer Ansatz fur die Scham: Die Vermittlung durch Bilder

  • Bilder und der hysterische Körper
  • Bilder und der psychotische Körper
  • Bilder und Emotionen
  • Bilder und gemeinsamer psychischer Raum

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB als verlagsfrischer Archivbestand zum Angebotspreis; beim Verlag vergriffen.

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