Bestelltelefon: 0800 588 78 30

SFB aktuell: Oralität / Analität

Pathologisches Horten

Praxisleitfaden zur interdisziplinären Behandlung des Messie-Syndroms. Mit einem Geleitwort von Alfred Pritz

Details

Verlag Springer
Auflage/ Erscheinungsjahr 11.09.2018
Format 23,5 × 15,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 194 Seiten
Gewicht 406
ISBN 9783662572801

Kauf-Optionen

34,99 €


Merkliste

Zu diesem Buch

Fast jeder Mensch kennt Situationen, in denen es schwerfällt, sich von Gegenständen zu trennen, so dass sich rasch Unordnung ausbreitet. Bei manchen ist das nur eine Lade oder betrifft ausschließlich das Auto oder ein Zimmer. Bei manchen Menschen jedoch betrifft es den gesamten Lebensbereich und führt zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität.

Was sind die Chancen und Schwierigkeiten einer psychischen Diagnose? Nach welchen Kriterien kann das Phänomen diagnostisch erfasst werden? Wie entsteht und entwickelt sich das pathologische Horten? Wie kann man Betroffene professionell psychotherapeutisch und psychosozial begleiten und behandeln?

Die Autorin diskutiert diese und weitere Fragen auf Basis psychoanalytischer Theorien und leitet daraus praxisnahe Behandlungsempfehlungen für Psychotherapeutinnen, Psychiater und Psychologen ab.

Aus dem Geleitwort von Alfred Pritz

"Frau Dr. Agdari-Moghadam hat mit dem vorliegenden Buch einen Markstein in der Erforschung des pathologischen Hortens gesetzt. Es liegt ein Band vor, der zahlreiche Aspekte des Hortens darstellt und zueinander in Beziehung setzt: psychoanalytische Aspekte, gesellschaftliche Bedingungen und pathologische Symptomatik ebenso wie 15-jährige Erfahrung in der Erforschung dieses Syndroms. Außerdem ist dieses Buch nicht nur für interessierte Forscher von Bedeutung, sondern auch für jene, die im praktischen Handeln täglich mit diesem Phänomen konfrontiert sind. Sie können sich hier eine Anleitung zum Handeln holen und so zu einer besseren Praxis der Beschäftigung mit pathologisch hortenden Menschen kommen. Dazu verhelfen auch die anschaulichen Fallbeispiele, die das Feld beschreiben und die Einzelfallproblematik zum Leben erwecken. So darf ich der geneigten Leserschar dieses Werk als ein Standardwerk zum Thema „Pathologisches Horten" ans Herz legen."

Univ.-Prof. Dr.Dr.hc.Alfred Pritz Wien 2018

Vorwort

"(...) Ich arbeite seit beinahe 15 Jahren mit Betroffenen und beschäftige mich auch wissenschaftlich mit diesem Störungsbild. Es sind die unterschiedlichen Personen und die dahinterstehenden einzigartigen Biographien. die mich immer wieder aufs Neue interessieren. Jeder Einzelne und seine Geschichte ermöglichen mir, mein Wissen über psychisches Geschehen zu vertiefen und dazuzulernen.

Grundsätzlich handelt sich um ein sehr komplexes Störungsbild mit unterschiedlichen Ausprägungen. Bisher ist die internationale wissenschaftliche Auseinandersetzung als eher überschaubar einzustufen. Insbesondere Behandlungsempfehlungen für Fachleute und Personen, die mit Betroffenen arbeiten, beschränken sich vorwiegend auf verhaltenstherapeutische Ansätze. Daher war es für mich persönlich eine Herausforderung, für die Erstellung dieses Praxisleitfadens gerade psychoanalytische Theorien heranzuziehen, um Aspekte dieses „neuen Störungsbildes" verstehbar zu machen. Ich bin der Meinung. dass psychoanalytische Ansätze profundes Wissen zu aktuellen Themen beitragen und bereichernd für verschiedene Berufsgruppen sein können. (..)" - Nassim Agdari-Moghadam Wien im Herbst 2018

Inhalt

1 Einführung

  • 1.1 Geschichte der Messie-Forschung in Österreich
  • 1.2 Zur Begrifflichkeit
  • 1.3 Internationaler Forschungsstand
    1.3.1 Zur Relevanz für die psychoanalytischen Theorien
  • 1.4 Gesellschaftliche und kulturelle Einflussfaktoren
    1.4.1 Die Bedeutung von Gegenständen in unserer Gesellschaft
    1.4.2 Haben statt Sein
    1.4.3 Die Relevanz von Sicherheit in Gesellschaften
  • Literatur

2 Zum Grundverständnis des pathologischen Hortens

  • 2.1 Theoretische Überlegungen
  • 2.2 Entstehung und Ursachen des pathologischen Hortens
    2.2.1 Die Bedeutung der Oralität
    2.2.2 Die Bedeutung der Analität
    2.2.3 Scham- und Schuldgefühle
    2.2.4 Resümee triebtheoretischer Konzepte
    2.2.5 Entwürfe der Objektbeziehungstheorie
    2.2.6 Konzepte der französischen Schule
  • 2.3 Symptomatik
  • 2.4 Epidemiologie
  • 2.5 Diagnostische Überlegungen
    2.5.1 Zur Geschichte der Diagnosemanuale
    2.5.2 Zur Diagnose
  • 2.6 Zur Differenzierung der Komorbiditäten
  • 2.7 Spektrum der Störung
    2.7.1 Exkurs: Tierhortung (animal hoarding)
  • Literatur

3 Behandlungsempfehlungen

  • 3.1 Allgemeines
    3.1.1 Psychotherapie
    3.1.2 Gruppentherapie
    3.1.3 Selbsthilfegruppen
    3.1.4 Hausbesuche - Unterstützung vor Ort
    3.1.5 Pharmakologische Behandlung
    3.1.6 Psychosoziale Angebotsmatrix
  • 3.2 Besonderheiten und Herausforderungen
    3.2.1 Empfehlungen für den Umgang mit Betroffenen
    3.2.2 Der Stellenwert der Beziehungsarbeit
    3.2.3 Ich-Psychologie: Funktionen des Ichs
    3.2.4 Hemmungen und Grenzen
    3.2.5 Störungsspezifische Herausforderungen
    3.2.6 Übertragung und Gegenübertragung
    3.2.7 Verharmlosen als Form der Verleugnung
    3.2.8 Der Umgang mit Ekel, Scham- und Schuldgefiihle
    3.2.9 Krankheitsverlauf und Prognose 3.3 Interventionskonzept S-A-CH-E-N
  • 3.4 Die besondere Situation der Angehörigen
  • 3.5 Kindeswohl im Kontext des pathologischen Hortens
  • 3.6 Interdisziplinärer Austausch Literatur

4 Psychodynamische Aspekte: Selbstbilder

  • 4.1 Die Kernkategorien im Überblick
  • 4.2 Fallvignetten
    4.2.1 Frau 0. - die Vernünftige
    4.2.2 Frau P. - die Kommunikative
    4.2.3 Herr U. - der Zurückhaltende
    4.2.4 Frau V. - die Kämpferin
    4.2.5 Frau X. - die Engagierte
    4.2.6 Herr Y. - der Suchende
    4.2.7 Herr Z. - der Einsame
  • 4.3 Resümee
  • Literatur

5 Zusammenfassung und Ausblick

  • Literatur

6 Testverfahren

  • Literatur

Serviceteil

Sachverzeichnis

Stimmen zum Buch

Dieses Buch “... ist speziell für jene geschrieben, die beruflich mit entsprechend Betroffenen arbeiten (müssen). Das sind im ärztlichen Bereich vor allem Allgemeinmediziner und Psychiater sowie im Sozialbereich Sozialarbeiter, Betreuer und Pflegekräfte. Und natürlich auf psychologischer bzw. konkreter psychotherapeutischer Ebene entsprechend tätige Psychologen, denen diese Ausführungen am ehesten weiterhelfen dürften. ... Das Thema ist schwierig, sowohl vom Krankheitsbild als auch vom therapeutischen Ansatz her, wird aber gut gegliedert und alltagsbezogen dargestellt ...”

In: Psychosoziale Gesundheit, psychosoziale-gesundheit.net, 01.2019

Die Autorin

MMag. Dr. Nassim Agdari-Moghadam arbeitet als Psychoanalytikerin in eigener Praxis und ist Lehranalytikerin und Supervisorin an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien. Das pathologische Horten steht seit vielen Jahren im Fokus ihrer wissenschaftlichen und praktischen psychotherapeutischen Arbeit.

Rezensionen

Sie sind eingeladen, Ihre Meinung zum Buch, durchaus auch eine vollständige Rezension, an dieser Stelle zu veröffentlichen. Wir behalten uns vor, unpassende Kommentare zu löschen.

  • 1

Der Artikel wurde in den Warenkorb gelegt.

weiterstöbern zum Warenkorb