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Normal, gestört, verrückt

Über die Besonderheiten psychiatrischer Diagnosen

Details

Verlag Schattauer
Auflage/ Erscheinungsjahr 25.07.2020
Format 18,3 × 12,3 × 2,3 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 192 Seiten
Gewicht 234
ISBN 9783608400311

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20,00 €


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Zu dieser Publikation

Fundiert und dabei in einer verständlichen Art und Weise erörtert der Autor das Thema ´psychiatrische Diagnosen` -  Wozu dienen psychiatrische Diagnosen? Wie entstehen sie? Wie verändern sie sich?

Psychiatrische Diagnosen werden üblicherweise anhand klinischer Befunde erhoben, zum größten Teil aufgrund dessen, was die Patienten selbst von sich und ihrem Leiden berichten. Alle Ankündigungen, ein psychiatrisches Diagnosesystem künftig und immer mehr auf »objektive« biologische, genetische oder neurologische Daten gründen zu können, haben sich als leere Versprechungen erwiesen. So bleibt es dabei, dass die Diagnosen psychischer Störungen einzig durch das Vorliegen einer Reihe von Symptomen (und nicht etwa durch eine Theorie ihrer Entstehung) definiert sind.

Mit jeder neuen Auflage der Diagnose-Manuale wie ICD und DSM ändert sich das Raster der Diagnose-Kategorien: Manche Störungen verschwinden aus dem System, neue tauchen auf, Diagnosen spalten sich auf, andere wiederum werden zusammengefasst oder neu definiert. Diese Neuerungen verdanken sich keinen neuen wissenschaftlichen Entdeckungen, sondern Abstimmungen und Übereinkünften von Psychiaterinnen, klinischen Psychologen und psychiatrischen Organisationen.

Um psychische Krankheiten zu entstigmatisieren, spricht man gerne von ihnen als „Krankheiten wie alle anderen auch« – doch das sind sie ganz offensichtlich nicht. Ebenso wenig aber sind sie »in Wirklichkeit« gar keine »richtigen« Krankheiten oder gar bloße »Erfindungen«. Was das Besondere an ihnen und damit auch am Kategoriensystem psychiatrischer Diagnosen ist, davon handelt dieses Buch – an Beispielen wie Depression, Schizophrenie, Burnout, Autismus und deren Geschichte.

Inhalt

  • 1 Dr. House und Dr. Frances
  • 2 Modediagnosen, Eichhörnchen und die Schizophrenie
  • 3 Eugen Bleuler und die Schizos
  • 4 Krankheit als Metapher: Psychosomatik und Gesellschaftskritik
  • 5 Reste von Moral
  • 6 Therapie und Heilung der Homosexualität
  • 7 Sexuelle Identität und Konversion
  • 8 Plastische Chirurgie — Psychotherapeutikum oder Selbstfindung mit dem Skalpell?
  • 9 Die kranke Gesellschaft und ihre zappeligen Kinder
  • 10 Pillen schlucken — Geschichte der Antidepressiva
  • 11 Wenn Gefühle täuschen — der unwissende Patient
  • 12 Depressiv, erschöpft und ausgebrannt
  • 13 Die gesellschaftliche Konstruktion von Psychopharmaka
  • 14 Ganzheitlichkeit
  • 15 Symptom von was? Aufstieg und Niedergang der Psychoanalyse in der Psychiatrie
  • 16 Vom Hirn zum Smartphone
  • 17 Greta, Rainman und die Zukunft des Autismus
  • 18 Diversität und soziale Depathologisierung —ein gesellschaftlicher Ausblick

Literatur

Sachverzeichnis

Dank

Auswahlbibliografie

  • Alltag und Exotik. Aspekte einer Psychoanalyse der Ästhetik. Nexus, Frankfurt am Main 1988, (= Diss. Bremen 1987)

  • Die Psychoanalyse ist kritisch, aber nicht ernst. Die Politik der Psychoanalyse der Politik. Nexus, Frankfurt am Main 1988

  • Hinter-Mir und Über-Ich. Das große Hausbuch der Psychoanalyse (als Co-Autor). Nexus, Frankfurt am Main 1989,

  • Freud, der Wunsch, der Mord, die Wissenschaft und die Psychoanalyse. Nexus, Frankfurt am Main 1991; Psychosozial, Gießen 2002,

  • Wahnsinn und Methode. Die Alzheimerisierung der öffentlichen Meinung. Edition Tiamat, Berlin 1993,

  • Freud-Deutung. Traum, Narzissmus, Objekt, Religion. Edition Diskord, Tübingen 1994,

  • Wahrheit und Verdrängung. Eine Einführung in die Psychoanalyse und die Eigenart ihrer Erkenntnis. Edition Tiamat, Berlin 1995,

  • Darf man am Sabbat psychoanalysieren? Oder die Ironie der Aufklärung. Edition Diskord, Tübingen 1996,

  • Sigmund Freud. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999,

  • Erhinken und erfliegen. Psychoanalytische Zweifel an der Vernunft. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001,

  • Das Deuten der Psychoanalyse (als Co-Autor). Turia und Kant, Wien 2003,

  • Soll man nackte Menschen grüssen? Antworten. Zytglogge, Oberhofen 2005,

  • Soll man Freud in Rente schicken? Kolumnen. Zytglogge, Oberhofen 2008,

  • Cool down. Wider den Erziehungswahn (mit Andrea Schafroth). Zytglogge, Oberhofen 2010

  • Das Gehirn und seine Psyche. Versuch über den neuroscientific turn. Sphères, Zürich 2012,

  • Scheiss als Schanxe. Kolumnen. Zytglogge, Oberhofen 2013,

  • Identität und solche Sachen. Kolumnen. Zytglogge, Basel 2016,

  • Nichts Genaues weiss man nicht. Kolumnen. Zytglogge, Basel 2018,

Der Autor

Peter Schneider studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt in Zürich und arbeitet dort als Psychoanalytiker in eigener Praxis. Von 2004 bis 2014 war er Privatdozent für Psychoanalyse sowie von 2014 bis 2017 Professor für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Bremen. Seit 2014 ist er Privatdozent für klinische Psychologie an der Universität Zürich und seit 2017 Lecturer for History and Epistemology of Psychoanalysis an der International Psychoanalytic University in Berlin. Außerdem betätigt er sich seit vielen Jahren als Satiriker (SRF3 und Sonntagszeitung) und Kolumnist (Tagesanzeiger und Bund). Er ist Autor zahlreicher Bücher.

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