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Soeben erschienen


Hock, Udo (Hg.)

Nachträglichkeit

Problemstellungen VI

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 11.2022
Format 21 × 14,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 200 Seiten
Gewicht 295
Reihe Bibliothek der Psychoanalyse
ISBN 9783837931358

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24,90 €


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Zu diesem Buch

Die Nachträglichkeit ist ein psychoanalytischer Begriff mit einer besonderen Geschichte, der sowohl für die Metapsychologie der Zeit als auch für die klinische Praxis der Psychoanalyse unverzichtbar geworden ist. Freud hatte zwar immer wieder zentral darauf Bezug genommen, ihn aber nie systematisch ausgearbeitet. Mit der Vorlesungsreihe »L’après-coup« (Nachträglichkeit) aus den Jahren 1989 und 1990 nahm Laplanche die erste umfassende Analyse des Freud’schen Begriffes der Nachträglichkeit in der Geschichte der Psychoanalyse vor.

In diesem Band, der die Vorlesungsreihe erstmals in deutscher Sprache enthält, eröffnet Laplanche einen Raum für verschiedene Interpretationen, um am Ende eine eigene Lesart vorzulegen: Er insistiert darauf, dass die Nachträglichkeit in ihrer Zweizeitigkeit ohne den Anderen und seine rätselhaften Botschaften nicht zu verstehen ist. Zum ersten Zeitpunkt wird das Subjekt mit einer zunächst unübersetzbaren Botschaft konfrontiert, die es zu einem zweiten Zeitpunkt, nach einer Zeit der Latenz, zu übersetzen versucht.

Aus dem Inhalt

Vorwort des Herausgebers: Nachträglichkeit und Übersetzung • Im Übersetzungstaumel • Die Publikation der Problématiques VI – eine »deferred action« • Determinismus und Hermeneutik – zwei Ordnungsbegriffe • Nachträglichkeit und Allgemeine Verführungstheorie • Nachträglichkeit nach Laplanche • Bibliografie

Die Vorlesungen am:

  • 28. November 1989: Verführungstheorien und Zeittheorie • Nachträglichkeit in der Geschichte des Begriffs • Verdunklungen des Begriffs • Seine / Wiederbelebung in Frankreich • Bei Lacan mit Heidegger • Freuds Wörter
  • 12. Dezember 1989: Das Wort nachträglich auf dem Prüfstand der französischen Übersetzung • Und im Englischen? • Bei Freud: Eine synkopierte Geschichte • Einen Begriff orten • Zurück zur Nachträglichkeit • Eine mörderische Komplikation • Drei Phasen bei Freud • Eintritt in die erste Phase – Der Fall Elisabeth • Die Phase des »Entwurfs« (1895) • Das Bewusstsein im »Entwurf«
  • 19. Dezember 1989: Zurück zum Fall Emma • Das Trauma = nachträglich • Eine nicht zu vernachlässigende Etappe des Freud’schen Denkens • Späteres Vorkommen des Ausdrucks • Der Brief vom 6. Dezember 1896 (52/112) • Einige Verwirrung in den Schichten • Aber dann erscheinen erogene Zonen • Die Übersetzung, ihre unterschiedlichen Dimensionen und ihr Reichtum • Vier Meilensteine
  • 9. Januar 1990: Hören und sagen hören • Geburt eines Begriffs und eines Terminus: Nachträglichkeit* • Homonymie und Übersetzung • Anmerkungen eines Übersetzers • Homonymie, Konkretisierung des Begriffs • Die paradoxe Entwicklung des Begriffs • Der Brief der Tagundnachtgleiche (1897) • Zurück zur Entwicklung der Nachträglichkeit – Die »Experimenta crucis«
  • 16. Januar 1990: Brief 75/146 – Der Begriff und das Substantiv tauchen auf • Die normale Verdrängung • Mit Kris: Die Frage der »organischen Verdrängung« • Die organischen Stadien der Sexualität • Das Modell der Analität • Eine Klammer zur Weitergabe erworbener Merkmale • Schwierigkeiten der Phylogenese • Zur Frage der Stadien der Sexualität • Die Nachträglichkeit im Brief vom 14. November 1897, • Erscheinen des Begriffs, Rückschritt beim semantischen Inhalt • Biologisierende Auffassung des Triebes: Die Kleinianer
  • 23. Januar 1990: S. Isaacs und die Sprache des Triebes • C. F. Meyer: Der Page von Gustav Adolf • Die Traumdeutung: Ein grundlegender Text für die Nachträglichkeit • Über Deckerinnerungen • Einleitung zum »Wolfsmann«
  • 30. Januar 1990: Zeitlichkeit der »Fall«-Erzählungen • Sich auf die Probleme der Nachträglichkeit beschränken • Drei einfache chronologische Orientierungspunkte • Nachträglichkeit des Lebens und Nachträglichkeit der Analyse • Zwischen Freud und Jung • Rekonstruktion der Urszene • Die Freud’sche Methode • Wiederkehr der Traumatheorie • Der Traum als Zeit des Traumas … • … wenn nicht sogar der Verführung • Fragen und Antworten
  • 6. Februar 1990: Die Frage der Verführung bleibt unbearbeitet • Das »Zurückphantasieren« • Lücke und Puzzle • Freuds plötzlicher Zweifel und eine neue zusammengesetzte Hypothese • Zwei neue Diskussionsrichtungen … • … darunter die der »Urphantasien« • … in die die Phylogenese mündet • Freud ernst nehmen • … um ihn zu kritisieren • Materielle Realität und Phantasie ohne einen dritten Terminus? • Der dritte Ausdruck: Vorgeschichte
  • 13. Februar 1990: Zwei unterschiedliche Rekurse auf die Phylogenese • Die »Urphantasie« oder aber die »gute Szene«? • Lückenhafte Darstellung oder rätselhafte Botschaft? • Der Niedergang der übersetzerischen Theorie • Die Nachträglichkeit: Nicht bei einer einzigen Person, sondern zwischen Botschaft und Übersetzung

Appendix: Auszüge aus dem »Wolfsmann«: I. Der Traum und seine Urszene • II. Zusammenfassungen und Probleme // Literatur

Der Autor

Jean Laplanche, * 21.6.1924   † 6.5.2012, besuchte die Ecole normale supérieure und studierte Philosophie. Er begann 1947 eine Analyse bei Jacques Lacan und studierte anschließend Medizin. Nach seinem Bruch mit Lacan 1964 gründete er mit anderen die Association psychanalytique de France. Zusammen mit J.-B. Pontalis verfasste er »Das Vokabular der Psychoanalyse« (1967). Von 1970 bis 1993 war er Professor an der Universität Paris VII und entwickelte in seinen Vorlesungen (»Problématiques«, Bände I bis VII) die allgemeine Verführungstheorie. Er war wissenschaftlicher Leiter der neuen Freud-Übersetzung ins Französische, die seit 1989 publiziert wird. 1995 erhielt er den Mary S. Sigourney Award.

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