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Lob der Narrheit (Laus stultitiae)

Auf 300 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe, gebunden in Halbpergament im Originalschuber

Details

Verlag Faber & Faber
Auflage/ Erscheinungsjahr 2005
Format 25,5 × 17,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Orig.-Halbpergamentband
Seiten/ Spieldauer 187 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-004245

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128,00 €


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Bei der SFB-Kunstabteilung die limitierte Vorzugsausgabe in der Gestaltung von Gabriele Mucchi in einem galeriefrischen Archivexemplar.

Textprobe

Das Lob der Torheit - Eine Stilübung des Erasmus von Rotterdam
Die Torheit tritt auf und spricht:

"Mögen die Menschen in aller Welt von mir sagen, was sie wollen – weiß ich doch, wie übel von der Torheit auch die ärgsten Toren reden –, es bleibt dabei: mir, ja mir allein und meiner Kraft haben es Götter und Menschen zu danken, wenn sie heiter und frohgemut sind.

Das beweist ihr selber schon zur Genüge; denn sowie ich vor eure große Gemeinde trat, ging augenblicklich über jedes Gesicht ein ganz ungewöhnlicher, überraschender Schein, munter schnellten die Köpfe empor, und ein so ungehemmtes helles Gelächter schallte mir entgegen, daß mich wahrhaftig deucht, es sei euch allen, die ich von nah und fern versammelt sehe, homerischer Götterwein, gewürzt mit Vergißdasleid, zu Kopfe gestiegen, und saßet doch vorher so bedrückt und verängstigt da, als kämet ihr eben aus des Trophonius Höhle.

Aber, wie es allemal der Welt im Frühling geht – sobald die Sonne ihr schönes goldenes Antlitz der Erde wieder enthüllt oder nach dem bösen Winter der neue Lenz mit schmeichelndem Zephyr die Fluren fächelt, steht über Nacht die ganze Natur in neuem Gewande, in neuen Farben, in neuer Jugend da –, so hat sich im Nu, sobald ich mich blicken ließ, euer ganzes Wesen verwandelt, und was gewiegte Redner mit einer langen und wohlstudierten Ansprache kaum zustande bringen – ich meine, die schlimmen Sorgen verscheuchen –, ist mir mit dem ersten Schritt vor euch hin gelungen. (...)"

Aus einer Rezension von Susanne Mack zu dieser Ausgabe im Deutschlandradio Kultur vom 5. Juli 2006

"Also, das hier ist eigentlich eine Schmähschrift gegen den Durchschnitts -Intellektuellen: auch gegen den Durchschnitts-Universitäts-Professor, wie Erasmus ihn beschreibt: blutleer, feige und humorlos. Der sich, anstatt zu leben, aufs Grübeln verlegt und anderer Leute Bücher wiederkäut. Solche Leute kennt Erasmus anscheinend zur Genüge, und er kann sie nicht leiden. Er schwärmt lieber für die kreativen Verrückten, für ihre "himmlische Narrheit".

" Und was ist mit dem zweiten Teil der Rede? Mit der "höllischen Narrheit" – gegen wen geht’s da? "

Zuerst gegen den Aberglauben, der sich in der Kirche breit gemacht hat. "Unser christlicher Glauben ist verkommen zur Götzenanbetung", schreibt Erasmus. Statt Christus zu verehren, fällt man auf die Knie vor den Bildern ungezählter Heiliger: einer soll gegen Zahnweh helfen, ein anderer gegen eine böse Schwiegermutter, ein dritter soll eine kalte Geliebte erwärmen. – Da regt sich Erasmus mächtig auf. Auch über die Anbetung einer "Heiligen Mutter Gottes", die ihren Sohn angeblich als Jungfrau zur Welt gebracht hat. – Ein solches Dogma erscheint dem Erasmus vollkommen "närrisch". Genauso wie der Ablasshandel.

" Das war eine revolutionäre Schrift , damals um 1500 … "

Ja, unbedingt, und es war gefährlich, so zu reden. Da konnte man schnell auf dem Scheiterhaufen landen. Erasmus kritisiert gar vieles, was Martin Luther später auch aufs Korn genommen hat, er war ja anfangs auch pro Luther, hat sich aber dann mit ihm zerstritten. Er wollte keine Kirchenspaltung und vor allem keinen Glaubenskrieg, den hat er vorausgesehen.

" Wer soll das Buch lesen?"

Das ist was für Leute mit Interesse an Geistesgeschichte. Für Leser, die schon immer mal wissen wollten, wie ein Renaissance-Mensch den Typus "Rennaissance – Mensch" beschreibt. Und außerdem für Leute, denen es nicht egal ist, welche Ausgabe eines Textes sie lesen. Das hier ist nämlich ein besonderes Buch.

" Wie sieht das Buch aus? "

Vornehm. Es steckt in einem Schmuckschuber und ist in feinem Regent-Leinen gebunden. Vorn ist eine Tuschzeichnung drauf: Erasmus beim Schreiben. Von Gabrielle Mucchi , einem italienischen Künstler. Das Buch lebt auch von seinen Zeichnungen: köstlich, spöttisch, lebensnah – die haben Klasse. Für Freunde mit Interesse an Geistesgeschichte und einem Sinn für schöne Bücher ist das hier sicher ein willkommenes Geschenk."

Lieferbarkeitshineweis

Bei der Kunstabteilung der SFB als ein galeriefrisches und originalverpacktes Archivexemplar verfügbar; beim Verlag vergriffen.

Rezensionen

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