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Knabenraub

Original-Lithographie (Werkverzeichnis Steckner, Nr. 224)

Details

Auflage/ Erscheinungsjahr 1924
Format 35,0 × 27,0 cm (Motiv), auf Bütten
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Original-Lithographie
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-000919_galerie-g

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Zu dieser Arbeit

Farblithographie. Motiv des Knabenraubes, veröffentlicht zs. mit »Königlicher Garten Athen« in: Die Schaffenden, 5. Jahrgang, 2. Mappe, 1925. Skizziert im Tagebuch, Band II, 18.10.1923; Ausstellung Charles Crodel. University of Louisville, 1958, Nr. 19. Berlin, Staatliche Museen. WVZ-Nr. 224 (Steckner, Cornelius, Charles Crodel. Das graphische Werk 1919-1960, München, S. 100).

Zum Erhaltungszustand

Unser Blatt in der höchst seltenen handcolorierten Variante und in einem altersgemäß sehr guten Zustand. Vom Künstler signiert und datiert.

Über den Künstler und sein Werk

Carl Fritz David Crodel, genannt Charles Crodel, wuchs in Marseille als Sohn des dortigen Konsuls und Meeresbiologen Richard Crodel auf und studierte nach dem Schulabschluss in Jena 1914 bei Richard Riemerschmid in München.

Der Jenaer Kunstpädagoge Christoph Natter machte ihn mit der Malerin Elisabeth von Fiebig bekannt, die Crodel 1918 heiratete. Seit 1915 war Crodel an der Universität Jena in den Fächern Archäologie sowie Kunstgeschichte eingeschrieben. Er war befreundet mit dem Archäologen Herbert Koch, mit Justus Bier und Erich Schott und war Vorstandsmitglied des Jenaer Kunstvereins. Für den Kunstverein verfasste Crodel das Urverzeichnis der Graphikstiftung Ernst Ludwig Kirchners, während er seine eigene Druckwerkstatt aufbaute.

Ein Grundzug von Crodels Werk stellt die Auseinandersetzung mit der anschaulichen Bildsprache seit der Antike in technischer und ikonographischer Hinsicht dar; in seinen kunstwissenschaftlichen Vorlesungen sprach Crodel daher auch später »Über Thomas Mann als Maler«. Befreundet mit Gerhard Marcks, für den er auch druckte, wurde Crodel zunächst mit seinen Holzschnitten und Lithographien (1923 Erwerbungen durch das Kupferstichkabinett der Berliner Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts der Bibliothèque Nationale, Paris), dann aber durch seine frühen Wandmalereien bekannt (1924 Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1925 Hospital am Schottenring, Erfurt).

1927 berief die Stadt Halle (Saale) Crodel als Lehrer für Malerei und Graphik an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Dort baute Crodel die Werkstätten für Wandmalerei und die Graphikwerkstätten für Radierung mit Rudolf Baschant und Lithographie mit Walter Herzger als Mitarbeitern auf. Vorlesungen über Kunstgeschichte ergänzten den Unterricht. Es entstanden in Fortführung von Motiven Carl Friedrich Schinkels Wandbilder für Bad Lauchstädt, die Universität Halle (1928 die Improvisationen über Leben und Tod mit Motiven des Zweiten Weltkrieges und aus dem Werk des Francisco de Goya in der Burse zur Tulpe und 1931 den Wettlauf der Atalante im Gymnastiksaal in der Moritzburg (Halle), heute ›Crodel-Halle‹), die Juryfreie Kunstausstellung Berlin und die Berliner Bauausstellung 1932. In diesem Jahr erhielt Crodel auch den Villa-Romana-Preis.

Bereits 1930 wurden im Weimarer Schloßmuseum Werke von Barlach, Crodel, Dexel, Feininger, Kandinsky, Kirchner, Klee, Kokoschka, Lehmbruck, Marc, Marcks, Minne, Moltzahn, Schlemmer, Schmdt-Rottluff magaziniert »also entscheidende deutsche Kunst der Gegenwart.« (Das Kunstblatt, 14, 1930, S. 379). Im Sommer 1933 stand Crodels Werk im Zentrum der Berliner Kunstauseinandersetzungen, wobei seine Monumentalarbeiten für Bad Lauchstädt auf Anordnung der Landeshauptmanns Kurt Otto öffentlich verbrannt und vernichtet wurden (zum Goethejahr 1932 entstanden im Rahmen der Erneuerung der Kuranlagen durch die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein unter Leitung des Architekten Hans Wittwer) sowie die Wandmalereien in der der Burg Giebichenstein und im Standesamt Süd in Halle.

In der Folgezeit suchte sich Crodel neue Arbeitsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit Kirche, Post und Industrie. Nach seinen Entwürfen führte Ehefrau Elisabeth Crodel geb. von Fiebig, die selbst Malerin war, Bildteppiche aus. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Berlin, entstanden Mosaiken, Glasschliff und Glasmalereien z.B. für das von Hans Scharoun erbaute Privathaus des Galeristen Ferdinand Möller, das Landhaus von Gerhard Marcks oder Werksbauten von Ernst Neufert für die Vereinigten Lausitzer Glaswerken (VLG). Dort wirkte Crodel als Maler und Dekordesigner mit Wilhelm Wagenfeld zusammen sowie in Berlin mit den von Hedwig Bollhagen gegründeten HB-Werkstätten für Keramik bis 1973.

Bis zur Zerstörungswelle von 1936 (Vernichtung der Fresco-Secco-Wandmalereien in der Universität Halle) war Crodel mit drei Werken in der Neuen Abteilung der Berliner Nationalgalerie im Kronprinzenpalais vertreten. Die Aktion Entartete Kunst von 1937 erfasste allein im Angermuseum Erfurt 30 Arbeiten.

1945 wurde Crodel von Mart Stam an die Hochschule für angewandte Kunst in Dresden berufen, wenig später an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin der ›Lehrstuhl Crodel‹ eingerichtet. Bis 1951 war Crodel erneut Lehrer an der Burg Giebichenstein, wechselte an die Akademie der Bildenden Künste München und lehrte in den USA an der Penn State University und der University of Louisville.

Crodels Schaffen konzentrierte sich auf ganze Gebäude erfassende architekturgebunde Werke durch raumbindende 'textile' Konzepte von Gesamtverglasung und Wandmalerei (Katharinenkirche Frankfurt, Stadtkirche Friedberg), in einigen Fällen ergänzt durch zum Gesamtkonzept gehörende Tapisserien und Emailarbeiten. Die Glasmalerei ist seit Mitte der Fünfziger Jahre wie von Anfang an seine Keramik stets eigenhändig in der Qualität von Aquarellen.«

(Quelle: Wikipedia)

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