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Uhrynowicz, Jan (Illustrationen) (Hg.)

Jossel Rackower spricht zu Gott

Unter Mithilfe von David Kohan aus dem Jiddischen übersetzt von Anna Maria Jokl. - Limit. VORZUGSAUSGABE

Details

Verlag Edition Tiessen, Neu Isenburg
Auflage/ Erscheinungsjahr 1985
Format 23 × 32,3 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung kartoniert im Schuber
Seiten/ Spieldauer unpag., 16 Bögen
Abbildungen Mit 3Original-Linolschnitten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-008439_VZ

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»›Ich, Jossel, Sohn des David Rackower aus Tarnopol, ein Nacheiferer des Gerer Rabbi und Nachkomme der großen Zaddikim aus den Familien Rackower und Meisels, schreibe diese Zeilen, während das Warschauer Ghetto in Flammen steht; das Haus, in dem ich mich befinde, ist eines der letzten, das noch nicht brennt …

... Sollte jemand die Zeilen finden und lesen, so mag er vielleicht das Gefühl eines Juden verstehen, eines von Millionen, der gestorben ist verlassen von Gott, an den er so stark glaubte … Vor meinem Tode will ich als ein Lebender zu meinem Gott sprechen, wie ein einfacher, lebendiger Mensch, der den großen, aber unglückseligen Vorzug hatte, ein Jude zu sein … Du sagst vielleicht, es sei jetzt keine Frage von Strafe und Sühne, daß Du nur Dein Gesicht abgewendet hast. Ich will Dich fragen, Gott, und diese Frage versengt mich wie ein verzehrendes Feuer: was soll denn noch geschehen, damit Du uns Dein Gesicht wieder zuwendest?! … Ich kann Dich nicht loben für die Taten, die Du duldest. Ich segne aber und ich lobe Dich für Deine schreckliche Größe, die gewaltig sein muß, wenn selbst das, was jetzt geschieht, auf Dich keinen Eindruck macht. Und eben weil Du so groß bist und ich so klein, bitte ich: Ich warne Dich, um Deines Namens willen! Höre auf, Deine Größe zu beweisen, indem Du die Unglücklichen schlägst! …‹

Der Verleger der Edition Tiessen, Wolfgang Tiessen (1.01.1930; † 26.10.2017)

»Von einem Hiob-Schicksal wird hier in erregender Nüchternheit berichtet; von einer Grenzsituation, in deren Feuer Glaubenspositionen ›gnadenlos‹ geprüft und gehärtet werden. Ein außerordentlicher, ja: ein ungeheuerlicher Text von geradezu alttestamentarischer Unerbittlichkeit. ›Das Echo auf die erste Sendung am 15. Januar 1955‹, schrieb Anna Maria Jokl, der wir die kongeniale Ubersetzung verdanken, ›war so ungewöhnlich, daß man sich nicht des Eindrucks erwehren konnte, in diesem Lande und eben hier habe das Manuskript seine Mission zu erfüllen.‹ Der Text wird erstmals in einer eigenen Publikation vorgelegt. Die Frage, ob ihm eine graphische Stimme antworten darf, hat fraglos grundsätzliche Berechtigung. Nach reiflicher Uberlegung habe ich Jan Uhrynowicz (Jahrgang 1943), einen polnischen Künstler, mit der Aufgabe betreut. Wir konnten uns nur brieflich kennenlernen, die Zusammenarbeit wurde durch die Ungunst der Verhältnisse nicht eben erleichtert, uns wurde viel Geduld abverlangt. Nun gewinne ich Abstand und finde: es hat sich gelohnt.«  (Wolfgang Tiessen, 1985)

Zu dieser Vorzugsausgabe

  • 38. Druck der Edition Tiessen. 19856. Druck der Edition Tiessen. 1988.
  • Mit 3 Linolschnitten von Jan Uhrynowicz
  • Handsatz aus der 14p Original-Janson-Antiqua.
  • Umfang: 16 Seiten, 2 Blatt
  • Format: 23 x 32,3 cm.
  • Papier: Büttenpapier Vélin d’Arches.
  • Einbandgestaltung: Fadengeheftete Broschur (unter Verwendung eines einem Linolschnitt entnommenen Motivs von Jan Uhrynowicz)
  • Auflage: Limitiert auf 60 nummerierte und signierte Exemplare der Vorzugsausgabe aus einer Gesamtauflage von 175 Exemplaren.
  • Besonderheit: Der Vorzugsausgabe liegen drei Original-Linolschnitte des Künstlers bei
  • Im Impressum vom Künstler signiert.
  • Zustand: Galeriefrisches Exemplar.

Der Autor

Zvi Kolitz, wurde 1912 in Alytus, Litauen, als Sohn eines hochangesehenen Rabbiners geboren. Zusammen mit seiner Mutter und 7 Geschwistern floh er 1937 vor dem sich ausbreitenden Antisemitismus über Deutschland nach Italien. Seine Familie zog weiter nach Palästina, er selbst blieb in Italien und studierte Geschichte in Florenz. 1940 erreichte er Jerusalem, wo er sich in verschiedenen jüdischen Bewegungen engagierte. Als Abgesandter des zionistischen Weltkongresses reiste er nach Basel und Buenos Aires. Später arbeitete er unter anderem als Journalist, Werber, Redner, Filmemacher, Produzent sowie Lehrer und lebte, trotz festem Apartment in Tel Aviv, viele Jahre mit Frau und Kind in Hotelzimmern aller Welt. Zvi Kolitz starb 2002 in New York.

Stimmen zur Edition Tiessen (1977-2007)

»Diese Pressendrucke zeichnen sich allesamt durch eine ans Wunderbare grenzende Stimmigkeit in Text, Schrift, Druck, Papier, Einband und Illustration aus. Den Literaturfreund begeistert, daß der Text nicht hinter seiner künstlerischen Aufbereitung ­verschwindet, sondern durch sie erst seine gültige Gestalt gewinnt.«

Adolf Fink, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Wolfgang Tiessen begann 1977 ein Werk zu ­verwirklichen, das zu den Ausnahme­erscheinungen in der Welt der Bücher gehört.«

Rainer Hoffmann, in: Neue Zürcher Zeitung.

Der Verleger

Wolfgang Tiessen (* 1. Januar 1930 in Königsberg; † 26. Oktober 2017) war ein deutscher Buchgestalter und Verleger und der Herausgeber der Edition Tiessen in Neu-Isenburg.

Leben: Nach dem Besuch von Gymnasien in Königsberg, Berlin und Detmold begegnete Tiessen 1947 in Detmold dem Buchgestalter Gotthard de Beauclair. 1949 bis 1951 machte er eine Schriftsetzerlehre bei Scherpe in Krefeld. 1952 war er Schriftsetzer in der Hausdruckerei der Schriftgießerei D. Stempel AG in Frankfurt am Main und von 1953 bis 1960 Mitarbeiter von de Beauclair für den Insel-Verlag, der D. Stempel und deren Trajanus-Presse.

1960 war er für eineinhalb Jahre verantwortlich für die buchkünstlerische Seite des Insel-Verlags während der Zeit, als de Beauclair dessen Verlagsleiter war. 1962 kam es zur Gründung der Versandbuchhandlung „Wolfgang Tiessen. Moderne Buchkunst und Graphik“. Deren Katalog „Rundbrief für Freunde moderner Buchkunst und Graphik“ erschien in insgesamt 36 Ausgaben. 1963 heiratete er Gisela Schwarz van Berk. 1968 folgte der Umzug der Buchhandlung nach Neu-Isenburg; die ersten Bände von „Die Buchillustration in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1945“ erschienen im selben Jahr. Es folgten weitere vier Bände, der letzte 1989. 1977 erschienen die ersten Bücher der Edition Tiessen, die wie alle folgenden vom Verleger mit der Hand aus der Original-Janson-Antiqua gesetzt wurden. 1987 erschien ein letzter Rundbrief, die Arbeit blieb nun auf den Verlag konzentriert. 1995 erschien der 80. und letzte Druck der Edition Tiessen. 2007 erfolgte die Übergabe des Verlagsarchivs an die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Wolfgang Tiessen lebte in Neu-Isenburg.

Quelle: Wikipedia

Lieferbarkeit /Erhaltungszustand

Bei der SFB-Kunstabteilung ist diese Liebhaberausgabe in einem galeriefrischen Exemplaren verfügbar.

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