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Göring, Hugo (Hg.)

Joseph Jacot`s Universal-Unterricht

Eine Auswahl aus dessen pädagogischen Schriften nebst den bedeutendsten Berichten seiner Zeitgenossen

Details

Verlag Vlg. von A. Pichler`s Witwe & Sohn, Wien
Auflage/ Erscheinungsjahr 1883
Format 13,2 × 29,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OLn. mit geprägtem Titel
Seiten/ Spieldauer LXXXVIII, 362 Seiten
Reihe Pädagogische Klassiker, Band 10
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-007158

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„Die Erklärung ist nicht nötig, um einer Verständnisunfähigkeit abzuhelfen. Diese Unfähigkeit ist im Gegenteil die strukturierende Fiktion der erklärenden Auffassung der Welt. Der Erklärende braucht den Unfähigen, nicht umgekehrt. Er ist es, der den Unfähigen als solchen schafft. Jemand etwas zu erklären, heißt ihm zuerst zu beweisen, dass er es nicht von sich aus verstehen kann.“

Jean J. Jacotot

Inhalt des Bandes

Über den Autor

Jean Joseph Jacotot (* 4. März 1770 in Dijon; † 30. Juli 1840 in Paris) war ein französischer Gelehrter und Begründer der nach ihm benannten Unterrichtsmethode.

Leben: Jacotot studierte am Collège seiner Vaterstadt. Nach erfolgreichem Abschluss folgten vielerlei Berufe welche er aber meist nur kurze Zeit ausübte; u. a. war er Rechtsanwalt, Professor der Humanitätswissenschaften, Kapitän der Artillerie, Sekretär im Kriegsministerium, stellvertretender Direktor und später Dozent für Mathematik einer École polytechnique und zuletzt Professor der französischen Sprache und Literatur an der Reichsuniversität Löwen.

1830 quittierte Jacotot sein Amt an der Universität in Löwen, kehrte nach Frankreich zurück und ließ sich in Paris nieder.

Unterrichtsmethode: Seit 1818 trat Jacotot in Löwen mit seiner Methode des Universalunterrichts hervor, die viele Anhänger, besonders in Belgien, Frankreich und der Schweiz, aber auch gewichtige Gegner, namentlich in Deutschland (Alberti, Chr. Schwarz u. a.), fand. Jacotot war durch Zufall zu seiner neuen Methode gelangt. Nicht des Niederländischen mächtig, hatte er an der Universität von Löwen Studenten zu unterrichten, die wiederum kein Französisch verstanden. Als brauchbare Brücke erwies sich eine zweisprachige Ausgabe des Telemach von François Fénelon. Die Studenten erwiesen sich als fähig ohne weitere Erklärung durch das Studium des Textes und seiner Übersetzung das Funktionieren der französischen Sätze zu verstehen und über den Inhalt auf Französisch zu sprechen. Diese überraschende Erfahrung wurde zum Impuls für die Ausarbeitung seiner Methode und die Infragestellung grundlegender Annahmen der Pädagogik.

Jacotot ging von den Sätzen aus „Alle Menschen haben gleiche Intelligenz“ und „Alles ist in allem“. Er suchte das Ganze der menschlichen Intelligenz in jeder intellektuellen Erscheinung.

Die Annahme der intellektuellen Gleichheit wird von Jacotot selbst als Annahme gekennzeichnet. Er setzt sie nicht als neues Dogma der alten Doxa von der intellektuellen Ungleichheit entgegen, sondern zeigt, dass sie zu völlig anderen pädagogischen und politischen Konsequenzen führt.

Jacotots Methode erwies sich als sehr effektiv. Für Jacotot selbst ging es aber nicht darum, eine bessere Methode des Lesenlernens zu entwickeln, sondern darum, die Menschen intellektuell zu emanzipieren.

In der Rezeption wurde Jacotots Methode auf eine bloße Leselehrmethode reduziert und so um ihre kritische Pointe gebracht. In Deutschland fand die so reduzierte Methode Jacotots seit 1840 Eingang durch Karl Seltzsam in Breslau und später in etwas veränderter Gestalt (auf Normalwörter begründet) durch Karl Vogel in Leipzig, der selbständig zu ähnlichen Grundsätzen wie Jacotot gelangt war.

Quelle: Wikipedia

Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB ein seltenes Exemplar der kommentierten Auswahl-Werkausgabe der pädagogischen Schriften Jacotots als ein für sein Alter noch gut erhaltenes Exemplar aus den Beständen einer Bibliothek mit einem entsprechenden "Ausgeschieden"-Stempeleindruck auf dem Vorsatzblatt. Innen ohne Anstreichungen, Anmerkungen o.ä, das Papier altersbedingt nur gering nachgedunkelt. - Sehr selten.

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