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Infokratie

Digitalisierung und die Krise der Demokratie

Details

Verlag Matthes & Seitz Berlin
Auflage/ Erscheinungsjahr 22.07.2021
Format 18 × 9,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 100 Seiten
Reihe Fröhliche Wissenschaft
ISBN 9783751805261

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»Früher hatten nur Verbrecher ein Profil.«

Zu diesem Band der Reihe

›Digitalisierung‹, von ins Alter gekommenen kleinen Jungs für inzwischen praktisch alle Lebensbereiche und -probleme als das Wundermittel schlechthin imaginiert und mantrahaft wie eine neue Heilslehre propagiert, setzt seinen Siegeszug rasant fort. Niemand mehr kann sich heute gänzlich den das smarte Leben verheißenden elektronischen Errungenschaften entziehen, die aus den supranational agierenden Technologiekonzern dank der Heerscharen der dort in Lohn und Brot stehenden intelligenten Programmierern und Systemanalytikern ersonnen, gepusht und von den Daddys an den Firmenspitzen als alternativlos /unverzichtbar verkauft werden.

Die Macher selbst, inzwischen aber auch ein großer Teil der Bevölkerung, - User oder Konsumenten genannt -, sind benommen, geradezu besoffen von den vielen schönen Anwenungsmöglichkeiten und befinden sich nicht selten in einem permanenten Kommunikations- und Informationsrausch. Gleichzeitig bemerken, spüren immer mehr Menschen auch ein Unbehagen, eine Ohnmacht angesichts des permanent auf alle hereinbrechenden Informations-Tsunamis, der mit dem Dauerfeuer und Wust an News, Nachrichten, Fakes und sachlichen Informationen die Hirne unentwegt befeuert. Ständig unter Datenbeschuß zu stehen, nicht mehr wirklich abschalten zu können, und dem ununterbrochenen Informationsimput keine Grenzen setzten und für die Datenanalyse über keine hinreichenden Kriterien zu verfügen, bedeutet Stress.

Die ausgeklügelten Informationstechnologien erfassen inzwischen auch den Bereich des Gemeinwesens, des Politischen und führen dort zu Verwerfungen. Was wir jüngst in den USA gesehen oder beim Brexit der Briten bestaunt haben, war das Ergebnis einer Propagandaschlacht, die mit ziemlich allen Mitteln, insbesondere diesen ´neuen Medien`, geführt werden: ´Social Bots`, Troll-Armeen, die in gesellschftliche Debatten und auch Wahlkämpfe eingreifen. Mittels digitaler Psychometrie und Psychopolitik wird permanent daran gearbeitet, das politische Verhalten ebenso wie längst schon das Kaufverhalten der Menschen mit immer ausgeklügelterer Technologie nicht nur zu beeinflussen, sondern idealerweise  punkt- oder auftragsgenau beliebig zu steuern. ... Brave New World?

Byung-Chul Hans aktueller Essay beschreibt die heutige Krise der Demokratie, indem er sie auf den digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit zurückführt. Han gibt der Krise einen Namen: Infokratie und verortet sie im Informationsregime als neue Herrschaftsform. 

Byung-Chul Han, 1959 in Seoul geboren, studierte in Freiburg im Breisgau und München Philosophie, deutschsprachige Literatur und katholische Theologie. Er war Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Seine Publikationen, die sich u. a. mit der Kritik am Neoliberalismus beschäftigen, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ohne dass es in Deutschland zur Kenntnis genommen worden ist, hat sich Byung-Chul Han inzwischen zu einem Philosophen internationalen Ranges entwickelt: »Der meistgelesene lebende deutsche Philosoph der Gegenwart ist Koreaner: Byung-Chul Han.« (El Pais)

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