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Im Getümmel der Welt

Alexander Mitscherlich – Ein Porträt

Details

Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
Auflage/ Erscheinungsjahr 20.08.2008
Format 24 × 17 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 623 Seiten
Abbildungen 35 Abb.
ISBN 9783525404089

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Zu diesem Buch

Alexander Mitscherlich, der im September 2008 hundert Jahre alt geworden wäre, gehörte zu den markantesten Persönlichkeiten, die der geistigen Physiognomie der Bonner Republik ihren Stempel aufgedrückt haben. Als Mediziner und Wissenschaftler trug er entscheidend dazu bei, die Psychosomatik und die Psychoanalyse im Nachkriegsdeutschland institutionell zu verankern. Als Publizist traf er nach dem Ende der Adenauer-Ära mit seinen Bestsellern 'Medizin ohne Menschlichkeit', 'Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft', 'Die Unwirtlichkeit unserer Städte' und 'Die Unfähigkeit zu trauern' neuralgische Punkte. Und als öffentlicher Intellektueller entwickelte er sich aus dem antidemokratischen Milieu der Weimarer Republik heraus zu einem streitbaren Demokraten, der mit Leidenschaft zu den brennenden Problemen der Zeit Stellung bezog.

Timo Hoyer verfolgt den Werdegang von Deutschlands bekanntestem Psychoanalytiker von der Kindheit an bis zu dessen Tod 1982. Das Porträt von Mitscherlichs intellektueller Entwicklung, seines wissenschaftlichen Wirkens und seines gesellschaftlichen Engagements ist zugleich das Porträt einer Epoche. Zahlreiche erstmals veröffentlichte Quellen und Abbildungen machen diese Biographie einzigartig.

Aus dem Inhalt

Kap. I. ENGAGEMENT UND WISSENSCHAFT

  1. Auszug aus dem Elfenbeinturm 
  2. Das Verhältnis zur SPD: Solidarität und Entsetzen
  3.  »Man muss also auch Politik treiben« – Politisierung Mitscherlichs
  4. 1945 und davor – 1945 und danach
  5. Politisierung der Psychoanalyse

Kap. II: WEGE ZUR HUMANITÄT

  1. Humane Medizin 
  2. Humane Gesellschaft
  3. Humane Erziehung.

Kap. III: BILDUNGSPROZESSE

  1. »Prägungsperioden« 
  2.  Schule und Studium.

Kap. IV: IM SCHATTEN DES HAKENKREUZES

  1. Verlagsgeschäfte und politische »Pfadsuche« 
  2. Kurs auf Medizin 
  3. Kurs auf Psychoanalyse.

Kap. V: ABLÖSUNG VON DEN ERSATZVÄTERN

  1. Ernst Jünger – Briefe der Entfremdung 
  2. Ernst Niekisch – Sturz des Mentors 
  3. Viktor von Weizsäcker – der Generalprotektor.

Kap. VI: NACHKRIEGSJAHRE

  1. Enttäuschender Beginn einer neuen Epoche 
  2. Trauer und Zuversicht 
  3. Oktroi der Sieger 
  4. Auf politischen Pfaden
  5. Vom Dreizehnerausschuss in die Zivilverwaltung
  6. »VOX« -Freier Sozialismus 
  7. Auf Wissenschaftspfaden 
  8. »Wenn ich es erlebe werde ich jetzt sogar in 5 Jahren Professor« 
  9. Projekt Jugendsiedlung 
  10. Arbeitsorte

Kap. VII: GRÜNDUNGSGESCHICHTEN

  1. Die »Psyche« 
  2. Die Klinik für Psychosomatische Medizin 
  3. Die Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche.

Kap. VIII: AUFBAU DER BONNER REPUBLIK

  1. Etablierung eines Unangepaßten 
  2. »Der Lehrstuhl in Heidelberg streift das Wunderbare«
  3. Außenseiter und Aushängeschild: Mitscherlich und die DPV 
  4. Auslandserfahrungen:USA 1951 und London 1958/59 
  5. In der Frankfurter Schule 
  6. Die Sigmund Freud Gedächtnisveranstaltung 
  7. Das Sigmund-Freud-Institut

Kap. IX: BERICHTERSTATTER DES BÖSEN

  1. Zum Nürnberger Ärzteprozess 
  2. Im Auftrag der Ärztekammern 
  3. Im Streit mit den Ärzten 
  4. In der Versenkung verschwunden 
  5. Die Wiederkehr des Verdrängten

Kap. X: IM ZENIT

  1. Berufung 
  2. Der alte Doktor unter den Philosophen 
  3. Der Professor und die Protestbewegung 
  4. Bestseller Zur »Vaterlosen Gesellschaft«, Über »Die Unfähigkeit zu trauern«, Von der »Unwirtlichkeit unserer Städte« 
  5. Vor laufenden Kameras 
  6. Der Fall Barzel

Kap. XI: SCHLUSSPUNKTE

  1. Herbstzeit 
  2. Am Rande der Leistungsfähigkeit 
  3. Aus allen Ämtern heraus 
  4. Krankheit als Konflikt.

Über den Autor

Priv.-Doz. Dr. phil. Timo Hoyer ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main.

Rezensionen

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