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Groenewold, Sabine (Hg.)

Heimat, eine Plombe

Rede im November 1994 in Wien. Mit einem Essay von Peter Paul Zahl

Details

Verlag EVA Europäische Verlagsanstalt
Auflage/ Erscheinungsjahr 21.03.1996
Format 19,5 × 11 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 72 Seiten
Gewicht 143
Reihe EVA reden, Band 21
ISBN 978-3-434-50121-3

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Zu diesem Buch

Der Schriftsteller und Begründer der Ethnopsychoananlyse über das Spannungsverhältnis von Heimat und Fremde.

»Fritz Hochwälder, ein junger Tapezierergeselle aus Wien, ist 1938 als jüdischer Flüchtling in die Schweiz gekommen. Nach der Entlassung aus dem Lager ist er der bedeutende und erfolgreiche Dramatiker geworden. Er hat bis zu seinem Tod mit 75 Jahren in Zürich gewohnt. Oft hat er seinen Abscheu vor dieser kalten und engstirnigen Stadt ausgedrückt, böse und ironisch, nie klagend. Bis ich ihn einmal fragte: »Warum gehst du nicht fort? Alles was du zum Leben brauchst, ist deine Schreibmaschine. Die ist leicht mitzunehmen«. »Das ist es ja«, sagte er, »überall fühl' ich mich besser als hier. Bin ich vierzehn Tage in Wien, hab' ich wieder mein Kaffeehaus, die Freunde und bin ein Wiener. Paris habe ich ausprobiert, da hat es etwas länger gedauert, so drei vier Wochen, und ich war an der rive gauche zu Hause«. Sogar aus London, wohin er zur englischen Uraufführung seines Dramas »Reich Gottes auf Erden« gefahren ist, reiste Fritz Hochwälder bald fluchtartig ab. »Du weißt ja, ich spreche nur ein paar Worte englisch, aber ich kam im Fernsehen, ich hatte gleich mein pub, alle kannten mich dort, und ich hab' gespürt, du mußt weg.«

Hochwälder ging es in seinen Stücken immer um eines: um die Gerechtigkeit. Wenn es um Gerechtigkeit geht, muß der Dichter den Ort und die Epoche aufsuchen, wo Gerechtigkeit als ein gewachsener Fels gerade noch herausragt, aus dem trüben Schlamm. Im dramatischen Ablauf steht dann der Fels, an dem sich alles bricht, vor aller Augen da. Um diesen Ort in jener Zeit zu finden, darf man nirgends »zu Hause« sein. Fritz Hochwälder meinte, das Heimatgefühl, das ihn so leicht ergriff, mache den Blick trüb wie ein schlammiger Regen. Ein Dichter, der so leicht einer Heimat verfällt und wegen seines Themas Heimatgefühle nicht brauchen kann, ist vielleicht kein geeigneter Zeuge.« (aus dem Text)

Aus dem Inhalt

  • Paul Parin: Heimat, eine Plombe - Rede am 16. November 1994 beim 5. Symposion der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache in Wien zum Thema »Wieviel Heimat braucht der Mensch und wieviel Fremde verträgt er«
  • Peter-Paul Zahl: Die Stätten meiner Kindheit

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB ein Archivexemplar; beim Verlag vergriffen.

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