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Giovanni Segantini

Ein psychoanalytischer Versuch - mit 2 Beilagen - [2. erweiterte Auflage]

Details

Verlag Franz Deuticke, Leipzig und Wien
Auflage/ Erscheinungsjahr 2. überarbeitete Auflage 1925
Format 24 × 16 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Obrosch.
Seiten/ Spieldauer 70 Seiten, 2 Blatt
Reihe Schriften zur angewandten Seelenkunde, Band 11
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-009364_AQ

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Zu dieser Arbeit des Autors

»Über Giovanni Segantinis Leben und Kunst besitzen wir eine Reihe kleinerer Skizzen und eine große, biographisch-kunstkritische Arbeit von Franz Servaes' Hand. Sie ist in dem monumentalen Segantini-Werk enthalten, das die österreichische Regierung herausgegeben hat, und überdies in einer Volksausgabe erschienen.

Servaes gibt eine nach jeder Richtung ausgezeichnete Charakteristik Segantinis, des Künstlers wie des Menschen. Es kann also nicht die Absicht der vorliegenden Schrift sein, die Schilderungen des genannten Autors zu übertreffen. Sie stellt sich Probleme auf anderem Gebiet: es gut nicht, die Eigenart Segantinis noch einmal darzustellen, sondern sie psychologisch zu erklären.

Die psychoanalytischen Forschungen S. Freuds und seiner Schule werfen ein neues Licht auf die typischen und individuellen Erscheinungen des Seelenlebens. Ausgehend von der Erforschung des Unbewußten vermochten sie auch über die Gesetze des künstlerischen Schaffens wichtige Aufschlüsse zu erbringen. Eine der neueren Arbeiten Freuds, betitelt »Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci«, hat — abgesehen von ihren sonstigen Ergebnissen — auch wichtige Einblicke in die künstlerische Individualität dieses Meisters eröffnet. Dagegen ist es bisher nicht unternommen worden, das gesamte Leben und die psychische Eigenart eines bildenden Künstlers unter den Gesichtspunkten der Psychoanalyse zu betrachten, in seinem künstlerischen Schaffen das Wirken unbewußter Triebkräfte nachzuweisen.

Unter den bildenden Künstlern unserer Zeit ragt Giovanni Segantini als machtvolle, selbständige Persönlichkeit hervor. Seine Entwicklung, sein äußeres und inneres Leben, seine Künstlerschaft, seine Werke sind von so ausgeprägter Eigenart, daß sie die Individualpsychologie vor eine ganze Reihe ungelöster Probleme stellen. Diese in das Licht der psychoanalytischen Betrachtung zu rücken, ist der Zweck der vorliegenden Schrift.

Es mag auffallen, daß es ein Arzt ist, der mit Hilfe dieser neuen Methodik das Seelenleben eines Künstlers zu analysieren versucht. Der Grund liegt in der Entwicklung der psychoanalytischen Forschung. Sie hat sich aus einem Verfahren herausgebildet, das ursprünglich den Zweck verfolgte, die unbewußten Wurzeln krankhafter Seelenzustände (der nervösen Zustände oder »Neurosen«) aufzusuchen. Und wenngleich die Psychoanalyse die enge Grenze dieses Anwendungsgebietes bald überschritten und sich als fruchtbare Forschungsmethode auf den verschiedensten Gebieten des Seelenlebens bewährt hat, so setzt sich doch der Kreis ihrer Anhänger aus dem erwähnten historischen Grunde bis heute noch vorwiegend aus Ärzten zusammen. Der Arzt, der eich mit der Analyse des Unbewußten beim Neurotiker vertraut gemacht hat, befindet sich anderen Beobachtern gegenüber wesentlich im Vorteil. Denn er begegnet beim Künstler einer Anzahl von psychologischen Eigenschaften, die ihm vom Neurotiker her geläufig sind; es handelt sich um solche Züge, die mit dem bewußten oder unbewußten Phantasieleben zusammenhängen.«

Aus dem Vorwort Karl Abrahams

Über den Autor

Karl Abraham (1877-1925) war Neurologe und Psychiater und als Schüler Freuds ein bedeutender Vertreter der Psychoanalyse. Abraham studierte Medizin in Würzburg und Berlin und promovierte in Freiburg im Breisgau. 1904-07 war er Assistent von Eugen Bleuler in Zürich. Während dieser Zeit wurde er von C. G. Jung mit der Psychoanalyse vertraut gemacht. Er war ein enger Vertrauter von Sigmund Freud und nahm an dessen 'Mittwochsvereinigung' in Wien teil, bevor er sich 1908 in Berlin als Nervenarzt niederließ. 1920 gründete er zusammen mit Max Eitingon das Berliner Psychoanalytische Institut. Er hat Freuds psychosexuelle Entwicklungstheorie um zusätzliche Phasen ergänzt. Des weiteren hat er sich aus psychoanalytischer Perspektive mit Traumsymbolik, Eltern-Kind-Beziehung, Ethnologie, Neurosen und Psychosen sowie Kunst beschäftigt.

Zum Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB die frühe Arbeit Karl Abrahams in der revidierten und ergänzten Auflage aus 1925 in einer sehr gut erhaltenen, unbeschnittenden Verlagsarchivausgabe verfügbar; der Broschureinband alters- und papierbedingt angerändert; innen bis auf wenige Bleistifteinträge absolut frisch und ungelesen; mit Verlagsstempeln

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