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Gefürchtete Begegnungen

Kritik der »negativen ­therapeutischen Reaktion« und klinisch-konzeptionelle Perspektiven

Details

Verlag Brandes & Apsel
Auflage/ Erscheinungsjahr 21.09.2017
Format 23,5 × 15,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 192 Seiten
ISBN 9783955582128

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24,90 €


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Zu diesem Buch

Es geht Schmithüsen darum, die sogenannte »negative therapeutische Reaktion«, die als ein den psychoanalytischen Prozess in Frage stellendes und zerstörendes Phänomen diskutiert wird, kritisch zu betrachten, zu würdigen und für eine revidierende Neukonzeptualisierung zugänglich zu machen. Denn die »negative therapeutische Reaktion« habe, so der Autor, durchaus auch eine »positive«, kommunikative Seite, wenn sie denn verstanden und professionell gehandhabt werde.

Schmithüsen untersucht die subtile, äußerst schwierig zu fassende Annäherungs- und Rückzugsdynamik von Patient und Psychotherapeut anhand ausführlicher Fallgeschichten und gibt eine gut begründete Neukonzeption für die Behandlungstechnik.

Der Begriff der »negativen therapeutischen Reaktion« schiebt die »Verantwortung« für das Phänomen einer Verschlechterung des therapeutischen Prozesses ausschließlich dem Patienten zu. Was in dieser Perspektive nicht in den Blick gerät, ist, dass es sich bei der »negativen therapeutischen Reaktion« um einen entgleisenden therapeutischen Dialog handelt. Mit anderen Worten, dass die »negative therapeutische Reaktion« Folge eines komplexen und durchaus notwendigen Zusammenspiels von Psychotherapeut und Patient ist. Nämlich eine hoch komplexe, scheinbar zur gleichen Zeit stattfindende Annäherungs- und Rückzugsdynamik, die sich zwischen den beiden Protagonisten inszeniert. Die für einen therapeutischen Fortschritt notwendige emotionale Annäherungsbewegung zwischen Patient und Psychotherapeut ist unbewusst derart bedrohlich, dass ein Rückzug – oft von beiden – eingeleitet werden muss, der dann als »negative therapeutische Reaktion«, d. h. destruktiv, missverstanden wird.

Inhalt

Vorwort 8
1. Kapitel: Problemstellung und das Konzept der »negativen therapeutischen Reaktion« 11

  • »Negative therapeutische Reaktion« al s Hindernis oder Endpunkt des psychoanalytischen Prozesses:
  • Die Perspektive der Ein-Person-Psychologie 16
  • »Negative therapeutische Reaktion« als genuiner Bestandteil des psychoanalytischen Prozesses:
  • Die Perspektive der Zwei-Personen-Psychologie 22
  • Von der »negativen therapeutischen Reaktion« zu »entgleisenden Dialogen«: Eine feldtheoretisch-klinische Ausrichtung 26

2. Kapitel: »Das weiß ich schon alles, aber das hilft mir nicht!« Oder: Angst vor Intimität: »Bin ich es denn wert?« 28

  • Der Prozess der nachträglichen »inneren Supervision« 33
  • Der weitere klinische Verlauf 35
  • Diskussion 93
  • »Da kommt was Neues« 98
  • Kommentar 100

3. Kapitel: »Man stellt sich auf jemanden ein und dann ist da keine Resonanz« 101

  • Das Phänomen der stillstehenden Zeit 104
  • Exkurs: Psychogenese der Anfänge des Zeiterlebens aus psychoanalytischer Sicht 106
  • Psychodynamik des Zeitstillstands in der psychoanalytischen Literatur 109
  • Hypothese zur stillstehenden Zeit 117
  • Kasuistik 118
  • Diskussion 129
  • Zusammenfassung 133
  • Was möglich wurde 135

4. Kapitel: »Bin ich das, der hier redet?« 138

  • Kasuistik 141
  • Diskussion 158

5. Kapitel: Klinisch-konzeptionelle Perspektiven 162

  • Zur Kritik des Konzepts der »negativen therapeutischen Reaktion« 162
  • Entgleiste Dialoge – notwendig entgleisende Dialogversuche. Eine feldtheoretische Perspektive 165
  • Exkurs: Ungesättigte Deutungen 168
  • Schematische Darstellung einer klinischkonzeptionellen Perspektive 176
  • Ein notwendiger Perspektivwechsel 179

Dank 182 / Literatur 183.

Der Autor

Gerd Schmithüsen, Dipl.-Psych., Psychoanalytiker (DPV/IPV/DGPT), Lehranalytiker und Supervisor in eigener Praxis in Köln. 2004–2008 Leiter der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf; Mitglied im Gesamtvorstand der DPV 2004–2012; Mitglied im Liaison Committee Croatian Psychoanalytic Society 2013–2017, seit 2016 Mitglied im Vorstand der DPV. Bei Brandes & Apsel zus. m. Danckwardt/Wegner: Mikroprozesse psychoanalytischen Arbeitens (2014).

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