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Freud, Ferenczi und die ungarische Psychoanalyse

Mit einer Einleitung von Béla Grunberger. [Erste deutsche Ausgabe]

Details

Verlag edition diskord
Auflage/ Erscheinungsjahr 1988
Format Gr. 8°
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Geb. mit SU
Seiten/ Spieldauer 431 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-008567_AQ

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44,00 €


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Zu diesem Buch

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hoffte 1918, Budapest werde zum Zentrum der von ihm begründeten Psychoanalyse. Sándor Ferenczi, nach der Trennung von Jung Freuds wichtigster Weggefährte, wurde 1919 als erster auf der Welt zum Professor der Psychoanalyse ernannt.

Die schönen Hoffnungen wurden jedoch von der Geschichte verweht. Im Ungarn des 20. Jahrhunderts folgten rechte und linke autoritäre und diktatorische Systeme aufeinander, doch die feindliche Einstellung gegenüber der Psychoanalyse blieb - von einigen wenigen Jahren abgesehen - durchweg erhalten. Als István Benedek die Geschichte der ungarischen Psychoanalyse als Schauergeschichte bezeichnete, dachte er gewiss auch an die Tiefenpsychologie.

Nur wenige wissen, dass außer der Mathematik und der Physik keine einzige ungarische wissenschaftliche Disziplin der Menschheit so viele große Wissenschaftler schenkte wie die Psychoanalyse. Die ungarische Tiefenpsychologie ist ein im Versinken begriffener Schatz. Dieses Buch - die erste Monographie über die Geschichte der ungarischen Psychoanalyse - soll helfen, das Wertvolle und Erhaltenswerte aus der Versenkung heraufzuholen.

Der Autor

Paul Harmat, Jg. 1947, Promotion 1973 an der Medizinischen Universität „Semmelweis" Budapest. Anschließend Arbeit in verschiedenen Budapester Krankenhäusern. 1979 Emigration nach Österreich, seit 1980 Tätigkeit als Psychiater und Neurologe. Zur Zeit Oberarzt im Allgemeinen Krankenhaus Linz. Zahlreiche Publikationen in ungarischer, englischer und deutscher Sprache.

Inhalt

  • Béla Grunberger: Einleitung

Vorwort

I. Ferenczi begegnet Freud

  • Ferenczis Jugend
  • Ferenczi wird zum Anhänger der Psychoanalyse
  •  Anschluss an die psychoanalytische Bewegung

II. Die Entstehung der psychoanalytischen Bewegung

  • Die Beziehungen vertiefen sich
  • Der Bruch mit Jung
  • Widerstand in Ungarn
  • Sympathie der Linken
  • Gesellschaftswissenschaftliches Interesse
  • Wirkung auf die schöngeistige Literatur

III. Scheintod und Auferstehung (1914-1920)

  • Kriegswirren
  • Der Budapester Kongress
  • Der Zerfall der Monarchie
  • Die Räterepublik
  • Vergeltung, der Tod von Anton von Freund

IV. Die zwanziger Jahre - die Glanzzeit der Budapester Schule

  • Das Leben der psychoanalytischen Bewegung
  • Ferenczi in Amerika
  • Internationale Beziehungen
  • Ferenczis theoretisches Schaffen
  • Wirklichkeitssinn, Ich-Psychoanalyse
  • Sexologie und Okkultismus
  • Aurél Kolnais Tätigkeit
  • Hollós und die Psychiatrie
  • Lilly Hajdu und das Ehepaar Lévy

V. Die Abkühlung der Beziehungen zwischen Ferenczi und Freud

  • Ferenczis technische Neuerungen
  • Zusammenarbeit zwischen Ferenczi und Rank
  • Intrigen und Spannungen
  • Ferenczis Tod

VI. Die Individualpsychologen

  • István Máday
  • Olivér Brachfeld
  • Zwei Marxisten: Kulcsár und Székely
  • Diskussion über den Weltfrieden

VII. Die aktiven Analytiker

  • Pál Gartner und Ernö Szinetár

VIII. Die dreißiger Jahre

  • Das Schaffen von Imre Hermann
  • Ferenczi und die Denkpsychologie
  • Die psychoanalytische Bewegung
  • Die Psychoanalyse und der Marxismus
  • Die Zeitschrift Korunk (Unsere Zeit) und die Psychoanalyse
  • Freudomarxisten
  • Die Tiefenpsychologie und die schöngeistige Literatur zwischen den beiden Weltkriegen
  • Mihály Babits, Frigyes Karinthy und Milán Füst
  • Attila József und György Bálint
  • László Németh
  • Andor Németh, István Vas
  • Schriftsteller in der Faszination der Tiefenpsychologie

IX. Leopold Szondi und die Schicksalsanalyse

  • Szondis Laufbahn in Ungarn
  • Deportation, Niederlassung in der Schweiz

X. Die Jahre der Finsternis

  • Der Druck nimmt zu
  • Christliche Judenretter: Endre Almásy und Tibor Rajka
  • Verfolgung und Mord

XI. Im Exil

  • Abraham Brill, ein ungarischer Bahnbrecher der amerikanischen Psychoanalyse
  • Franz Alexander, der Begründer der Psychosomatik
  • Sándor Radó und die weibliche Sexualität
  • Eine „österreichische Ungarin": Melanie Klein
  • Michael Balint und die Psychoanalyse in der allgemeinen Medizin
  • Róbert Bak und das Attila-József-Drama
  • Ärpád René Spitz - eine herausragende Gestalt der Kinderpsychoanalyse
  • Dávid Rapaport, Sári Balkányi, Edit Gyömröi
  • Lilla Wagner und das Petöfi-Buch
  • Géza Róheim und die Ethnopsychoanalyse
  • Die Emigranten des französischen Sprachraumes: Grunberger, Devereux, Haynal
  • Die übrigen Emigranten
  • Jolán Jacobi, eine Schülerin Jungs
  • Szasz und die Antipsychiatrie
  • Pál Szende und Karl Mannheim - zwei Sympathisanten aus dem Kreis der Sozialwissenschaftler

XII. Die Jahre der Nachblüte

  • Interesse für gesellschaftliche Fragen
  • Offizielle Beziehungen, Universitätsunterricht
  • Psychoanalyse und Christentum
  • Wissenschaftliche Arbeit, klinisches Interesse
  • Psychoanalytische Kinderpsychologie

XIII. Wieder an der Peripherie

  • Ideologische Angriffe: Tariska, Pálóczi-Horváth, György Vértes
  • Der Seelenforscher
  • Liquidierung der Vereinigung, Verhaftungen

XIV. Die Psychoanalyse in Ungarn nach 1948-49

  • Der Lukács-Kreis und die Psychoanalyse
  • Die Psychoanalyse wird zum Mythos erklärt
  • Psychoanalyse-Kritik zwischen Psychologie und Ideologie
  • Rezeption der sowjetischen Freud-Kritik
  • Schüren von negativen Assoziationen: Religion, Auflockerung, falsches Bewusstsein
  • Das Fortbestehen der Psychoanalyse
  • Der gesellschaftliche Hintergrund der Psychoanalyse-Feindlichkeit
  • Ambivalenz bei der ideologischen Entspannung
  • Die gesellschaftstheoretische Selbstbeschränkung der Psychoanalytiker
  • Die Tiefenpsychologie und die schöngeistige Literatur nach dem zweiten Weltkrieg
  • Psychoanalyse und Ästhetik

Bibliographie / Personenregister / Sachregister

Lieferbarkeitshinweis /Erhaltungszustand

Im Archiv der SFB der begehrte Titel als ein gut erhaltenes und offenbar nur in Teilen gelesenes Exemplar; auf wenigen Seiten (95-102, 135, 155) verblasste Unterstreichungen im Text in Rot. - Inzwischen sehr selten.

Rezensionen

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