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Fifty Shrinks

Portraits aus New York. Fotokunstband (Deutsche Erstausgabe - vom Autor und Fotografen SIGNIERT)

Details

Verlag Kohlhammer
Auflage/ Erscheinungsjahr 14.06.2019
Format Großfomat quer, 35,6 × 23,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 116 Seiten
Abbildungen Mit 50 zahlreichen meist ganzseitigen Farbfotos
Gewicht 903
ISBN 9783170364455_SIGN

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49,00 €


Merkliste

Sebastian Zimmermann, MD, praktiziert als Psychiater in seiner Privatpraxis auf Manhattans Upper West Side und ist nebenberuflich Fotograf. Seine Arbeiten wurden u.a. in der New York Times, Daily Mail, Spiegel Online, Wiener Zeitung, L'Oeil de la Photographie, 20 Minutos, Esquire Russia und Marie Claire Taiwan veröffentlicht und in diversen Galerien ausgestellt. Zimmermann hat Fotografie am International Center of Photography (ICP), New York, sowie privat bei Arlene Collins studiert.

Zu diesem Foto- und Textband

Der Behandlungsraum des (analytischen) Psychotherapeuten ist ein geschützter, ein intimer Ort, an dem Menschen ihre persönlichsten Gedanken, Phantasien, Geheimnisse unter dem Schutz der Vertraulichkeit des Wortes äußern dürfen, ohne Angst vor mißbräuchlicher Nutzung dieser Informationen durch den Gegenüber haben zu müssen - und ohne Gefahr zu laufen, daß diesen Äußerungen auf eine moralisierende, bewertende, besserwisserische oder pädagogisierende Weise begegnet wird. Darüber hinaus ist dieser Raum immer auch ein offener, in dem während einer Woche zahlreiche Menschen ein- und ausgehen. Als Arbeitsraum des Psychotherapeuten sollte er für diesen angenehm und inspirierend eingerichtet sein und gleichzeitig den Patienten ´subkutan` einen Eindruck vom Niveau, dem ästhetischen Empfinden und den Vorlieben des Therapeuten vermitteln. Unterm Strich also eine ganze Menge an Anforderungen an einen solchen Ort der sprachgeleiteten Selbstaufklärung des Patienten über den dort sich über eine gewisse Zeitspanne hinweg ereignenden psychonalytischen Prozess.

Claudia Guderian hat mit ihren erstmals in 2004 bei Kohlhammer erschienenen Arbeiten Die Couch in der Psychoanalyse und Magie der Couch erstmals intensiv den forschenden und den fotografischen Blick auf und in das Allerheiligste therapeutischen Arbeitens – das Behandlungszimmer des Psychoanalytikers – gelenkt und mit ihrem theoretischen und fotografischen Beitrag zum Setting große Resonanz gefunden.

In seinem Photoband Fifty Shrinks nimmt Sebastin Zimmermann diesen Faden auf und vertieft dabei das Einblick-Nehmen ganz entscheidend: Nicht nur das Möbel, die Behausung an sich, nicht der leere Behandlungsraum stehen im Fokus – vielmehr der (Behandlungs-)Raum mit seinem darin arbeitenden, sich freuenden, alternden, vielleicht auch einsamen Bewohner, geraten hier kenntnisreich und tiefen-scharf in den Blick des Betrachters -- und die Bilder erzählen zwischen ihren Pixeln ganze (Lebens-)Geschichten …

Aus dem Vorwort des Autors

"Wie jede erfolgreiche Psychoanalyse entwickelte sich „Fifty Shrinks" langsam und in Schüben: in unzähligen Treffen, manche mühselig, andere erfüllt von Geistesblitzen und Perspektivwechseln, und das alles neben einer Vollzeitstelle als Psychiater und einem ausgefüllten Familienleben. Was ursprünglich als eine kreative Nebenbeschäftigung begann, entwickelte sich allmählich zu einem Kompendium von Portraits meiner Kolleginnen und Kollegen. Es reflektiert den wichtigsten Bestandteil meiner beiden Passionen Psychiatrie und Fotografie: einfühlsame Beobachtung.

In einem Beruf, der vor allem die Hilfe für Patienten in den Mittelpunkt stellt, neigen Psychotherapeuten gern dazu, von sich selbst abzulenken - tatsächlich versuchen sie gezielt, jede Aufmerksamkeil zu vermeiden. Soviel ich weiß, gab es bisher nie einen Bildband, der die Vielfältigkeit der praktizierenden Psychotherapeuten der Gegenwart zeigt. Ich hoffe, dass dieses Buch die Lücke schließen und inspirieren kann. Meine Kolleginnen und Kollegen haben mir freundlicherweise gestattet, sie in ihren Analysezimmern aufzunehmen und zu einem Teil meiner fotografischen Studie zu machen. Ich habe mit besten Mitteln versucht, ihnen das Feingefühl und den Respekt entgegenzubringen, mit dem sie auch ihren Patienten begegnen.

Die Idee für dieses Projekt entstand, als ich 2001 in New York City mit dem Aufbau meiner eigenen psychiatrischen Praxis begann. Während der ersten Monate dort wurde mir zunehmend der Widerspruch bewusst, dass, obwohl ich in meinem Beruf den ganzen Tag mit vielen Menschen zu tun habe, ich mich trotzdem völlig isoliert fühlte.

Jede Woche eröffnen sich in meinem Büro neue Welten. An einem typischen Tag kommen die unterschiedlichsten Menschen zur Tür herein, von einem angstgeplagten Wall Street-Broker zu einem überforderten Jazzkomponisten bis hin zu einem depressiven, aber ehrgeizigen Oberstufenschüler und einem manischen Poeten in den Achtzigern. Und das alles vor der Mittagspause. Ich empfinde es als sehr belebend, wenn sich die bunte Vielfalt New Yorks in meinem Zimmer einfindet und sich mir alle fünfzig Minuten eine neue Subkultur offenbart.

Irgendwann begann ich mich allerdings zu fragen, wie es um die große Gemeinschaft meiner Kolleginnen und Kollegen bestellt ist? Uns alle eint der Wunsch, sich mit den Leiden von Geist und Seele zu befassen, doch worin unterscheiden wir uns? Und - falls überhaupt - was haben wir außer der Behandlung von Patienten gemeinsam? Wie zeigen sich unsere persönlichen Neigungen und Interessen in unseren Praxisräumen? Was verraten unsere Behandlungszimmer über uns als Ärzte und als Menschen?
Angetrieben von meiner Neugier und dem Wunsch nach kreativen Ausdrucksmöglichkeiten wandte ich mich meiner anderen Leidenschaft zu - der Fotografie. Dank meiner Lehrer am New Yorker International Center of Photography und meiner Mentorin Arlene Collins entdeckte ich einen ganz neuen Weg, menschliches Verhalten zu beobachten und zu verstehen. Selbst hinauszugehen und aktiv nach Bildmotiven zu suchen - statt in einem Büro zu sitzen und Patienten zu empfangen - war das beste Gegenmittel zu meiner kopflastigen und bewegungsarmen Arbeit. Es befreite mich aus den Grenzen, die mir mein Schreibtisch, die unvoreingenommene Sachlichkeit meines Berufs und die eigenen vier Wände setzten.

Die Analysezimmer der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollten mein Ausgangspunkt sein. Im Gegensatz zu den Behandlungsräumen anderer Fachärzte mit all ihren Apparaten, Untersuchungstischen und Rollhockern, braucht das Zimmer eines Therapeuten nicht viel mehr als eine Sitzgelegenheit für Arzt und Patient. Es ist jedoch mehr als ein gewöhnlicher Raum, denn in ihm setzen Therapeutin und Therapeut ihr jeweiliges Konzept eines idealen und gleichzeitig zweckmäßigen Raumes für psychotherapeutische Gespräche in die Realität um. In diesen vier Wanden offenbaren Patientinnen und Patienten ihre intimsten Gefühle, verdrängte Erinnerungen, Ängste und unterdrückte Sehnsüchte. Die Arbeit an diesem Buch ermöglichte mir, den therapeutischen Praxisraum als gleichgesinnter Kollege und ebenso als losgelöster Beobachter zu ergründen.

Eines meiner ersten Porträts war das des eminenten, sehr beliebten Psychoanalytikers Dr. Martin Bergmann. Er praktizierte bis kurz vor seinem 101. Geburtstag in einem großzügigen Penthouse mit herrlichem Blick über den Central Park. In seinem Büro fühlte ich mich in eine hochzivilisierte Welt versetzt, in der die Zeil stillsteht und in dem man sich in aller Seelenruhe einer klassischen Freudschen Psychoanalyse unterziehen kann. Bereits auf dem Weg zu seiner Praxis wird man buchstäblich aus dem Hässlichen und Alltäglichen emporgehoben und zu einem besinnlicheren Ort befördert, der aus der Vogelperspektive auf die Welt hinab schaut. Es ist ein Ort, der zu großen Gedanken inspiriert; so einladend, dass man unwillkürlich hofft, niemals geheilt zu werden, damit man nicht wieder zurück auf die Erde verbannt wird.

Ein kurzer Spaziergang durch den Central Park auf die West Side bringt mich in eine völlig andere Well - in die des unnachahmlichen Psychoanalytikers Dr. Michael Eigen. Sein spartanisches Büro wirkt, als wäre es noch in der Einrichtungsphase. Vielleicht ist dieser unfertige Eindruck von ihm beabsichtigt und soll die Patienten dazu anregen, die auffällige Leere mit unausgesprochenen Gefühlen und ungelösten Konflikten zu füllen. Auf jeden Fall lassen die aufgestellten Plastikklappstühle und die sich auf dem Boden umher windenden Kabel vermuten, dass die Gedanken seines Bewohners vollends mit dem hehren Streben nach der Ergründung von Mysterien beschäftigt sind. Eine unbeschriebene Leinwand frei von tieferer Bedeutung oder unterschwelliger Botschafl und die ansonsten fast vollständige Abwesenheit dekorativer Elemente lassen Dr. Eigens Raum zu einem vorübergehenden Gefäß für eigene, noch so kleine Perspektivwechsel werden. Nichts lenkt vom Gespräch ab - allein der Dialog selbst und die emotionalen Nuancen sind maßgeblich für die Genesung und den Erkenntnisprozess des Patienten.

Außer den Doktoren Bergmann und Eigen habe ich dutzende andere Kolleginnen und Kollegen in ihren Praxen fotografiert; Ärzte und Psychologen mit den verschiedensten Werdegängen - Psychiater, Psychotherapeuten und Psychoanalytiker - und jeder von ihnen basiert seine Behandlungsmethoden auf seinen persönlichen Ausrichtungen und Spezialgebieten: Psychodynamik, kognitive Verhaltenstherapie, Interpersonellen Therapie. Relationale Psychoanalyse und vieles mehr.

Im Laufe der ersten Fotosessions wurde mir bewussl, dass ich für ein vollendetes Portrait auch die Quintessenz der faszinierenden Gespräche, die ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen führte, mit einbeziehen musste. Ich begann Interviews mit meinen Kollegen zu führen und bat sie. Details ihrer Arbeil zu schildern. Die Zusammenfassungen dieser Interviews ergänzen die Fotografien und offenbaren die Sichtweise der Ärzte und Psychologen sowie eine Vielzahl von Schwerpunkten ihrer Arbeit. Einige Therapeutinnen und Therapeuten, wie zum Beispiel Jamieson Webster, schrieben ihre eigenen Essays; ein paar andere, beispielsweise Donnel Stern, fühlten sich am besten durch Auszüge aus ihren Büchern dargestellt. Es war nicht einfach, die richtige Balance zwischen offenem Austausch und der Verpflichtung zur Verschwiegenheit zu finden. Sofern im Buch Patientinnen oder Patienten genannt werden, sind sie rein fiktional oder sie bilden eine Mischung aus verschiedenen Personen, oder aber sie sind so verfremdet, dass ihre Identität nichl mehr erkennbar ist.

„Fifty Shrinks" stellt Koryphäen, welche die Grenzen ihrer Profession neu definiert haben, neben aufstrebende Berufseinsieiger. Ich bin allen Therapeutinnen und Therapeuten zu Dank verpflichtet, dass sie ihre Zeit und Erfahrung so groß­zügig mit mir geteilt haben. Ich habe von ihnen allen viel über die Theorie und Praxis der Psychotherapie dazugelernt.

Durch die Arbeit an diesem Buch entwickelte ich einen größeren Respekt für meine Kolleginnen und Kollegen, die mit der ganzen Bandbreite menschlichen Ver­haltens, selbst den dunkelsten und verstörendsten Neigungen, konfrontiert werden. Jeder Therapeut, dem ich begegnete, beeindruckte mich mit seiner Hingabe, Symptome zu lindern und das Leben seiner Patienten zu verbessern. Dieses Buch ist ein Tribut an ihre Arbeit, die hinter den Kulissen stattfindet, in kleinen Zeitein­heiten, manchmal über viele Jahre hinweg, und die von Engagement und Mitgefühl geprägt ist. Ich hoffe, dass die Portraits aus „Fifty Shrinks" einen Blick hinter den Vorhang gewähren und den Leser für einen Moment am Berufsleben dieser engagierten Frauen und Männer teilnehmen lassen." 

Sebastian Zimmermann

Über den Autor, Fotografen und Herausgeber

Sebastian Zimmermann, Dr. med., gebürtiger Marburger, ging 1989 zum Studium der Medizin in die Vereinigten Staaten. Inzwischen ist er ein echter New Yorker, praktiziert in der Upper West Side als Psychiater und Psychoanalytiker und ist bestens vernetzt mit den Kollegen in seiner Stadt. Nebenher beschäftigt sich Sebastin Zimmermann intensiv mit Fotografie und studierte ergänzend am International Centre for Photography und bei Arlene Collins, einer international bekannten Dokumentarfotografin.

Zimmermanns außerordentliches Talent auch in diesem künslerischen Metier brachte ihm schon mehrere Auszeichnungen ein; seine Aufnahmen erschienen in der The New York Times, Paris Review, L’Oeil de la Photographie und anderen. – Aktuell ist sein Fotoband Fifty Shrinks Gesprächsthema nicht nur bei us-amerikanischen Psychotherapeuten; auch die New York Times berichtete ausführlich über diesen beeindruckenden Band, dessen Erstauflage innerhalb kurzer Zeit vergriffen war.

Stimmen zum Buch

"Here’s something you rarely see: New York psychotherapists in their offices in August. It took Sebastian Zimmermann, a psychiatrist on the Upper West Side, 13 years to produce FIFTY SHRINKS, a book of portraits depicting “therapists in their natural habitats.” Dr. Zimmermann, who began studying photography as an outlet to counterbalance all the trauma and drama he was taking in as a therapist, said he was struck by the diversity of spaces in which his colleagues worked. (...)"

THE NEW YORK TIMES

"It didn't take long before psychiatrist Sebastian Zimmerman noticed a paradox within his particular profession. Although he worked with a wide variety of people, in theory, so much of his day was spent in isolation, holed up in his own office away from the world. This strange realization came to be the motivation behind Zimmerman's interest in photography, a vehicle through which he could access the spaces outside of the therapist's room.And yet it is the office itself that became Zimmerman's muse."

THE HUFFINGTON POST ARTS & CULTURE

English

Fifty Shrinks is a compendium of photographs and essays of psychoanalysts and psychotherapists in the most sacred of spaces, the private offices where they see their patients. Sebastian Zimmermann, a practicing psychiatrist and award-winning photographer, includes a wide array of practitioners from a multitude of backgrounds, orientations and subspecialties. His intimate portraits introduce the leading luminaries in the field as well as newly minted professionals pointing the way for the next generation. Zimmermann captures how the creation of the therapeutic space mirrors the wide spectrum of philosophies, persuasions and techniques used by his peers. This unique book offers a glimpse into the private interiors of psychotherapists and the inner workings of those healers who inhabit them.

About the Author

Sebastian Zimmermann is a psychiatrist in private practice on Manhattan’s Upper West Side and an award-winning photographer. His photographs have been featured in the New York Times, the Paris Review, L’Oeil de la Photographie and 20minutos. Excerpts of this book have been serialized in the Psychiatric Times. Sebastian was the subject of a television documentary on New York photographers for public television in his native Germany. Sebastian studied at the International Center for Photography and privately with Arlene Collins.

Rezensionen

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