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Eros und Magie in der Renaissance

Eine Untersuchung

Details

Verlag Insel Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 2001
Format 20,5 × 13,2 × 4 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 552 Seiten
ISBN 9783458170839

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"Ein richtungweisender Beitrag zur Geschichte des hermetischen und des magischen Denkens."

Umberto Eco

Zu diesem Buch

Gerade jene Epoche, in der die neuzeitlichen Naturwissenschaften entstanden, hat der Magie besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die dort entwickelten Theorien des Vorstellungsvermögens, der Phantasie, der inneren Bilder - und ihrer Manipulierbarkeit - wirken, so Culianu, bis in die Gegenwart, bis in unsere Informationsgesellschaft nach. Magie ist unvermindert, wenn auch verdeckt wirksam, in der Lenkung unserer unbewußten Wünsche und Sehnsüchte durch Ideologien, Medien und Werbung. Seine Thesen belegt Culianu anhand der Renaissance-Philosophen Giordano Bruno, Marsilio Ficino und Pico della Mirandola und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Die Renaissance-Philosophie hatte, auf antike Traditionen zurückgreifend, die Einwirkung von Eros und Magie auf das Leben des einzelnen und der Gesellschaft untersucht: Alles kann durch suggestive, erotisch aufgeladene Vorstellungen manipuliert werden. In der Gegenwart erscheint der »Magier« freilich in neuer Gestalt, als demagogischer Verführer, als esoterischer Guru oder anonym als meinungslenkender Brain Trust. Nach Brunos Tod haben Reformation und Gegenreformation Eros und Magie massiv unterdrückt und die Kultur der Renaissance zerstört. Dies wurde lange Zeit als innovativer Akt verstanden, der den exakten Wissenschaften und der Technik zum Durchbruch verholfen hat. Heute aber sind die Defizite einer eindimensional instrumentellen Verstandeskultur sichtbar geworden. Eros und Magie in der Renaissance, ein Standardwerk zur Frühen Neuzeit, hat zu diesem Umdenken beigetragen; seine Thesen sind auf verblüffende Weise aktuell.

Aus dem Inhalt

Die Phantasmen am Werk

  • Kapitel I: Die Geschichte der Phantasie
  1. Vom inneren Sinn
    Einige Vorbemerkungen
    Das phantasmische Pneuma
  2. Flut und Ebbe der Werte im 12. Jahrhundert
    Die Akkulturation des Abendlandes
    Wie eine so große Frau in die so kleinen Augen
    eindringt
  3. Das Gefährt der Seele und die vorgeburtliche
    Erfahrung
  • Kapitel II: Empirische Psychologie und Tiefenpsycho-
    logie des Eros
  1. Ficinos empirische Psychologie und ihre Quellen
  2. Die Gedächtniskunst
  3. Der phantasmische Eros und die Befriedigung des Verlangens
  4. Die Phantasmen am Werk
  5. Die Tiefenpsychologie Ficinos
    Herabkunft der Seele
    Melancholie und Saturn
  • Kapitel III: Gefährliche Beziehungen
  1. Giovanni Pico della Mirandola, Fortsetzer Ficinos
  2. Die zweideutigen Götter des Eros
    Giordano Bruno, ein Verfechter des phantasmischen Zeitalters
    Skandal in London
    Mnemotechnische Phantasmen
    Die Zweideutigkeit des Eros
    Im Herzen der Lehre Brunos
    Actaeon
    Diana
    a) Die Natur
    b) Der Mond
    c) Die Königin
    Das Gleichnis von den neun Blinden
    Circe

Der große Manipulator

  • Kapitel IV: Eros und Magie
  1. Identität der Substanz, Identität der Operationen
  2. Manipulation von Massen und Einzelnen
  3. Vinculum vinculorum (Die Fessel der Fesseln)
  4. Ejakulation und Zurückhaltung des Samens
  5. Über die Magie als allgemeine Psychosoziologie
  • Kapitel V: Die pneumatische Magie
  1. Der Nullgrad der Magie
  2.  >Subjektive< und >transitive< Magie
  3. Die Allverbundenheit der Dinge
  4. Die Theorie der Strahlen
  5. Die pneumatische Magie
  • Kapitel VI: Die intersubjektive Magie
  1. Intrasubjektive Magie
  2. Intersubjektive Magie
    Die höheren Wesenheiten
    Die Lockmittel
    Die günstigen Augenblicke
  • Kapitel VII: Dämonomagie
  1. Einige Grundbegriffe der Dämonologie
  2. Die Dämonen und der Eros
  3. Hexen und dämonische Wesen
  4. Die Dämonomagie von Marsilio Ficino bis
    Giordano Bruno
    Klassifikationen der Magie
    Trithemius von Würzburg

Ausklang

  • Kapitel VIII: 1484
  1. Eine flügellose Fliege
  2. Warum war das Jahr 1484 so furchterregend?
  • Kapitel IX: Das große Verdammungsurteil über das Phantasmische
  1. Die Abschaffung des Phantasmischen
  2. Einige historische Paradoxien
  3. Der Streit um die Eselheit
  4. Die Kunstgriffe des Giordano Bruno
  5. Es gab nur eine Reformation
  6. Wandel der Weltsicht
  • Kapitel X: Doktor Faust, von Antiochien bis Sevilla
  1. Die Freizügigkeit der Renaissance
  2. In der Hölle wird es noch heißer sein!
  3. Exzessiver Moralismus: Die Faust-Sage
  4. Ein Endergebnis?
  • Anhang I: Die Quellen der Lehre vom Seelengefährt
  • Anhang II: Die Lüste des Leo Suavius
  • Anhang III: [zu Franccesco Colonnas Hypnerotomachia Poliphili]
  • Anhang IV: [Über die Triaden Ficinos]
  • Anhang V: [Der Einfluß Ficinos auf die französische Dichtung des 16. Jahrhunderts]
  • Anhang VI: [Brunos Imagines facierum signorum ex Teucro Babilonico]
  • Anhang VII: Die Wirklichkeit der Hexerei
  • Anhang VIII: Das magische Theater des Fabio Paolini
  • Anhang IX: [Bemerkungen zur "okkulten Philosophie" des Agrippa von Nettesheim und zur Brunis "mathematischer Magie"]
  • Anhang X: [Zur Bekämpfung der Astrologie]
  • Anhang XI: Der Eros heute

Über den Autor

Ioan P. Culianu, geboren 1950 in Iasi (Rumänien), studierte in Bukarest, emigrierte 1972 nach Italien; nach Aufenthalten in Paris und Groningen erhielt er 1988 eine Professur für Religionswissenschaft an der Divinity School in Chicago und war designierter Nachfolger von Mircea Eliade. Culianu wurde 1991 ermordet.

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB in wenigen verlagsfrischen Archivexemplaren, beim Verlag vergriffen.

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