Bestelltelefon: 0800 588 78 30

»Ein gottloser Jude«

Sigmund Freuds Atheismus und die Entwicklung der Psychoanalyse

Details

Verlag S. FISCHER
Auflage/ Erscheinungsjahr 1988
Format 20,4 × 13 × 2,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 216 Seiten
Gewicht 314
SFB Artikelnummer (SFB_ID) 3-10-025902-5

Kauf-Optionen

18,00 € statt 24,80 €


Merkliste

Mit Rabatt für Stammkunden

Zu diesem Buch

»(…) Die Selbstbeschreibung als ›gottloser Jude‹ verwendete Freud 1918, gegen Ende des 1. Weltkrieges, in einem Brief an den Schweizer Pfarrer und Psychoanalytiker Oskar Pfister. Zehn Jahre zuvor hatte er eben diesem Katholiken Pfister geschrieben: »Ganz nebenbei, warum hat keiner von all den Frommen die Psychoanalyse geschaffen, warum mußte man da auf einen ganz gottlosen Juden warten?«

An die Existenz eines unser Seelenleben trostgebenden Gottes vermochte der überzeugte Atheist Freud nicht zu glauben. Illusionen waren nicht seine Sache. Seine leidenschaftliches Erkenntnisinteresse galt den uns unangenehmen Wahrheiten, der Wahrheit über die Abgründe des menschlichen Seelenlebens, einschließlich unserer Fähigkeit zur äußersten Destruktivität. - Seiner Identität als Jude war sich Freud bereits früh bewusst - sie wurde ihm von seiner ganz überwiegend katholischen Umwelt aufgenötigt. Immer wieder kam er in seinen Briefen und Studien auf seine Zugehörigkeit zum Judentum zu sprechen - eine Identität, welche zunehmend die Haltung eines stolzen Trotzes einnahm. (…)«

Roland Kaufold

Der amerikanische Kulturhistoriker Peter Gay untersucht in seiner in diesem Buch veröffentlichten Vorlesungsreihe das Spannungsverhältnis zwischen Freuds Atheismus, seinen jüdischen Wurzeln einerseits und seiner Begründung der Psychoanalyse andererseits. Nach Peter Gays Auffassung konnte nur ein Atheist wie Freud, der zwischen Wissenschaft und Religion keine nennenswerten Gemeinsamkeiten sah, Denkverbote überwinden, das Ungedachte denken und als stimmige Konzeption darlegen und fortentwickeln.

Über den Autor

Peter Gay, 1923 in Berlin geboren, emigrierte 1939, als Jude von Verfolgung bedroht, in die Vereinigten Staaten. Er war Professor für Geschichte an der Yale University in New Haven und ist derzeit Direktor des Center for Scholars and Writers an der New York Public Library. Er ist Ehrenmitglied der Amerikanischen Psychoanalytischen Gesellschaft und gilt als einer der besten Kenner der deutsch-jüdischen Kultur. 1999 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis.

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB als ein verlagsfrischer und folienverschwißter Archivbestand zum Angebotspreis; beim Verlag vergrifen.

Rezensionen

Sie sind eingeladen, Ihre Meinung zum Buch, durchaus auch eine vollständige Rezension, an dieser Stelle zu veröffentlichen. Wir behalten uns vor, unpassende Kommentare zu löschen.

  • 1

Der Artikel wurde in den Warenkorb gelegt.

weiterstöbern zum Warenkorb