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Ein Deutsches Leben

Was uns die Geschichte von Goebbels Sekretärin für die Gegenwart lehrt

Details

Verlag Europa Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 20.03.2017
Format 14,2 × 2,2 × 22,3 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 208 Seiten
ISBN 9783958900981

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18,90 €


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»Nichts haben wir gewusst«,

sagt die 105-jährige Sekretärin von Joseph Goebbels

Zu diesem Buch

Zeigt das Beispiel der 105-jährigen Brunhilde Pomsel, ehemalige Sekretärin von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, dass Europa vor einer neuen Epoche des Radikalismus steht? Kann die persönlich Geschichte einer Frau aus dem Machtzentrum der Nazis vor der Wiederkehr autoritärer Regimes in Europa und den USA einen warnenden Beitrag leisten, indem dieser hellhörig macht? Oder läuft vor aller Augen derzeit ein ´Film` in der Weise ab, daß sich Geschichte durchaus matrizenhaft wiederholen könnte?

Der Politikwissenschaftler Thore D. Hansen verdeutlicht am Beispiel Brunhilde Pomsels, wohin Karrieredenken, unreflektiertes Pflichtbewusstsein und politisches Desinteresse führen können und formuliert daraus ein eindringliche Warnung vor einer Wiederholung opportunistischer und egoistischer Blindheit. Dadurch wird die Relevanz von Brunhilde Pomsels Lebensgeschichte für die aktuellen nationalistischen und faschistischen Tendenzen in unseren Gesellschaften deutlich und macht das Buch besonders wertvoll.

Zur Person

Brunhilde Pomsel diente einem der größten Verbrecher der Geschichte. Von 1942 bis 1945 war sie Stenotypistin im Propagandaministerium von Joseph Goebbels. In dem Dokumentarfilm »Ein deutsches Leben«, der im Herbst 2016 auf Filmfestivals in München, Jerusalem und San Francisco Furore machte, gibt sie einen Einblick in die Banalität des Schreckens. Pomsel war eine unpolitische Mitläuferin, und das bestreitet sie auch nicht. Ihr ging der Job vor, ihr Pflichtgefühl, das Bedürfnis dazuzugehören. Erst nach Kriegsende sei ihr das ganze Ausmaß der Geschehnisse bewusst geworden. Ihre Lebensgeschichte und ihre bestechende Ehrlichkeit konfrontieren uns mit der hochaktuellen Frage nach der persönlichen Verantwortung für das politische Zeitgeschehen und den Konsequenzen eines wiedererstarkten Nationalismus und Populismus. Werden wir später auch wie Brunhilde Pomsel sagen: »Wir wollten's ja auch nicht wissen«?

Stimmen zum Buch

»[Brunhilde Pomsel] stellt die Schuldfrage an den Gräueltaten des Dritten Reiches nicht nur anderen – sondern auch sich selbst. Und manches von dem, was sie zu Protokoll gibt, klingt aus dem Munde einer bis ins hohe Alter derart scharfsinnigen Frau besonders erschreckend.«

Süddeutsche Zeitung

„(…) Der Politikwissenschaftler und Romancier Thore D. Hansen (zuletzt ID-A 50/16) ordnet Pomsels Erzählungen mit Zwischentexten und einem ausführlichen Nachwort in den historischen Kontext ein und rückt Verzerrtes und Verdrängtes zurecht. Mit einem engagierten Plädoyer für politisches Engagement in der Demokratie zeigt er am Beispiel Pomsels, wohin Karrieredenken, unreflektiertes Pflichtbewusstsein und politisches Desinteresse führen können, und warnt mit aktuellem Bezug auf Syrien, die Türkei und Trumps USA vor einer Wiederholung solch opportunistischer Blindheit.“

ekz Bibliotheksservice 2017/15 | 05.05.2017

"Hansen stellt zu Recht fest: „Streckenweise hat man angesichts von Brunhilde Pomsels Schilderungen das Gefühl, dass sie sich nicht ehrlich äußert.“ Genau das ist der Kern von Film und Buch – eine Frage, die nicht beantwortet wird und wohl auch nicht beantwortet werden kann. Allein auf diese Lücke in enorm eindrucksvollen Bildern hinzuweisen, macht „Ein deutsches Leben“ unbedingt sehenswert."

Welt | 05.04.2017

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