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Deutschsprachige Erstausgabe 2021!


Hock, Udo (Hg.)

Ein biologistischer Irrweg in Freuds Sexualtheorie

Die Abschiedvorlesungen Laplanches im WS 1991/1992

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 04.2021
Format 21 × 14,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 135 Seiten
Gewicht 207
ISBN 9783837930146

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22,90 €


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Zu diesem Buch

»Problématiques« nannte Jean Laplanche seine Vorlesungen zu jeweils einer grundlegenden Problemstellung der Psychoanalyse. Im siebten und abschließenden Vorlesungszyklus aus den Jahren 1991/92 folgt er der Frage nach dem Ursprung der infantilen Sexualität und dekonstruiert dabei Freuds Theorie, wie sie insbesondere in den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie entwickelt wird.

Laplanche kritisiert Freuds zentralen Begriff der Anlehnung als eine biologistische Verirrung, in der sexuelle Triebe fälschlich endogen aus den Selbsterhaltungsinstinkten des Säuglings abgeleitet würden. In seinem eigenen exogenen Ansatz ist es dagegen der erwachsene »Andere«, der durch seine rätselhaften Botschaften die Geburt der infantilen Sexualität in Gang setzt.

Mit diesem Band liegt die Vorlesung erstmals auf Deutsch vor. Er wird abgerundet durch einen Vortrag von 1997, in dem Laplanche die Unterscheidung zwischen Biologismus und Biologie einführt.

Die Vorlesungen

I Die biologistische Verirrung der Sexualität bei Freud

Vorlesung vom 19. November 1991: Freud als Verursacher der Verirrungen des Freudianismus • Freud interpretieren: der Anforderung auf der Spur, geleitet vom Quell-Objekt • »Die Theoreticogenese reproduziert die Ontogenese«

Vorlesung vom 14. Januar 1992: Die entscheidenden Verirrungen • Einen Biologismus zu kritisieren, heißt nicht, die Biologie an den Pranger zu stellen • Aufgabe der Verführung: Risiko der Rückkehr zur Heredität • Instinkt und Trieb • ... verschiedene Termini für Freud ... • ... aber immer droht die Gefahr der Verwechslung • Der Mythos des Aristophanes: seine doppelte Interpretation bei Freud • Freuds Widerspruch entziffern • Dialektik der Drei Abhandlungen • »Zielgerichtetheit« der Entwicklung in späteren Ausgaben [der Drei Abhandlungen]

Vorlesung vom 21. Januar 1992: Anlehnung: bibliografische Angaben • Die »Erfindung« des Konzepts durch Laplanche und Pontalis ... • ... das sich in der Übersetzung beweisen muss • Selbsterhaltung/Sexualität: Dualismus, nicht Parallelismus • Der Trieb: die vier Freud‘schen Kennzeichen

Vorlesung vom 28. Januar 1992: Die infantile Sexualität: Warum sich über ihre Ursprünge Fragen stellen, wenn sie gar nicht existiert? • Prüfung, Definition und Grundlegung bedingen sich gegenseitig • Problematische Beziehung des Ziels zur Quelle • Problematische Beziehung zum Objekt: das phantasmatische Objekt

Vorlesung vom 4. Februar 1992: Anlehnung: das Dieder • Drei Lesarten der Anlehnung • Die armselige, parallelistische Lesart von Anlehnung • Die Emergenz-Lesart • Hauptschwierigkeiten dieser ptolemäisch-endogenen Lesart

Vorlesung vom 11. Februar 1992: Weitere Schwierigkeiten: das Hindernis des Endogenismus sprengen • Zwischen »Triebe und Triebschicksale« und »Zur Einführung des Narzißmus« • Probebohrungen in »Zur Einführung des Narzißmus« • Der zentrale Ort der Selbsterhaltung, Übergang zur »Zärtlichkeit« • Ferenczi: Vorahnung der Verführungstheorie • Selbsterhaltung erfordert Zärtlichkeit, Zärtlichkeit befördert Verführung • Dritte Interpretation der Anlehnung: Priorität des erwachsenen Anderen • Exkurs »Phasenlehre« oder »Entwicklungsdenken« • Eintritt des erwachsenen Anderen

Vorlesung vom 18. Februar 1992: Die Verführung lässt die Anlehnung platzen • Rückkehr zum »Narzissmus«: das Ich und das Triebhafte • Metonymische und metaphorische Ableitung des Ich • Das Ich und das Selbst • Der sogenannte »primäre« Narzissmus als sekundärer Zustand ... • ... eine Idee, die Freud in der Folge verschleiern wird • Narzisstische Phase oder narzisstische Momente • Ich-vereinigende Faktoren: Federn, Lacan, Anzieu • Narzissmus und narzisstische Objektwahl • Hin zu einer Theorie der Liebe?

Vorlesung vom 25. Februar 1992: Allgemeine Sicht, dargestellt in drei Modellen • Der Text von 1914: ein instabiles Gleichgewicht • Die Sexualität in Gefahr? Unangenehme Diskussion mit Jung • Gefahren des Jung’schen Monismus: Zusammenfallen der Selbsterhaltung mit einem Pansexualismus ... • ... und Zusammenfallen des Pansexualismus mit einer Desexualisierung • Verdeckte Aspekte der Desexualisierung • Doch es erscheint der Todestrieb. »Leben und Tod in der Psychoanalyse« • Einige Verirrungen mit dem Todestrieb • Alles, was der Kleinianismus verloren hat • Die Psychoanalyse neu gründen: die Freud’sche »Anforderung« wiederaufspüren

II Biologismus und Biologie

Psychoanalyse und Biologie: Realitäten und Ideologien, Teile I / II / III

Der Autor

Jean Laplanch, (* 21.6.1924 † 6.5.2012), besuchte die Ecole normale supérieure und studierte Philosophie. Er begann 1947 eine Analyse bei Jacques Lacan und studierte anschließend Medizin. Nach seinem Bruch mit Lacan 1964 gründete er mit anderen die Association psychanalytique de France. Zusammen mit J.-B. Pontalis verfasste er »Das Vokabular der Psychoanalyse« (1967). Von 1970 bis 1993 war er Professor an der Universität Paris VII und entwickelte in seinen Vorlesungen (»Problématiques«, Bände I bis VII) die allgemeine Verführungstheorie. Er war wissenschaftlicher Leiter der neuen Freud-Übersetzung ins Französische, die seit 1989 publiziert wird.

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