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Ebbe und Flut - Gezeiten des Eros

Psychoanalytische Gedanken und Fallstudien über die Liebe

Details

Verlag Kohlhammer
Auflage/ Erscheinungsjahr 11.11.2010
Format 23,2 × 15,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 156 Seiten
Abbildungen 9 Abb.
Gewicht 271 g
SFB Artikelnummer (SFB_ID) 9783170206847

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Zu diesem Buch

Liebe bedeutet, sich an andere Menschen, Ideen oder Dinge zu binden, aber auch, sich notfalls wieder auf sich zurückzuziehen. Beides kann befruchtend oder zerstörend wirken - wie Ebbe und Flut. Ausgehend von Freuds Triebdualismus der beiden Grundtriebe Eros und Todestrieb werden psychoanalytische Konzepte erörtert, die für das Verständnis dieser seelischen Vorgänge hilfreich sind. Drei Kapitel sind dem kämpfenden, dem verwundeten und dem gestärkten Eros gewidmet. Sie behandeln Kämpfe zwischen der Liebe und ihren Gegenspielern, individuelle psychische und somatische Notlösungen und Heilungsprozesse, die nach psychoanalytischen Behandlungen zur Entwicklung der Liebesfähigkeit führten. Beispiele aus der Praxis und der Literatur machen die seelischen Phänomene lebendig.

»Die Entdeckungen der von Sigmund Freud begründeten Psychoanalyse haben zu der Annahme einer zentralen psychischen Energie geführt, die Freud als ›Libido‹ bezeichnete, in der sich der Sexualtrieb äußert und die all jene seelischen Phänomene hervorruft, die wir im täglichen Sprachgebrauch ›Liebe‹ nennen. Die Libido ist jene Kraft, durch die es dem Individuum gelingt, Liebesobjekte zu entdecken und sich an sie zu binden, aber auch, sich wieder von ihnen zurückzuziehen; beides kann befruchtend oder aber zerstörend wirken – wie Ebbe und Flut.

Das Thema dieses Buchs hat sich gleichsam aus meinem 2006 erschienenen Buch ›Die Melodie des Abschieds – Eine psychoanalytische Studie zur Trennungsangst‹ herauskristallisiert. Während dort die Trennung mit ihren unzähligen Facetten im Mittelpunkt stand, ist es im Gegensatz dazu in ›Ebbe und Flut‹ die Bindung. Der Untertitel ›Gezeiten des Eros‹ spielt auf Freuds resümierendes Konzept vom Lebens- und Todestrieb an: Eros ist in diesem Sinn nicht als mythologische Figur, sondern als eine basale psychische Funktion zu verstehen. Die antagonistischen seelischen Vorgänge, die den Phänomenen der Liebe zugrunde liegen, sind hochkomplex, laufen unbewusst ab und sind miteinander verknüpft. (…)« (Aus dem Vorwort der Autorin)

Aus dem Inhalt

Der kämpfende Eros – antagonistische Modellvorstellungen über seelische Energie

  1. Libido („Liebe“) und ihre Gegenspieler
  2. Die grundlegenden Modellvorstellungen von Besetzung (Cathexis) und Rückzug der Besetzung (Decathexis) sowie von einer äußeren und einer verinnerlichten Welt der Objekte
  3. Differenzierung von Aggression und Destruktion
  4. Der ungeliebte Todestrieb und die begehrte Sexualität
  5. Die Einheit von Körper und Seele – ein offenes, komplexes System
  6. Der Antagonismus von Gesundheit und Krankheit.

Der verwundete Eros – individuelle psychische und/oder somatische Notlösungen

  1. Progression und Regression
  2. Reparation und neue Entwicklung
    a) Kreativität als Schöpfungsakt
    b) „Verbotene Liebe – ein größeres Verbrechen als Hass“
  3. Die „tote Mutter“ und die Hoffnung des Einfrierens
  4. „Verkehrte Liebe“ – eine sexualisierte Vermeidung von Nähe und Gemeinsamkeit
    a) Überblick
    b) Perversion und Kreativität
    c) Die Rigidität perverser Inszenierungen
    d) Ergänzungen zum Inhalt der ausgeblendeten Ängste
  5. Gefährlicher Systemwechsel – Somatisierung anstatt seelischer Verarbeitung
  6. Individuelle innere Bewegungen - Richtung Ruhe oder Lebendigkeit?

Der gestärkte Eros – das spezifische Entwicklungsangebot der Psychoanalyse

  1. Die „Rätsel“ der Liebe und die „Kunst“ der Psychoanalyse
  2. Die Übertragung – Liebe zu einem Fremden
    a) „Übertragung“ immer und überall – Psychoanalyse-Patienten zur Zeit Freuds und heute
    b) Ein Beispiel entgleister Angst in einer Abhängigkeitssituation
  3. Psychoanalyse – Zeit für Zeitlosigkeit
    a) Die Macht der Vergegenwärtigung
    b) Das Auftauen verfehlter und deshalb erstarrter Situationen der Vergangenheit
    c) Das Phänomen einer dichten Rekapitulation von Erinnerungen
  4. Falldarstellungen
    a) Suchbilder
    b) Das zweite Schlachtfeld
    c) Die heimliche Scheidung
    d) Das Lauschen hinter dem Wasserschleier der Worte
    e) „My Fair Lady“ – oder die Rolle von Liebe und Hass im Umgang mit Narzissten

Über die Autorin

Dr. Sylvia Zwettler-Otte ist Psychoanalytikerin/Lehranalytikerin in freier Praxis in Wien. Von 2000 bis 2004 war sie Vorsitzende der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Mehrere Buchpublikationen, darunter "Die Melodie des Abschieds - Eine psychoanalytische Studie zur Trennungsangst".

Lieferbarkeitshinweis /Erhaltung

Im Archiv der SFB in wenigen ungelesenen und mithin sehr gut erhaltenen Exemplaren verfügbar; der gefragte Titel ist beim Verlag restlos vergriffen.

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