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Dummheit

Details

Verlag Brinkmann u. Bose
Auflage/ Erscheinungsjahr 09.2005
Format 25 × 16 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 376 Seiten
ISBN 9783922660880

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42,00 €


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Zu diesem Buch

»Die Versuchung besteht darin, der Dummheit den Krieg zu erklären ...

"... als wäre sie ein bezwingbares Objekt, als wüßten wir noch, wie ein Krieg zu führen sei oder ein Objekt so zu umschreiben wäre, daß Bedeutung entstehen oder Zukünftigkeit aufscheinen könnte. Nur schwer sind Umstände vorstellbar, die eine staatliche Behörde oder eine Regierung, selbst eine U.S.-Regierung, dazu bringen könnten, der Dummheit den Krieg zu erklären, so wie sie sich einen großangelegten Drogenkrieg vorgenommen hat. Denn das unterstellte Objekt der Drogenkriege war wenigstens greifbar, obwohl es in den Umkreis einer politisch suspekten »Bande« gehört.

Die Dummheit dagegen überbordet und unterläuft Greifbarkeit, sie schießt los, liegt ein paar Runden vorne, fällt zurück, und wird in den Fängen der Verleugnung nach Haus geschleppt - um wiederzukehren. Mit dem in Verbindung stehend, was sich nicht erschöpft, ermüdet die Dummheit das Wissen und läßt die Geschichte in abgetragenen Kleidern daherkommen, von Schillers erschöpftem Eingeständnis, daß sogar die Götter die Dummheit nicht besiegen können, bis zu Hannah Arendts frustrierter Bemühung, den genauen Status und das Niveau von Adolf Eichmanns Dummheit in einem Brief an Karl Jaspers zu bestimmen, bis hin zu den neuesten psychoanalytischen Beschreibungen der dumpfen Innenwelten des despotischen Geistes (der Erbe des Idioten-Königs, den Lacan erwähnt) - hat Dummheit stummen Widerstand gegenüber den politischen Dringlichkeiten geleistet, ein Beispiel für einen nicht berechenbaren ethischen Hiatus. Wirklich schweigt die Dummheit, der Zulieferer selbstgewisser Anmaßung, genau über all das, was ihre empfindungslosen Hierarchien stören könnte.« (Aus der Einleitung der Autorin)

Aus dem Inhalt

  • Spätzünder
  • Die Frage der Dummheit. Warum wir in der Provinz bleiben
  • Die Politik der Dummheit. Musil, »Dasein«, der Angriff auf Frauen und meine Erschöpfung
  • Die Rhetorik des Prüfens
  • Satellit Kierkegaard
  • Verschwinden und Wiedergängertum des Idioten
  • Satellit Wordsworth. »The Idiot Boy«
  • Satellit Kant. Die Figur des lächerlichen Philosophen: oder warum ich so populär bin

Die Autorin

Avital Ronell (* 15. April 1952 in Prag) ist eine amerikanische Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und Philosophin. Sie lehrt als Professorin für Deutsche, Vergleichende und Englische Literatur an der New York University und an der European Graduate School. Ihr umfangreiches Werk zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Dekonstruktion. Ronell wurde in Prag als Kind israelischer Diplomaten geboren und war Performancekünstlerin, bevor sie sich akademischen Studien zuwandte. Sie studierte bei Jacob Taubes und Hans-Georg Gadamer am Institut für Hermeneutik der Freien Universität Berlin, promovierte 1979 an der Princeton University und setzte dann ihre Studien bei Jacques Derrida und Hélène Cixous in Paris fort.

Avital Ronell unterrichtete Vergleichende Literatur an der University of California, Berkeley, bevor sie an die New York University wechselte, wo sie eine Forschungsplattform zu Trauma und Gewalt eingerichtet hat. Während sie in Berkeley regelmäßig gemeinsam mit Judith Butler, Jean-Luc Nancy und Philippe Lacoue-Labarthe unterrichtete, lehrte sie an der New York University zunächst an der Seite von ihrem Freund und Förderer Jacques Derrida.

In ihrer Arbeit setzt Ronell sich etwa mit Phänomenen des Gespenstischen in der Literatur (Dictations), der Frage nach der Technik (The Telephone Book), dem Zusammenhang von Drogen und Dichtung (Crack Wars), der Stellung der Dummheit in der Geschichte der Philosophie (Stupidity), dem positivistischen Bedürfnis nach Erzeugung empirischer Evidenzen (The Test Drive), und dem Problem väterlicher Autorität (Loser Sons) auseinander.

Referenzen, auf die in Ronells Schriften immer wieder Bezug genommen wird, sind unter anderen die deutschsprachigen Dichter Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Rainer Maria Rilke und Franz Kafka; die Philosophen Friedrich Nietzsche, Walter Benjamin und Martin Heidegger; die Psychoanalytiker Sigmund Freud und Jacques Lacan; sowie zahlreiche Denker der neueren französischen Philosophie wie Emmanuel Levinas, Jean-François Lyotard, Jean-Luc Nancy und vor allem Jacques Derrida.

In den Dokumentarfilmen The Call: Philosophie im Bild 1 (2005) von Arno Böhler, Examined Life (2008) von Astra Taylor sowie Derrida (2002) von Kirby Dick und Amy Ziering wurde Ronell interviewt und ihre Arbeit vorgestellt.

(Quelle: Wikipedia)

Rezensionen

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