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Die psychoanalytische Ausbildungssupervision – »Thinking under fire«

Geschichte, Methoden und Konflikte

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 05.2019
Format 21 × 14,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 330 Seiten
Gewicht 483
Reihe Forschung psychosozial
ISBN 9783837928242

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39,90 €


Merkliste

Zu diesem Buch

Gisela Grünewald-Zemsch, in Nürnberg niedergelassene Psychoanalytikerin (DPG) fasst die Entwicklung der Ausbildungssupervision vom Beginn der psychoanalytischen Ausbildung bis heute zusammen und diskutiert diese insbesondere hinsichtlich der sehr spezifischen deutschen Verhältnisse. Sie beleuchtet die Ausbildungssupervision mithilfe psychoanalytischer Konzepte sowohl inhaltlich als auch unter emotional-kommunikativen Aspekten.

Aus dem Vorwort der Autorin

"(...) Die psychoanalytische Ausbildungssupervision findet in einem Bereich statt, in dem es zunächst anscheinend vor allem um Wissensvermittlung, Kompetenzerwerb, Veränderungsbestreben und Entwicklungsbedürfnisse geht. Angst vor dem Unbewussten und Undenkbaren würde man hier weniger vermuten als in der Lehranalyse, die häufig im Fokus der Kritik an der psychoanalytischen Ausbildung steht. Was aber ist dann die Herausforderung, das Zögern, das ich während der gesamten Durchführung und Verschriftlichung dieser Forschungsarbeit bis hin zur Fertigstellung des Manuskripts für dieses Buch bei mir und anderen erlebt habe?

Zwei zentrale Knotenpunkte waren spürbar und immer neu zu entwirren: die Erkenntnis, dass in Ausbildungssupervisionsbeziehungen unbewusste eigene, »private« Zustände von Supervisor und Supervisand und der Forscherin – ohne Möglichkeit der Verhinderung und Abwehr – Platz gegriffen und diese sich vermischt haben mit den ebenfalls unumgänglichen institutionellen, unübersichtlichen Verknüpfungen und den daraus resultierenden Empfindlichkeiten und Ängsten aller Beteiligten. Denken und Fühlen aller Beteiligter sind unter Beschuss – von innen und außen, persönlich und dynamisch-strukturell. Der zweite Knotenpunkt lässt sich daran erkennen, dass sich nur wenige mutige Kolleginnen und ein mutiger Kollege den Bedingungen dieser Beforschung anvertrauen konnten. (...)

Das vorliegende Buch diskutiert die gegenwärtigen Probleme und enthält Anregungen zu ihrer Überwindung. Es versucht eine vorläufige, sicherlich unvollständige, Kartografie und Beschreibung jener Aspekte der Ausbildungssupervision, die dazu beiträgt, dass Supervisanden, Supervisoren und das Institut ›unter Beschuss‹ geraten. Das zentrale Anliegen besteht – neben einer Bestandsaufnahme der institutionalisierten psychoanalytischen Ausbildung – darin, alle an dieser Ausbildung Beteiligten anzuregen, weiterhin und vermehrt Möglichkeiten und Hindernisse zu diskutieren, wie die Supervisionsbeziehung in der psychoanalytischen Ausbildung weiterentwickelt werden kann, wie sie emotional besser erkennbar werden kann, wie der Austausch untereinander gefördert werden und Weiterbildung zukünftig auch in diesem Bereich vorangebracht werden kann. Gelingt es den an der Ausbildung Beteiligten, nicht nur das therapeutische Material der Behandlung, die theoretischen Erkenntnisse, die eingesetzten Supervisionsmodelle sowie die Gefühlsqualität(en) aller als wirksam anzuerkennen, können die notwendig entstehenden Verwicklungen hilfreich sein (...)"

Inhalt

Fragen – statt eines Vorworts

1 Einführung: 1.1 Motivation und Erfahrung // 1.2 Der Forschungsgegenstand // 1.3 Der Rahmen der Arbeit // 1.4 Ziel und Fragestellung // 1.5 Das Forschungsprojekt // 1.6 Der Aufbau dieses Buches.

2 Die institutionalisierte psychoanalytische Ausbildung in Deutschland: 2.1 Rahmenbedingungen und Abläufe der Ausbildung in der DPG // 2.1.1 Theorieseminare // 2.1.2 Lehranalyse // 2.1.3 Supervision und ihr Rahmen // 2.2 Das supervisorische Setting – Eine kurze Einführung in die Supervisionssituation // 2.3 Rechtliche Aspekte in der psychoanalytischen Ausbildung

3 Supervision und Supervisionsforschung: State of the Art: 3.1 Kontrollanalyse // 3.2 Supervision // 3.3 Klinische Supervision, Supervision in der Psychotherapie(-ausbildung) // 3.4 Supervision als reflexive Methode.

4 Theorien der psychoanalytischen Supervision: 4.1 Parallelprozess und triadische intersubjektive Matrix // 4.1.1 Parallelprozess – Spiegelungsprozess // 4.1.2 Die triadische intersubjektive Matrix als Supervisionsmodell // 4.2 Projektive Identifizierung und projektive Gegenidentifizierung // 4.3 Der intersubjektive und unbewusste Austausch zwischen Subjekt und Objekt in einem psychischen Raum // 4.3.1 Negative Capability // 4.3.2 Selected facts // 4.3.3 Neugier // 4.4 Das »Analytische Dritte« // 4.5 Vorläufige Einordnung // 4.6 Das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis – Die »Teach-or-Treat«-Kontroverse // 4.6.1 Supervision als Lern- oder Behandlungsereignis (»Teach or Treat«) // 4.6.2 Die institutionalisierte Ausbildung // 4.7 Auswertung.

5 Forschung über die psychoanalytische Ausbildungssupervision: 5.1 Fleming und Benedek // 5.2 Wallerstein und das »San Francisco Project« // 5.3 Martin, Mayerson, Olson und Wiberg // 5.4 Cabaniss, Glick und Roose // 5.5 Kahl-Popp // 5.6 Nagell, Steinmetzer, Fissabre und Spilski // 5.7 Szecsödy // 5.8 Wiegand-Grefe und Schuhmacher // 5.9 Zaslavsky, Tiellet Nunes und Eizirik.

6 Die Forschungsfrage von »Thinking under fire«: 6.1 Entwicklung der Fragestellung // 6.2 Methoden
6.3 Untersuchungsverlauf // 6.3.1 Design // 6.3.2 Interviewfragen // 6.3.3 Auswertung // 6.3.4 Ethikfragen.

7 Der Blick auf die Oberfläche: 7.1 Verdichtung des Materials // 7.2 Fragen und Antworten // 7.2.1 Behandlungsprozess und hilfreiche Aspekte in der Supervision // 7.2.2 Kompetenzentwicklung beiderseits und Rückmeldepraxis // 7.2.3 Übertragung und Gegenübertragung – Verstrickungen in der Supervisionsbeziehung // 7.2.4 Die Sicht auf den Einfluss institutioneller Faktoren // 7.2.5 Das Abschlussinterview.

8 Kategorien zur Beschreibung der Tiefenstruktur der Ausbildungssupervisionsbeziehung: 8.1 Komplexität und Reduktion des Materials // 8.2 Modelle in der Supervision // 8.3 Gefühle in der Übertragungs-/Gegenübertragungsbeziehung // 8.4 Ausbildungsbeziehung und Kollegialität // 8.5 Das Institut als Ort der (ausgelagerten) Konflikte.

9 Fünf Paare – Fünf Prozesse: 9.1 Frau A und Frau B // 9.1.1 Vorstellung der Supervisionssituation: Die Behandlung und die institutionelle Situation der Supervision // 9.1.2 Prozessberichte // 9.1.3 Kategorien im Supervisionsprozess // 9.2 Frau X und Frau Y // 9.2.1 Vorstellung der Supervisionssituation: Die Behandlung und die institutionelle Situation der Supervision // 9.2.2 Prozessberichte // 9.2.3 Kategorien im Supervisionsprozess // 9.3 Frau E und Frau F // 9.3.1 Vorstellung der Supervisionssituation: Die Behandlung und die institutionelle Situation der Supervision // 9.3.2 Prozessberichte // 9.3.3 Kategorien im Supervisionsprozess // 9.4 Frau H und Frau L // 9.4.1 Vorstellung der Supervisionssituation: Die Behandlung und die institutionelle Situation der Supervision // 9.4.2 Prozessberichte // 9.4.3 Kategorien im Supervisionsprozess // 9.5 Herr S und Frau T // 9.5.1 Vorstellung der Supervisionssituation: Die Behandlung und die institutionelle Situation der Supervision // 9.5.2 Prozessberichte // 9.5.3 Kategorien im Supervisionsprozess.

10 Diskussion der Ergebnisse: Thinking under fire: 10.1 Kommunikative und emotionale Prozesse in der Ausbildungssupervisionsbeziehung – Zusammenfassung der Ergebnisse in den Kategorien // 10.1.1 Das Ringen mit dem Material // 10.1.2 Explizite und implizite Supervisionsmodelle // 10.1.3 Gefühle in der Supervisionsbeziehung // 10.1.4 Ausbildungsbeziehung und Kollegialität // 10.1.5 Das Institut als Ort der (ausgelagerten) Konflikte // 10.2 Reflexion des methodischen Vorgehens // 10.2.1 Das Unbewusste messen // 10.2.2 Mischqualität des Untersuchungsgegenstandes – Kauderwelsch der Methoden // 10.2.3 Die Stichprobe // 10.2.4 Der Abstand der Forscherin zum Forschungsgegenstand // 10.2.5 Blick zurück – Die Entwicklung der Forscherin // 10.3 Zusammenfassung und These.

Literatur / Danksagung

Die Autorin

Gisela Grünewald-Zemsch, Dr. phil., Dipl.-Psych., geb. 1958, ist als Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Nürnberg tätig. Sie ist Lehranalytikerin und Supervisorin. Ihre Schwerpunktinteressen sind neben Ausbildungsfragen die politischen Implikationen und institutionellen Aspekte der Psychoanalyse der Gegenwart und der psychoanalytischen Ausbildung sowie das psychoanalytische Verständnis schwerer Pathologien.

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