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Die Lehre von den Geschlechtsverirrungen (Psychopathia sexualis)

Details

Verlag Franz Deuticke, Leipzig und Wien
Auflage/ Erscheinungsjahr 1921, EA
Format 23,3 × 16 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Halbleder mit goldgeprägtem Rücken
Seiten/ Spieldauer 458 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-001612_AQ

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Über den Autor

Isidor Isaak Sadger (* 29. Oktober 1867 in Neusandez, Galizien; † Dezember 1942 im Ghetto Theresienstadt) war jüdischer Arzt und Psychoanalytiker in Wien. Als Student verfolgte er begeistert Sigmund Freuds Vorlesungen in den Jahren 1895 bis 1904. Sadger hatte so als Hörer schon in den 90iger Jahren Kontakt zu Freud und war ab 1906 auf Freuds Vorschlag in der ´Mittwochs-Gesellschaft` gekommen. Er zählt zweifellos zu den profiliertesten Persönlichkeiten um Freud und bezeichnete sich selbst als dessen ´ältesten Schüler`.

Sadger führte 1908 als erster eine psychoanalytische Behandlung mit einem Homosexuellen durch, was in der jungen psychoanalytischen Gemeinde kontrovers diskutiert wurde. Der Begriff ´Sadomasochismus` wurde 1913 von ihm geprägt. Im Jahre 1930 verfaßte Sadger seine Erinnerungen über seine Begegnungen mit Freud, die er aber erst nach seinem Tod veröffentlicht wissen wollte. Aus Altersgründen konnte sich Sadger vor den Nationalsozialisten nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen, wurde am 10. September 1942 festgenommen, ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und dort im Dezember desselben Jahres ermordert. (vgl. Mühlleitner, 1992, 282 f.).

Zu dieser Ausgabe

Die folgenden Beiträge zur Lehre von den Geschlechtsverirrungen sind nach Vorträgen aufgezeichnet worden, die ich im Mai 1919 in einem Verein von Medizinern hielt. Sie geben die Frucht vieljähriger Arbeit, in der ich die Lehre und analytische Methode Professor Freuds auf die Psychopathia sexualis anwandte. Gern spreche ich an dieser Stelle schon aus, daß mein Buch nicht hätte geschrieben werden können ohne seine »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie", die Bibel der Psychoanalytiker, . und ohne die vielfach ins Tiefste leuchtenden Anregungen Freuds, welche ich als sein wohl ältester Schüler aus seinen Vorlesungen und den Mittwoch-Abenden der „Wiener psychoanalytischen Vereinigung" davontragen konnte. Überall wird man in den einzelnen Kapiteln seine Gedankengänge wiederfinden, daneben aber auch, wie ich hoffen will, meine selbständige Forschung nicht verkennen. Überflüssig zu sagen, daß, wo ich abweiche von des Meisters Anschauungen, und vor allem in den kritischen Ausführungen die Verantwortung für das dort Vorgetragene ausschließlich meine Schultern belastet. Noch ein Wort über die angeführte Kasuistik. Im Gegensatze zu anderen Lehrbüchern dieser Art habe ich von jeder Perversion nur Stichproben gegeben. Schon aus räumlichen Gründen. Während sonst die Beispiele sich über ½, 1 oder, wenn es hoch kam, 3 bis 4 Seiten Petitdruck erstreckten, füllt schon der einzige Fall von Inversion, den ich hier bringe, 36 Seiten im Druck, und das, obwohl die Zergliederung desselben bloß zweimal 14 Tage währte. Ein psychoanalytisch aufgelöster Fall einer Perversion ist, eben etwas durchaus anderes als die kurze, oberflächliche Anamnese des Kranken selber. Ein wirklich erschöpfender Bericht über das Sexualleben eines Homosexuellen würde mindestens hundert Druckseiten füllen. Man begreift, daß da viel Kasuistik nicht zu geben war, sollte dies Buch nicht zum Wälzer werden. So habe ich denn von der kompliziertesten Perversion, der Homosexualität, nur einen einzigen Fall gebracht, von den übrigen aber nur wenige Ausschnitte. Bei der Auswahl derselben war es mir ferner weit minder um grelle, extreme Beispiele zu tun, als um lehrreiche, die irgendwie ein neues Streiflicht werden.

Aus dem Inhalt

A. Allgemeiner Teil.

  • I. Kapitel: Das Geschlechtsleben des Kindes
  • II. Kapitel: Die Stellung des Kindes in der Familie. Der Ödipus Komplex
  • III. Kapitel: Der Kastrations-Komplex
  • IV. Kapitel: Allgemeines über die Sexualentwicklung
  • V. Kapitel: Allgemeines über die Perversionen

B. Spezieller Teil.

  • I. Kapitel: Die psychische Impotenz des Mannes und die vaginale Unempfindlichkeit (sogenannte Anaesthesia sexualis) des Weibes
  • II. Kapitel: Beiträge zur Onanie
  • III. Kapitel: Die Homosexualität
  • IV. Kapitel: Der sado-masochistische Komplex
  • V. Kapitel: Der Fetischismus
  • VI. Kapitel: Exhibitionismus

Zum Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB das Exemplar in einem für sein Alter noch recht guten Zustand; im Innenteil ohne jede Anmerkungen, Anstreichungen o.Ä.; mit schönem Exlibris; Seltenes und insgesamt gutes Exemplar.

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