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Die Juden in der Karikatur

Ein Beitrag zur Kulturgeschichte

Details

Verlag Albert Lange, München
Auflage/ Erscheinungsjahr 1921, EA
Format 20,5 × 27,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OLn. mit goldgeprägtem Titel
Seiten/ Spieldauer VII, 309 Seiten, 1 Bl.
Abbildungen Mit 307 Textillustrationen und 31 schwarzen und farbigen Beilagen
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-007742_AQ

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Erste Ausgabe. Originalleinwandbindung mit Goldprägung auf Vorderdeckel und Rücken. Mit montierter farbiger Abbildung auf Vorderdeckel, Gewebeinnenfälzen und Zeichenband, gedruckt auf Kunstdruckpapier, Schrift: Fraktur.

Vorwort

Dieses Buch lag auf meinem Weg, genau wie mein früheres Werk „Die Frau in der Karikatur." Die Judenfrage ist neben der Frauenfrage eines der auffälligsten Sondergebiete in der Karikatur aller Zeiten und Völker. Ich mußte dieses Buch also eines Tages schreiben, nachdem ich die Karikatur als eine wichtige Wahrheitsquelle für die geschichtliche Erforschung der Vergangenheit erkannt und proklamiert hatte. Der Plan zu diesem Buch ist deshalb schon sehr früh bei mir aufgetaucht, und die ersten Vorarbeiten - das Sammeln der bezeichnendsten Judenkarikaturen und der für die Ausarbeitung ebenso wichtigen literarischen Flugblätter - liegen ebenfalls schon sehr weit zurück. Meine ursprüngliche Absicht war, das Buch etwa um das Jahr 1915 herauszubringen, nach Vollendung meiner Daumier-Ausgabe. Der Weltkrieg hat diesen Plan zerstört. Er hat es mir unmöglich gemacht, mein Material zu vervollständigen, das um-entbehrliche Quellenmaterial aufzutreiben, und er hat auch die technischen Vorbedingungen der Herstellung Jahre hindurch zunichte gemacht. Diese technischen Vorbedingungen sind erst seit kurzem wieder gänzlich gegeben. Leider unter den allgemein bekannten veränderten Umständen, die ein Buch sechs: bis achtmal so teuer machen wie früher. Und das ist für mich die größte Hemmung beim Schreiben. Bücher schreiben, die in der Hauptsache nur noch von Leuten mit ungeheuer gesteigertem Einkommen gekauft werden können, das ist fast literarischer Hurendienst. Wenigstens empfinde ich es so. Für eine neue Menschheit zu schreiben, müßte köstlich sein, nicht aber für die neuen Reichen. Glücklich jene, die diese neue Menschheit erleben. Da es sich in diesem Buch um eine rein historische Arbeit handelt, der jede parteipolitische oder agitatorische Tendenz mangelt, und da die Erkenntnisse, zu denen meine historischen Untersuchungen führen, nur insofern aktuelle Bedeutung haben, als sie die Gesetze aufdecken, die auch in der Gegenwart bei der Entstehung von Judenkarikaturen letzten Endes wirksam sind, so hat diese Verzögerung in der Ausarbeitung und im Erscheinen auf den ursprünglichen Plan keinerlei Einfluß ausgeübt. Dagegen haben die Erfahrungen des Weltkrieges, der besonders in den Ländern der Besiegten zu einer neuen und starken antisemitischen Welle geführt hat, meine Erkenntnisse über die geschichtlichen Zusammenhänge des Antisemitismus im Gegenteil nach jeder Richtung bestätigt und bekräftigt. - Über das Arrangement der Bildbeigaben auf den folgenden Seiten möchte ich an dieser Stelle einige Worte voranschicken. Es ist zweifellos für den Leser am bequemsten und für das aufmerksame Lesen am eindruckvollsten, wenn Bild und Text sich insofern miteinander decken und verschmelzen, daß die Bilder sich dem Beschauer auch auf den Seiten darbieten, auf denen im Text davon die Rede ist. So sehr ich die Wichtigkeit dieses Umstandes einsehe, muß ich doch leider erklären, daß diese Absicht alsbald ein technisch unlösliches Problem darstellt, wenn man sich gleichzeitig von dem Bestreben leiten läßt, so viel als nur irgend möglich an Bildmaterial vorzuführen. Dieses aber scheint mir das Wichtigere zu sein. Das zeitgenössische Bild ist für mich, wie gesagt, eine überaus wertvolle Wahrheitsquelle, die nach meiner Überzeugung niemals durch Worte ebenbürtig zu ersetzen ist. Darum suche ich bei allen meinen Büchern dem Leser so viel an Bildmaterial vorzuführen, wie buchtechnisch irgendwie möglich ist. Dazu kommt im vorliegenden Falle, daß das Bild nicht den Text illustrieren soll, sondern daß der Text den Bilderreichtum begründen soll. Unter diesen Umständen ist selbstverständlich ein Zusammentreffen von Text und Bild ausgeschlossen, und der Leser muß sich mit der Unbequemlichkeit abfinden, an der Hand der entsprechenden Hinweise im Text das Zusammengehörige selbst aufzufinden. Die Reihenfolge der einzelnen Bilddokumente habe ich in der Hauptsache historisch getroffen, im besonderen aber ist das Arrangement bestimmt gewesen von dem Wunsch nach einer künstlerisch harmonischen Gesamtwirkung Noch einen Punkt möchte ich an dieser Stelle erwähnen. Die Besitzer meiner „Karikatur der europäischen Völker" und der „Frau in der Karikatur" werden in diesem Bande einigen Karikaturen begegnen, die ich bereits in diesen beiden Büchern wiedergegeben habe. Es handelt sich hierbei um insgesamt 12 Abbildungen. Ich weise auf diese Wiederholung hier deshalb mit besonderer Absicht hin, weil ich damit von meinem bis jetzt streng eingehaltenen Plan abgewichen bin, in jeder neuen Veröffentlichung auch absolut neues Bildmaterial vorzuführen. Bei einer Sonderbehandlung eines Einzelgebietes, wie es z. B. die Juden in der Karikatur darstellen, muß ich natürlich alles bezeichnende Material vereinigen und durfte nicht auf jene Blätter verzichten, die ich früher schon in anderem Zusammenhang vorgeführt habe, wenigstens nicht, soweit es sich um besonders bezeichnende Beispiele handelt.

Berlin: Zehlendorf, im Sommer 1921
Eduard Fuchs

Aus dem Inhalt

Erster Teil

  • I. Allgemeines
  • II. Die Bedeutung der Karikatur 
  • III. Die Rolle der Juden in der Geschichte 
  • IV. Der Anteil der Juden an der europäischen Kultur 
  • V. Warum sind die Juden von aller Welt gehasst? 

Zweiter Teil

  • VI. Das Wesen der Karikatur 
  • VII. Die Rolle der Judenkarikatur 
  • VIII. Bis zur Judenemanzipation. 14.-18. Jahrhundert
    Die literarische Satiere
    Die Sprachliche Satiere
    Die plastische Satiere
  • IX. Die Juden in der Karikatur des 19. Jahrhunderts
  • X. Das Erotische in der antijüdischen Satire 
  • XI. Die jüdische Selbstironie

Zum Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB die materialreiche Arbeit des bekannten jüdischen Kultur- und Sexualwissenschaftlers Eduard Fuchs als in vergleichsweise gut erhaltenes Exemplar der Erstausgabe verfügbar; innen völlig frisch und ohne Anstreichungen, Anmerkungen o. Ä.; das Papier minimal nachgedunkelt; der leinengebundene Einbanddeckel licht- und altersbedingt leicht aufgehellt. - Insgesamt ein noch gutes und sammelwürdiges Exemplar.

Rezensionen

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