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Die Idee des Friedens und die menschliche Aggressivität

Vier Versuche

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr 18. Aufl. 04.10.1969
Format 18,4 × 12,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 152 Seiten
Gewicht 193
Reihe Bibliothek Suhrkamp, Band 233
ISBN 978-3-518-01233-8

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»Wir befassen uns nicht nur ungern mit dem Frieden, wir befassen uns noch viel weniger gern mit unserer eigenen Aggressivität.«

Alexander Mitscherlich

Zu diesem Buch

»Heftigkeit, Beweglichkeit, leichte Weckbarkeit aggresiven Verhaltens sind typische Artmerkmale des Menschen. Für gewöhnlich stört Aggression das Zusammenleben, deshalb richtet sich Moral häufig gegen sie. Aus Aggression wird eine Untugend. Es sei denn, das Gegenteil trifft zu. Aggression nimmt dann die Züge einer heldischen, männlichen Tugend an, eines Führermerkmals. Richtet sie sich gegen »Feinde«, ist sie von Beifall gefolgt, unter Freunden und Bekannten soll sie schweigen. Aber wieviel List wird nicht aufgeboten, um ihr freien Lauf zu garantieren. Feinde müssen gefunden, gar erfunden werden, damit sie zur Befriedigung kommt. Im Umgang mit manchen Menschen weiß man nicht, wann man ihm als Freund, wann als Feind dienen muß. All das hat nicht zum Verständnis des Phänomens menschlicher Aggression beigetragen. [...]

Es war nicht die Aufgabe dieser Überlegungen, auch solche praktisch außergewöhnlich wichtigen, aber doch eben sekundären Zwänge zu beachten. Durch Machtkonstellationen innerhalb der Gesellschaft gelingt es interessierten Gruppen, friedlichen Planungen entschlossen in den Weg zu treten. Das lenkt von der Beachtung primärer Vorbedingungen der mangelnden Friedfertigkeit ab. Der Psychoanalytiker sucht bei seinen Kranken wie bei seiner Gesellschaft nach den innerseelischen Bedingungen, die eine Pazifierung hemmen. Das Wissen, das er dabei gegen zähen Widerstand sammelt, kann eines Tages dem Soziologen wie dem Politiker nützlich sein. Erst im Zusammenfügen aller beobachtbaren Determinanten läßt sich eine Prognose ermitteln - die Prognose darüber, ob es bei der immer wiederkehrenden Verwandlung von Aggression in Destruktion bleiben muß -, was dann wohl, mit K. Kraus zu sprechen, auf die »letzten Tage der Menschheit« hinführen und das Streitgespräch über die Existenz eines Todestriebes mit beenden würde.«

Aus dem Inhalt

  • Aggression - Annäherungen an das Thema vom Alltag her
  • Aggression und Anpassung
  • Thesen über Grausamkeit
  • Die Idee des Friedens und die menschliche Aggression

Über den Autor

Alexander Mitscherlich, geboren am 20. September 1908 in München, gehört zu den großen kritischen Gelehrten der Bundesrepublik Deutschland. Von 1960 bis 1976 leitete der Mediziner und Psychoanalytiker das von ihm gegründete Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main. Seine Bücher Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft (1963), Krankheit als Konflikt (1966) und Die Unfähigkeit zu trauern (zusammen mit Margarete Mitscherlich-Nielsen, 1967) lösten tiefgreifende Diskussionen aus. 1969 erhielt Alexander Mitscherlich den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Alexander Mitscherlich starb am 26. Juni 1982 in Frankfurt am Main.

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB als ein verlagsfrischer Archivbestand zum Angebotspreis.

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