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Geiselberger, Heinrich (Hg.)

Die große Regression

Eine internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr Originalausgabe; 10.04.2017
Format 20,2 × 12 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 319 Seiten
Gewicht 328
Reihe edition suhrkamp SV
ISBN 9783518072912

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18,00 €


Merkliste

Mit Beiträgen von Arjun Appadurai, Zygmunt Bauman, Donatella della Porta, Nancy Fraser, Eva Illouz, Ivan Krastev, Bruno Latour, Paul Mason, Pankaj Mishra, Robert Misik, Oliver Nachtwey, César Rendueles, Wolfgang Streeck, David Van Reybrouck, Slavoj Žižek.

Zu diesem Reader

Spätestens seit sich die Folgen der Finanzkrise abzeichnen und die Migration in die Europäische Union zunimmt, sehen wir uns mit Entwicklungen konfrontiert, die viele für Phänomene einer längst vergangenen Epoche hielten: dem Aufstieg nationalistischer, teils antiliberaler Parteien wie dem Front National und der AfD, einer tiefgreifenden Krise der EU, einer Verrohung des öffentlichen Diskurses durch Demagogen wie Donald Trump, wachsendem Misstrauen gegenüber den etablierten Medien und einer Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen, die an dunkle Zeiten gemahnt. Politiker werden als »Vaterlandsverräter« verunglimpft, Muslime unter Generalverdacht gestellt, im Internet werden die krudesten Verschwörungstheorien propagiert.

In diesem Band untersuchen international renommierte Forscher und Intellektuelle die Ursachen dieser »Großen Regression«, verorten sie in einem historischen Kontext, erörtern Szenarien für die nächsten Jahre und diskutieren Strategien, mit denen wir diesen Entwicklungen entgegentreten können.

Inhalt

  • Arjun Appadurai: Demokratiemüdigkeit 17
  • Zygmunt Bauman: Symptome auf der Suche nach ihrem Namen und Ursprung 37
  • Donatella della Porta: Progressive und regressive Politik im späten Neoliberalismus 57
  • Nancy Fraser: Vom Regen des progressiven Neoliberalismus in die Traufe des reaktionären Populismus 77
  • Eva Illouz: Populismus oder die Krise der liberalen Eliten: Der Fall Israel 93
  • Ivan Krastev: Auf dem Weg in die Mehrheitsdiktatur? 117
  • Bruno Latour: Refugium Europa 135
  • Paul Mason: Keine Angst vor der Freiheit 149
  • Pankaj Mishra: Politik im Zeitalter des Zorns. Das dunkle Erbe der Aufklärung 175
  • Robert Misik: Mut zur Verwegenheit 197
  • Oliver Nachtwey: Entzivilisierung. Über regressive Tendenzen in westlichen Gesellschaften 215
  • César Rendueles: Globale Regression und postkapitalistische Gegenbewegungen 233
  • Wolfgang Streeck: Die Wiederkehr der Verdrängten als Anfang vom Ende des neoliberalen Kapitalismus 253
  • David Van Reybrouck: Lieber Präsident Juncker 275
  • Slavoj Žižek: Die populistische Versuchung 293
  • Textnachweise 319

Die AutorInnen der Beiträge

Arjun Appadurai, geboren 1949 in Mumbai, ist Goddard Professor of Media, Culture and Communication an der New York University und derzeit Gastprofessor am Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zygmunt Bauman, geboren 1925 in Posen, gestorben 2017 in Leeds, lehrte zuletzt an der University of Leeds. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Theodor- W.-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main (1998) und den Prinz-von-Asturien-Preis (2013).

Donatella della Porta, geboren 1956 in Catania, ist Professorin für Politikwissenschaft und Direktorin des Centre of Social Movement Studies an der Scuola Normale Superiore in Florenz.

Nancy Fraser, geboren 1947 in Baltimore, ist Henry A. and Louise Loeb Professor of Political and Social Science und Professorin für Philosophie an der New School in New York.

Eva Illouz, geboren 1961 in Fès, ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem und an der EHESS in Paris. Sie schreibt regelmäßig für die israelische Tageszeitung Haaretz.

Ivan Krastev, geboren 1965 in Lukovit, ist Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Seit 2015 schreibt er regelmäßig Analysen für die internationale Ausgabe der New York Times.

Bruno Latour, geboren 1947 in Beaune, Burgund, Sohn einer Winzerfamilie. Studium der Philosophie und Anthropologie, von 1982 bis 2006 Professor am Centre de l'Innovation an der Ecole nationale supérieure de mine in Paris. Gastprofessor an der University of California San Diego, der London School of Economics und am historischen Seminar der Harvard University. Seit Juni 2007 ist Bruno Latour Professor am Sciences Politiques Paris und dem Centre de Sociologie des Organisations (CSO). Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 2013 den Holberg- Preis.

Paul Mason, geboren 1960 in Leigh, ist ein englischer Autor und vielfach ausgezeichneter Fernsehjournalist. Er arbeitete lange für die BBC und Channel 4 News und schreibt regelmäßig für den Guardian.

Pankaj Mishra, geboren 1969 in Jhansi, ist ein indischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller. Er schreibt u. a. für die New York Times, die New York Review of Books und den Guardian. 2014 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

Robert Misik, geboren 1966 in Wien, ist Journalist und politischer Schriftsteller. Er schreibt unter anderem für die tageszeitung sowie die Magazine Falter und Profil und betreibt den Videoblog »FS Misik« auf der Website der Tageszeitung Der Standard. 2009 erhielt er den österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Oliver Nachtwey, geboren 1975 in Unna, ist Soziologe an der Technischen Universität Darmstadt und forscht zu Arbeit, Ungleichheit, Protest und Demokratie. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen sowie Online-Portale.

César Rendueles, geboren 1975 in Girona, lehrt Soziologie an der Universidad Complutense de Madrid.

Wolfgang Streeck, geboren 1946 in Lengerich, ist Soziologe. Von 1995 bis 2014 war er Direktor am Max-Planck- Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Seine Forschungsgebiete sind vergleichende politische Ökonomie und Theorien institutionellen Wandels. Er schreibt regelmäßig für die New Left Review.

David Van Reybrouck, geboren 1971 in Brügge, ist Schriftsteller, Dramatiker, Journalist, Archäologe und Historiker. 2011 gründete er die Initiative G1000, die sich in Belgien, den Niederlanden und in Spanien für demokratische Innovationen einsetzt. Kongo. Eine Geschichte wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2012. Sein Buch Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist (Göttingen: Wallstein 2016) erhielt europaweit große Aufmerksamkeit.

Slavoj Žižek wurde am 21. März 1949 in Ljubljana, Slowenien geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Universität in Ljubljana und Psychoanalyse an der Universität Paris VIII. Seit den achtziger Jahren hat Žižek zahlreiche Gastprofessuren im Ausland inne, unter anderem an der Tulane University, New Orleans (1993), der Cardozo Law School, New York (1994), der Columbia University, New York (1995), in Princeton (1996) und an der New School for Social Research, New York (1997). Von 2000 bis 2002 leitete er eine Forschungsgruppe am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Er war jahrelanger Herausgeber der Zeitschrift der slowenischen Lacan-Schule Wo Es war und setzte sich unter anderem mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, mit Hegel und mit Karl Marx auseinander, sowie mit zeitgenössischen Denkansätzen aus dem Bereich des Poststrukturalismus, der Medientheorie, des Feminismus und der Cultural Studies. Heute lehrt an der European Graduate School, am Birkbeck College der University of London und am Institut für Soziologie der Universität von Ljubljana. Seine erste englischsprachige Buchveröffentlichung The Sublime Object of Ideology erschien 1989. Seitdem veröffentlichte Žižek über 20 Monographien, in denen er sich zunächst um eine lacanianische Lesart der Philosophie, der Populärkultur und in den letzten Jahren zunehmend der Politischen Theorie bemühte.

Heinrich Geiselberger, geboren 1977 in Waiblingen, arbeitet seit 2006 als Lektor im Suhrkamp Verlag.

Rezensionen

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