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Die Augen der Sprache

Abgrund und Vulkan

Details

Verlag Passagen
Auflage/ Erscheinungsjahr 2., korr. Aufl. 2021
Format 20,8 × 12,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 96 Seiten
Gewicht 134 g
ISBN 9783709204191

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Aus dem Inhalt

„Dieser Brief hat keinen testamentarischen Charakter, wenngleich er 1985 nach dem Tod Scholems in seinem Nachlass gefunden wurde. Dennoch kommt er nun hier an, kehrt uns wieder und spricht zu uns nach dem Tod seines Unterzeichners … Man hat manchmal den Eindruck, ein Wiedergänger kündige uns die erschreckende Rückkehr eines Phantoms an.“

In Die Augen der Sprache liest Jacques Derrida einen Brief von Gershom Scholem an Franz Rosenzweig vor dem Hintergrund seines Seminars von 1986/87 „Philosophische Nationalität und Nationalismus. Das Theologisch-Politische (heilige Sprache, säkulare Sprache: die Erwählung, der Bund, das Versprechen)“.

Scholem schrieb den Brief 1926 als Zionist aus Palästina an den Antizionisten Rosenzweig. Thema des in deutscher Sprache geschriebenen Briefes ist die Säkularisierung der hebräischen Sprache im Moment ihrer „Aktualisierung“ und Modernisierung zur Alltagssprache in Palästina. Derrida analysiert den apokalyptischen Ton dieses „Bekenntnisses über unsere Sprache“ und die von Scholem befürchtete Drohung einer „rächenden Rückkehr der heiligen Sprache, deren religiöse Gewalt gegen ihre Sprecher ausbrechen wird“, im Licht der These, dass das Problem, das diese Umwandlung der heiligen zur säkularen Sprache aufwirft, durch und durch politisch sei.

Der Autor

Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 in El-Biar in der Nähe von Algier als Sohn jüdischer Eltern geboren und starb am 8.Oktober 2004 in Paris. Während seiner Schulzeit war er antisemitischen Repressionen ausgesetzt. Ab 1949 lebte er in Frankreich und besuchte das Lycée Louis-le-Grand in Paris. Von 1952 bis 1954 studierte er an der École Normale Supérieure, wo er Vorlesungen bei Louis Althusser und Michel Foucault besuchte und sich mit Pierre Bourdieu anfreundete. 1956 gewann er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Harvard University. Während seines Militärdienstes von 1957 bis 1959 lehrte er Englisch und Französisch in Algerien. Von 1960 bis 1964 war er wissenschaftlicher Assistent an der Sorbonne. Ab 1965 bis 1984 bekleidete er eine Professur für Geschichte der Philosophie an der École Normale Supérieure. Den Durchbruch erlangte Derrida im Jahr 1967, als er nahezu zeitgleich in drei bekannten Verlagen drei wichtige Schriften veröffentlichte: De la grammatologie, La Voix et le phénomène sowie L'écriture et la différence. Auf Vortragsreisen in den USA lernte er Paul de Man und Jacques Lacan kennen. 1981 gründete er die Gesellschaft Jan Hus (eine Hilfsorganisation für verfolgte tschechische Intellektuelle). Im selben Jahr wurde er in Prag verhaftet und erst nach einer energischen Intervention François Mitterrands und der französischen Regierung von der Tschechoslowakei freigelassen. 1983 gründete er das Collège international de philosophie, zu dessen erstem Direktor er gewählt wurde. Im selben Jahr wurde er zum Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris ernannt. Er starb am 8. Oktober 2004 in Paris.

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