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Mader, Julius (Übersetzung); Mikeska, Riko (Einbandgestaltung) (Hg.)

Der Krieg mit den Molchen

Roman (OT: Válka s mloky). Deutsche Erstausgabe

Details

Verlag Verlag Dr. Rolf Passer, Wien
Auflage/ Erscheinungsjahr 1937, dt. EA
Format 20,4 × 13,3 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OLwd.
Seiten/ Spieldauer 317 Seiten
Abbildungen s/w Abb.
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-006186

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Extremst seltenes Exemplar der deutschen Erstausgabe der düsteren Parabel auf die Verführbarkeit und vorauseilenden Selbstentmündigung von Menschen, weswegen dieser Roman in die UNESCO-Sammlung repräsentativer Werke der Weltliteratur aufgenommen wurde.

Zu diesem Buch

Diese Karikatur der politischen Verhältnisse am Vorabend des Zweiten Weltkriegs hat bis heute nichts von ihrer Aussagekraft und Gültigkeit verloren. Karel Capeks erstmals 1936 erschienener Roman ist eine düstere Parabel auf die Zurichtbarkeit und Anfälligkeit des Menschen für Ideologien, Führer und freiwillig eingegangene Knechtschaft, und dabei eine parodistische Materialsammlung quer durch alle Textsorten.

"Zufällig findet die Besatzung eines Kolonialschiffs vor Sumatra eine Gattung bislang unbekannter Molche, die im seichten Wasser vor der Küste leben. Diese scheinen intelligent zu sein und Kapitän Van Toch beginnt mit den Molchen einen Tauschhandel, indem er ihnen Messer zur Bekämpfung von Haien als Gegenwert für Perlen gibt. Zusammen mit seinem Jugendfreund G. H. Bondy zieht er ein großes Handelsunternehmen auf. Mit Hilfe des Kapitäns besiedeln die Molche weitere Inseln, da sie selbst keine tieferen Gewässer durchqueren können.

Die Molche vermehren sich stark und sind bald global verbreitet. Obwohl sie nach dem Tod des Kapitäns lediglich als billige Arbeitstiere ausgebeutet werden, stellt sich die Frage nach ihrem gesellschaftlichen Status, da ihnen ebenso ein Recht auf Bildung und Entfaltung zugesprochen werden kann wie den Menschen. Durch ein Leben in Gefangenschaft erlernen die Molche die Sprache ihrer Umgebung, so dass sich nationale Differenzen zwischen ihnen ergeben.

Im Zuge ihrer Zivilisierung erkennen die Molche das Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihrer Art und der Art der Menschen, mit denen sie durch wirtschaftliche und politische Kooperation verbunden sind. Beide „Völker“ sind nunmehr gezwungen, in einer Symbiose zu leben. Als die Molche beginnen, immer weitere Gebiete des Festlandes abzutragen, um neuen Lebensraum durch Erweiterung der Küsten für sich zu schaffen, kommt es zum Krieg zwischen den Menschen und den Molchen.

Karel Capek (* 1890 in Male Svatonovice bei Turnov/Turnau - + 1938 in  Prag), neben Comenius und Jaroslav Hasek der wohl berühmteste tschechische Schriftsteller, dessen Bücher immer noch mit Begeisterung gelesen werden, wie etwa dieser hier angebotene Roman "Krieg mit den Mölchen". Wegen seiner liberalen und antifaschistischen Haltung veranstaltete die rechte Presse nach dem Münchener Abkommen auf Capek eine unerbittliche Hexenjagd: Der gehetzte und schließlich erschöpfte Autor erlag kurz vor der deutschen Besetzung des Restes der Tschechoslowakei in 1938 einer Lungenentzündung. - Wie "Hordubal" gehört "Der Krieg mit den Molchen" zu Capeks noetischen (philosophischen) Romanen, die in einer subtil psychologische geformten Prosa das Zerrissene, das Ambivalente und nicht selten Autoaggressive des menschlichen Handelns darstellen.

Über den Autor

Karel Capek, 1890 – 1938, zählt zu den bedeutendsten tschechischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Philosophiestudium arbeitete er als Journalist und Dramaturg. Früh thematisierte er die Bedrohung durch Obrigkeitsgläubigkeit, autoritäre Strukturten und politische Diktaturen; er warnte früh vor Faschismus und Nationalismus und lehnte den Kommunismus ab. Er hinterlässt Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Reiseberichte und Feuilletons.

Weiterführende Literatur

  • Válka s mloky. In: Kindlers Literatur Lexikon, Band 22 Tral-Vim. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1974, S. 9809–9810.
  • Antonín Brousek: Karel Čapek und die tschechische wissenschaftliche Phantastik. Nachwort zur Ausgabe Heyne 06/46. Heyne, München 1985, ISBN 3-453-31155-8, S. 281–299.
  • Andreas Ohme: Karel Čapeks Roman „Der Krieg mit den Molchen“. Verfahren, Intention, Rezeption (= Slavische Literaturen. Band 27). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-631-37477-1, zugleich Dissertation an der Universität Jena 1999 u.d.T.: Karel Čapeks Roman Válka s mloky, über den Zusammenhang von künstlichen Verfahren und Sinnbildung in der Literatur.
  • Darko Suvin: Karel Čapek oder die Fremdlinge in unserer Mitte. In: ders.: Poetik der Science Fiction (= suhrkamp taschenbuch 539). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-37039-1, S. 305–319.

Zum Erhaltungszustand

Bei der SFB der beindruckende Roman des berühmten tschechischen Schriftstellers Karel Čapek in der ausnehmend seltenen deutschsprachigen Erstausgabe aus dem Jahr 1937 und in einem altersgemäß noch besonders guten Zustand; innen ohne Anstreichungen, Anmerkunen o. ä; der Leinwandeinband mit leichteren Gebrauchssuren, an den Rändern leicht-nachgedunket. Eine vergleichbare Erstausgabe wird u. W. derzeit weltweit nirgendwo sonst im Antiquariatshandel angeboten.

Rezensionen

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