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Duncker, Heinfried (Hg.)

Der ewige Ödipus

Zu den Grundlagen menschlicher Gewalt

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 12.2016
Format 21 × 14,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 227 Seiten
ISBN 9783837925098

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36,90 €


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Zu diesem Buch

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen geopolitischen Ereignisse und der weltweit präsenten Bedrohung durch den Terrorismus gewinnen Jean Bergerets Thesen aktuell an Brisanz. Die von ihm eingeführte Urfantasie des »Ich oder Du«, die es zu überwinden gilt, kennzeichnet inzwischen zahlreiche Diskurse. Anders als das Freud’sche Konzept des Todestriebs, das Bergeret für eine zwar interessante, gleichwohl allenfalls philosophische Spekulation hält, basieren seine Beobachtungen auf der Allgegenwärtigkeit von Gewalt.

In Ergänzung zu Freud, der den Sexualtrieb als persönlichkeitsprägenden Faktor definiert hat, geht Bergeret von einer der Libido vorgelagerten Kraft aus, die die Psychogenese und damit die Persönlichkeitsstruktur des Menschen lebenslang und nachhaltig beeinflusst: dem archaischen Gewalttrieb. Dieser bestimmt das unbewusste Erleben in der vorsprachlichen Zeit und entfaltet seine Wirkung vor der ödipalen Triangulierung, die von Freud ins Zentrum der Forschung gestellt wurde. In dieser Zeit steht dem subjektiv empfundenen »Mangel zu sein« ein Gewalttrieb gegenüber, bei dem allein das eigene Überleben zählt – zur Not auch unter Inkaufnahme der Tötung des Anderen.

Aus dem Inhalt

Ödipus und Sophokles

  1. Der Ödipusmythos vor Sophokles
  2. Der Ödipusmythos in Sophokles’ Werk
  3. Erste Ebene von König Ödipus
    - Der manifeste Inhalt
  4. Zweite Ebene von König Ödipus
    - Auf der Suche nach dem latenten Inhalt
    - Erste Szene
    - Zweite Szene
    - Dritte Szene
    - Vierte Szene
  5. Dritte Ebene von König Ödipus
    - Chronologische Wiederherstellung
    - Erster Abschnitt
    - Zweiter Abschnitt
    - Dritter Abschnitt
    - Vierter Abschnitt
    - Fünfter Abschnitt
    - Sechster Abschnitt
    - Siebter Abschnitt
    - Achter Abschnitt
    - Neunter Abschnitt
    - Zehnter Abschnitt
  6. Ödipus auf Kolonos

Ödipus und Gewalttrieb bei Freud

  1. Von Sophokles zu Freud
  2. Freud, Hamlet und die Orestie
    - Ödipus’ Schattenseite
    - Leben oder Nichtleben?
    - Die Orestie – Hamlets Schattenseite
  3. Freud auf den Spuren Ödipus’
    - Ödipus in Paris
    - Der Ödipuskomplex
    - Freuds Blütezeit
    - Gewalt und Tod
  4. Das Konzept der Urfantasien
    - Die Grundsprache
    - Freuds Fantasietheorie
    - Das ursprüngliche Unbewusste
    - Klassische und andere Urfantasien
    - Wahrheiten und Irrungen der Fantasie
    - Die vielphasige Fantasie des Menschen
    - DasWesen der Urfantasie
    - Entstehung der Erstfantasie
  5. Der Gewalttrieb bei Freud
    - Freud und der Tod des Vaters
    - Freud und die Mutter
    - Freud und Frauen
    - Freud und die Psychose

Die Hypothese eines archaischen Gewalttriebs

  1. Gewalttrieb und klinische Erfahrung
    - 1. Praxisbeispiel: »Tod oder Leben?«
    - 2. Praxisbeispiel: »Mein Leben über alles«
    - 3. Praxisbeispiel: »Wer wird getötet?«
    - 4. Praxisbeispiel: »Eine Urangst«
    - 5. Praxisbeispiel: »Das Bild der toten Mutter«
    - 6. Praxisbeispiel: »Blut an den Händen«
  2. Gewalt und Leben
    - Diesseits der Psychopathologie
    - Jenseits der Psychopathologie
  3. Gewaltinstinkt und Todestrieb
    - Nietzsches Schatten
    - Der Triebbegriff
    - Der Bemächtigungstrieb
    - Der »tierische« Instinkt
    - Die Triebanlehnung
    - Der Todestrieb bei Freud
    - Prägenitale Gewalt bei Abraham
    - Adlers Irrtum und Kleins Umsicht
  4. Der Gewalttrieb als eigenes Triebkonzept
    - Denkanstöße
    - Parallele Sichtweisen
    - Der Gewalttrieb in anderen Freud’schen Konzepten
  5. Zusammenfassung

Über den Autor

Jean Bergeret (1923-2016 ) war Psychiater und Mitbegründer , der »Groupe Lyonnais de Psychanalyse Rhône-Alpes«, dem Regionalverband der Pariser Psychoanalytischen Gesellschaft. Er leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der psychoanalytischen Thematisierung und Behandlung von Suchtkrankhneiten. Als Professor der Universite Lyon 2 im Ruhestand hat er zahlreiche bedeutende Werke veröffentlicht..

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