Bestelltelefon: 0800 588 78 30


Spoerri, Elka (Hg.)

Der Engel des Herrn im Küchenschurz

Über Adolf Wölfli

Details

Verlag Fischer Taschenbuch
Auflage/ Erscheinungsjahr 1987
Format 18,8 × 12,4 × 1,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 223 Seiten
Abbildungen s/w Abb.
Reihe Fischer TB, Band 6870
ISBN 3-596-26870-2

Kauf-Optionen

14,80 €


Merkliste

Mit Rabatt für Stammkunden

»Natuhrvorscher, Dichter, Schreiber, Zeichner, (Komponist, Landarbeiter, Melker, Handlanger, Gäärtncr, Gipser, Zementter, Bahn=Arbcitcr, Taglöhner, Scheeren=SchIeiffcr, Fischer, Schiffer, Jäger, elsch= Heuer, Tohtten=Gräber und Soldat des Emmenthaler=Bataillons 3. Kompanie, 3. Sektion. Ebjäü Skt. Adolf II., Allgebrathohr, Oberst Fäld=Herr und Musik= Diräktohr, Riesen=Teatt'r=Diräktohr, Allmacht=Riesen=Dampfer=Kapitäin und Dr. der Kunst und Wissenschaft, Diräktohr der Allgebra und Geographie=Fabrikatiion und Jäger=General. Erfinder von 160 sälbstgemachten, hochwärt vollen und jeh vom russischen Zaar patenttiertten Erfindungen und jeh, der gloreiche Sieger von zahlreichen gewalltigen Risen=Schlachten.«

Zu diesem Buch

Der ehemalige Bauernknecht Adolf Wölfli, der 1864 in Bowil in der Schweiz als Sohn eines Steinhauers geboren wurde und 1930 als Patient der Irrenanstalt Waldau bei Bern starb, ist wohl das berühmteste Beispiel eines schöpferischen Schizophrenen. Sein künstlerisches Schaffen setzte erst nach Ausbruch der Krankheit ein, 1899, vier Jahre nach seiner Einlieferung in die Klink. Während seines über 30jährigen Aufenthalts dort hat Wölfli ein riesiges - zeichnerisches, dichterisches und musikalisches Werk geschaffen, das sowohl durch seine phantastische Vielfalt als auch durch seinen gigantischen Umfang fasziniert.

Als eigenständige Künstlerpersönlichkeit wurde Wölfli zuerst durch seinen behandelnden Arzt, den Psychotherapeuten Walter Morgenthaler, gewürdigt, der 1921 eine Monographie über ihn unter dem Titel "Ein Geisteskranker als Künstler" publizierte, eine Arbeit, die sowohl für die Wissenschaft als auch für die Kunst von bahnbrechender Bedeutung war.
Berühmt wurde Wölfli zunächst mit seinen Zeichnungen, die seit den zwanziger Jahren durch Ausstellungen und Publikationen bekannt sind.

Doch erst die Transkription der Schriften und die Erschließung der Illustrationen in den siebziger Jahren ermöglichten das Verständnis für Wölflis Werk in seiner Entwicklung und Gesamtstruktur und zeigten die Zusammenhänge zwischen den Texten und den Zeichnungen auf.
Der vorliegende Band bietet Materialien zu Adolf Wölfli, versammelt Aufsätze und Artikel zu seinem komplexen und komplizierten Schaffen, die sich ihm von den verschiedensten Seiten her nähern, von der Psychotherapie, der Kunstgeschichte, der Literaturwissenschaft und der Musikgeschichte. Besondere Resonanz fand Wölflis Kunst seit je bei den Künstlern selbst, sie haben ihn schon früh als einen der Ihren erkannt. Rilke schrieb 1921: "der Fall Wölfli's wird helfen, einmal über die Ursprünge des Produktiven neue Aufschlüsse zu gewinnen", Dubuffet sprach von "le Grand Wölfli". Erst recht weiß sich die Kunst der Gegenwart mit Wölfli verbunden: 1976 veranstaltete das Kunstmuseum Bern eine Ausstellung »Hommage a Wölfli« mit 35 Werken u.a. von Meret Oppenheim, Dieter Roth, Daniel Spoerri, Andre Thomkins, die Wölfli gewidmet waren.

Der vorliegende Band zeigt eine Auswahl der von ihm in inspirierten Arbeiten.

Aus dem Inhalt

  • Adolf Muschg: Zu Adolf Wölfli
  • Adolf Wölfli: Kurze Lebensbeschreibung
  • Elka Spoerri: Adolf Wölfli - Schreiber, Dichter, Zeichner, Componist. Übersicht über Wölflis gesamte Schriften
  • Adolf Kölsch: Dämon. I. und II
  • Rainer Maria Rilke - Lou Andreas-Salome: Briefe
  • Theodor Spoerri: Die Wahnwirklichkeit Adolf Wölflis
  • Harald Szeemann: Keine Katastrophe ohne Idylle. Keine
    Idylle ohne Katastrophe
  • Elsbeth Pulver: Spaziergänger und Weltreisender. Robert Walser und Adolf Wölfli - eine Gegenüberstellung anläßlich von zwei Neuausgaben
  • Laszlo Glozer: Am Ende aller Geographie
  • Peter Bichsei: Alles und noch mehr
  • JürgLaederach: Wölfli unverstellt: Wölfchens Wolfspelz
  • Hans-Jürgen Heinrichs: Immer nur lesen
  • Guido Bachmann: Amen, amen: Amen: Es werde: Und, es wirt
  • Max Wechsler: »Von der Wiege bis zum Graab«
  • Jochen Hieber: Adolf Wölfli, Wörterheld
  • Till Briegleb: Beijhodtpkohen Amor
  • Peter Streiff und Kjell Keller: Adolf Wölfli als Musiker
  • Alfred Bader: Die Rezeption Adolf Wölflis
  • Jürgen Glaesemer: Adolf Wölfli, Künstler

Über die Herausgeberin

Elka Spoerri ist Kunsthistorikerin; sie arbeitet als Kuratorin in der Adolf Wölfli-Stiftung am Kunstmuseum Bern. Zusammen mit Dieter Schwarz hat sie 1985 die Edition der Schriften Adolf Wölflis 1908-1912 besorgt, »Von der Wiege bis zum Graab. Oder, Durch arbeiten und leiden und Drangsal bettend zum Fluch«.

Lieferbarkeitshinweis /Erhaltungszustand

Bei der SFB als ein wohlerhaltenes antiquarisches Archivexemplar; beim Verlag vergriffen.

Rezensionen

Sie sind eingeladen, Ihre Meinung zum Buch, durchaus auch eine vollständige Rezension, an dieser Stelle zu veröffentlichen. Wir behalten uns vor, unpassende Kommentare zu löschen.

  • 1

Der Artikel wurde in den Warenkorb gelegt.

weiterstöbern zum Warenkorb