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Das Verbrechen des Gefreiten Lortie

Versuch über den Vater. [OT: Le crime du corporal Lortie, Traité sur le Père (1994). Aus dem Französischen von Clemens Pornschlegel]

Details

Verlag Turia + Kant
Auflage/ Erscheinungsjahr Nachdruck der Ausg. 11.2011
Format 24 × 16 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 190 Seiten
Gewicht 379
ISBN 9783851325928

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26,00 €


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Zu diesem Buch

Am 8. Mai 1984 erstürmte der junge Gefreite Lortie in Kampfmontur das Gebäude der kanadischen Nationalversammlung und schoss wahllos um sich. Drei Angestellte des Hauses verloren das Leben, der Sitzungssaal war an diesem Tag allerdings leer. Lortie warf sich in den Präsidentensessel und verharrte dort 40 Minuten vor den laufenden Videokameras, bevor er aufgab. Später zum Grund dieser Tat befragt, antwortete er: 'Die Regierung von Québec hatte das Gesicht meines Vaters.'

Das 'Verbrechen des Gefreiten Lortie' zählt zu den bekanntesten Büchern Pierre Legendres. Legendre zeichnet darin, ausgehend von diesem spektakulären Fall von Vatermord, die institutionelle und anthropologische Tragweite des 'väterlichen Amtes' nach. Während Soziologen und Psychologen heute das Schwinden der Vaterrolle feststellen, erinnert Legendre immer wieder an das unterirdische Fortleben des Mittelalters, der Verschmelzung von römischem Recht und christlicher Tradition, auf der die Moderne aufruht und ohne das viele moderne Konflikte – wie der des Lortie – kaum verständlich sind. Im Rahmen der Gesamtausgabe wird dem deutschsprachigen Publikum das Werk hier erneut, in revidierter Übersetzung, zugänglich gemacht.

Inhalt

VORBEMERKUNG

PROLOG

DANKSAGUNG

ÜBERSICHT

ERSTES KAPITEL
Vom Vatermord
Einige Argumente zur Beunruhigung

  • I Was wissen wir vom Mord? Eine Frage, die in den post-hitlerischen Gesellschaften immer wieder gestellt werden muss
  • II »Wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit« Notiz zum Emblem dieser Lektionen
  • III Lorties Verbrechen und der Parrizid
  • IV Die unsichere Rede der Moderne über den unsicheren Vater

ZWEITES KAPITEL
Im Brennpunkt des Lortie-Prozesses:
Die Frage der Vernunft
Bemerkungen zum Mord des Sohnes und zur Frage des Vaters

  • I Über Mord und Wahnsinn urteilen Die Vernunftvermutung im Spiegel des Lortie-Prozesses
  • II »Die Regierung von Quebec hatte das Gesicht meines Vaters« Eine juristische Definition der wahnsinnigen Handlung: mens alienata, mens translata (der entfremdete Geist, der übertragene Geist)
  • III »Das Übrige sage ich den Schatten« Ein Text von Sophokles, um das Subjekt des Verbrechens einzuführen

PARENTHESE
Verbrechen nachspielen Anmerkung zur rituellen Funktion der Presse

DRITTES KAPITEL
Der Anschlag vom 8. Mai 1984 in der Nationalversammlung von Quebec

  • I Lortie kündigt sein Verbrechen an
  • II Der Anschlag
  • III Lortie begegnet seinem Bild. Anmerkung zur Vorführung der Videoaufzeichnung während des Prozesses

VIERTES KAPITEL
Die in Lorties Tat eingeschlossene Frage
Der Mord und das genealogische Prinzip:
Ein privater Versuch der Selbstgründung

  • I Wie begegnet eine Kultur der Frage des Mordes? Stufen, die zum Verständnis des Parrizids führen
  • II Was will der Parrizid? Bemerkungen über die Schuld zwischen den Generationen

FÜNFTES KAPITEL
Das institutionelle System angesichts der Verwüstung des Vateramtes
Abschließende Bemerkungen zum Lortie-Prozess

  • I Die Rechtsprechung über das Subjekt Der institutionalisierte Psy-Bereich: Grenzen, Sackgassen, Möglichkeiten
  • II Die Rechtsinstanz als Instanz des Dritten Das Amt des Richters und der Vatermord: Den Mörder von seinem Verbrechen trennen

ZUSAMMENFASSUNG
Jenseits des Falles Lortie
Die Umkehrung der Frage des Vaters:
Die Frage des ungewissen Sohnes

Über den Autor

Pierre Legendre, geb. 1930, ist Rechtshistoriker mit einem weiten psychoanalytischen, kultur- und religionshistorischen Hintergrund. Legendre lehrt an der Pariser 'École pratique des Hautes Études'.

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