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Das Trauma der Geburt

und seine Bedeutung für die Psychoanalyse. [Erstausgabe]

Details

Verlag Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig, Wien, Zürich
Auflage/ Erscheinungsjahr 1924, EA
Format 16,5 × 23,5 cm, 8°
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OHlblwd. mit goldgeprägter Rückenbeschriftung
Seiten/ Spieldauer 206 (1) Seiten
Reihe Internat. Psychoanalytische Bibliothek, Band XIV
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-000468_AQ

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(Grinstein III,26508; Mühlleitner 250)

Otto Rank und Sigmund Freud

"(...) In den Augen Freuds neigt der unsystematisch-sprühende Rank bisweilen zu einseitiger und voreilig generalisierender Arbeits- und Denkweise. Freud führt das darauf zurück, dass Rank nicht naturwissenschaftlich-medizinisch ausgebildet ist. Dennoch denkt er [S. Freud] hinsichtlich einer Nachfolge noch 1922 – Alfred Adler, Carl Gustav Jung und Wilhelm Stekel haben sich bereits von der analytischen Bewegung getrennt – zuerst an Rank: Er vereinige in idealer Weise die Genauigkeit und Klarheit Karl Abrahams mit Ferenczis Begabung und Ernest Jones’ unermüdlicher Feder. Doch in seinem Buch „Das Trauma der Geburt“ (1924) weicht auch Rank von der offiziellen Lehre ab.

Beim Versuch, Seelisches aus seinen Ursprüngen zu erklären, finden Psychoanalytiker seelische Traumatisierungen bereits in den ersten beiden Lebensjahren. Sind noch frühere seelische Verletzungen denkbar? Rank zufolge wird der Mensch entscheidend durch seine Geburt geprägt. Dabei komme es durch Luftnot und den Austritt aus dem warmen Mutterleib zu schweren Angstgefühlen, die sich im späteren Leben bei Trennungen aus einer schützenden Umgebung wiederholen. Damit bestimmen Angst und die Möglichkeiten ihrer Bewältigung wesentlich das Leben jedes Menschen.

Freud selbst hatte schon früh über „Geburtstraumatisierungen“ nachgedacht. Deshalb ist er zunächst bereit, den Neuerungen Ranks mit einigen Vorbehalten zu folgen. Noch die ersten Bände von „Technik der Psychoanalyse“ (1926) und „Grundzüge einer genetischen Psychologie“ (1927) arbeiten im Wesentlichen mit den Prämissen Freuds. Doch im zweiten Band der „Technik“ und in „Wahrheit und Wirklichkeit. Entwurf einer Philosophie des Seelischen“ (beide 1929) vertritt Rank eine Philosophie des menschlichen Willens und seiner Kreativität sowie die Notwendigkeit von Illusionen. Damit verlässt er den Bereich psychoanalytischer Theorie und geht endgültig seinen eigenen Weg. (...)"

Aus einer lesenswerten Würdigung von Christof Goddemeier anläßlich Otto Ranks 125. Geburtstags, welche im April 2009, S. 164 f., im Deutschen Ärzteblatt erschienen ist

Otto Rank in seiner Einleitung

"(...) Untersuchen wir, an Stelle zahlloser Beispiele mit dem gleichen einfachen Mechanismus, den typischen Fall der Kinderangst, die eintritt, wenn das Kind allein im dunkeln Raum (meist im Schlafzimmer. beim Zubettgehen) gelassen wird. Diese Situation erinnert das dem Urtrauma noch näherstehende Kind offenbar an die Mutterleibssituation — allerdings mit dem bedeutsamen Unterschied, daß das Kind nun-mehr bewußterweise von der Mutter getrennt ist, deren Leib nur durch das dunkle Zimmer oder warme Bett „symbolisch" ersetzt erscheint. Die Angst verschwindet, nach der glänzenden Beobachtung von Freud, sobald dem Kinde das Dasein (die Nähe) der geliebten Person wieder bewußt wird (Berührung. Stimme usw.). An diesem einfachen Beispiel läßt sich der Mechanismus der Angstauslösung, der dann bei den Phobikern fast unverändert wiederkehrt (Klaustrophobie, Eisenbahn-Tunnel-Reise-Angst usw.), als unbewußte Reproduktion der Geburtsangst verstehen und zugleich auch die reale Grundlage der ,Symbolisierung studieren; nicht zuletzt die Bedeutung des Getrenntseins von der Mutter und die beruhigende „therapeutische" Wirkung der wenn auch nur partiellen oder „symbolischen" Wiedervereinigung mit ihr. (...)"

Aus dem Inhalt

  • Die analytische Situation
  • Die infantile Angst
  • Die sexuelle Befriedigung
  • Die neurotische Reproduktion
  • Die symbolische Anpassung
  • Die heroische Kompensation
  • Die religiöse Sublimierung
  • Die künstlerische Idealisierung
  • Die philosophische Spekulation
  • Die psychoanalytische Erkenntnis
  • Die therapeutische Wirkung

Der Autor und sein Werk

Otto Rank studierte seit 1908 Germanistik und klassische Philologie in Wien, wurde 1912 mit der Arbeit »Die Lohengrinsage« zum Dr. phil. promoviert und befaßte sich mit vergleichender Kulturgeschichte und Mythologie. Er war einer der engsten Vertrauten Sigmund Freuds und Förderer der Psychoanalyse. Rank wurde Sekretär der Wiener Psychoanalytischen Gesellschaft und war 1912–24 Mitherausgeber der internationalen Zeitschrift »Imago«.

1919 gründete er in Wien den Internationalen Psychoanalytischen Verlag, den er bis 1924 leitete. Sein Hauptwerk »Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse« (1924) führte zur Entfremdung von Freud. 1926 ging Rank nach Paris und emigrierte 1936 schließlich in die USA, wo er sich in New York als Psychotherapeut niederließ. Er begründete die Casework-Schule, die die Therapie zeitlich begrenzte. Zu R.s Werken gehören u. a. »Das Inzest-Motiv in Dichtung und Sage« (1912, (2) 1926), »Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften« (1913, mit Hanns Sachs), »Psychoanalytische Beiträge zur Mythenforschung« (1919, (2)1922), »Entwicklungsziele der Psychoanalyse« (1924, mit Sandor Ferenczi) und »Technik der Psychoanalyse« (3 Bde., 1926–31)

Zum Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB die bahnbrechende Arbeit Ranks als ein besonders gut erhaltenes Exemplar der Erstausgabe in der besonders seltenen Original-Premiumbindung des Internationalen Psychoanalytischen Verlags (IPV); die Seiten frisch und ohne Anstreichungen, Anmerkungen o. ä., das Papier altersbedingt an den Rändern leicht gebräunt. - Ein besonders gutes Exemplar der seltenen Erstausgabe aus dem Nachlass von Richard BRUN, aber ohne dessen Besitzereintrag. - Selten

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