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Das Reale einer Illusion

Kant und Lacan. - Mit einem Vorwort von Slavoj Zižek

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr Originalausgabe; 23.07.2001
Format 17,6 × 10,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 144 Seiten
Gewicht 94
Reihe stq
ISBN 9783518291467

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9,00 €


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Zu diesem Büchlein

Die Idee der kantischen Ethik ist einfach und revolutionär zugleich: Sie schlagt ein moralisches Gesetz vor, das frei von jedem vorgefaßten Wert und frei von jeder menschlichen Neigung wie Liebe, Sympathie oder Angst ist. Viele Kant-Interpreten sind bei ihrem Versuch, seine Texte auf heutige Probleme zu beziehen, über die Paradoxien und unerfüllbaren Ansprüche seiner Moralphilosophie hinweggegangen. Alenka Zupani versucht genau das Gegenteil: Sie geht davon aus, daß das philosophische und zugleich subversive Potential von Kants Philosophie auch für gegenwärtige Fragen gerade darin liegt, daß sie keiner »Aktualität« entsprechen. In der Perspektive von Jacques Lacans Konzept des Realen wird Kants Moralphilosophie einer spannenden und innovativen Relektüre unterzogen.

Inhalt

Nicht »Die Illusion des Realen«, sondern Vorwort von Slavoj Zizek 7

Das Reale einer Illusion Kant und Lacan - Einführung 13

  • 1. Die »Mehr-Form« 20
  • 2. Die Konstruktion der Freiheit 31
  • 3. Die Frage der Pflicht 47: a) Die Lüge 47 / b) Das Subjekt im Allgemeinen 55 /
  • 4. Buchstabe und Geist 59: a) Der »Typus« 60 / b) Der Affekt 66 / c) Das Ding 76
  • 5. Das vollendete Gute 80
  • 6. Zweierlei Ethik 101
  • 7. Einige unzeitgemäße Betrachtungen
  • 8. Was tun? 131.

Aus dem Vorwort Slavoj Zizeks

"(...) Mit diesem Punkt traumatisierter Stille möchte ich schließen und betonen, daß Alenka Zupancic' Buch nicht nur ein authentisches philosophisches Ereignis darstellt, sondern auch eine entscheidende Intervention in unsere derzeitigen ethisch-politischen Debatten. Schon sein Titel -Das Reale einer Illusion - richtet sich gegen das postmoderne Mantra, dem zufolge jeder Begriff des Realen (im Gegensatz zum mutmaßlich Scheinbaren) eine Illusion ist; aber nein: Lacan ist nicht einfach ein Postmoderner mehr, der behauptet, alle Realität sei bloß eine kontingente diskursive Formation ...

Nun, ist daraus zu schließen, daß ich eine immense Achtung und Bewunderung für Alenkas Buch hege? Uberhaupt nicht: eine solche Haltung der Bewunderung setzt immer eine bequeme Position der Überlegenheit gegenüber dem jeweiligen Autor voraus; ich würde mir dabei zutrauen, auf die Autorin herabzublicken und gütigerweise ein vorteilhaftes Urteil über die Qualität ihrer Arbeit verlauten zu lassen. Ein Philosoph kann seine Achtung für einen anderen Philosophen oder eine andere Philosophin nur durch blanken Neid ausdrücken: Wieso bin ich nicht selber auf das gekommen, was sie sagt? Wäre es nicht schön gewesen, wenn die Autorin tot umgefallen wäre, bevor sie dieses Buch geschrieben hat, so daß ihre Ergebnisse meine selbstzufriedene Ruhe nicht gestört hätten? Die größte Anerkennung, die ich Alenkas Buch zollen kann, ist das Eingeständnis, wie oft ich mich beim Lesen ihres Manuskripts dabei ertappt habe, neidisch und wütend zu sein, mich im Herzen meiner philosophischen Existenz bedroht zu fühlen und sprachlos zu sein angesichts der Schönheit und Strenge des Gelesenen, und wie oft ich mich bei der Frage überrascht habe, wie ein solch authentisches Denken heute überhaupt noch möglich ist. Ich will mir bei weitem nicht die Rolle von Alenkas »Mentor« vorbehalten, aber ich will doch sagen, daß ich mich demütig geehrt fühle, in einer Reihe von gemeinsamen Projekten mit ihr zusammenarbeiten zu können. Wenn Alenkas Buch kein Werk von klassischem Rang wird, dann wird man daraus einzig schließen können, daß unsere Universitäten auf dunkle Weise ihre eigene Selbstzerstörung betreiben."

Die Autorin

Alenka Zupančič ist wissenschaftliche Beraterin am Institut für Philosophie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste und Professorin an der Europäischen Graduiertenschule in der Schweiz.

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