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Das große Heft (DVD)

Romanverfilmung. Ungarn/Deutschland 2013 (FSK ab 12 freigegeben)

Details

Verlag Indigo
Auflage/ Erscheinungsjahr 09.05.2014
Format 19,0 × 13,4 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung 1 DVD in Box
Seiten/ Spieldauer 109 Min
Gewicht 117
SFB Artikelnummer (SFB_ID) 404-717988628-4

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Zu dieser DVD

Die Kritik ist sich einig – ein großes Werk, ein bedeutender Film. Aber selbst filmerfahrene (Literatur-)Kritiker scheinen den Roman und dessen Verfilmung zumeist allenfalls nur höchst ambivalent betrachten und bewerten zu können, sobald es um die moralische ›Einordnung‹ der aus Erwachsenensicht gerne als ganlichg ungehörig eingestuften Tätigkeiten der Zwillinge geht. Diese sind es aber, die ihr Überleben und ihrer psychische Autonomie garantieren.

Da müssen Erwachsene als Verführer und ein übles Umfeld als Erklärung für das als ›verroht‹ gebrandmarkte Verhalten der Zwillige herhalten. Eine andere, womöglich viel näher liegende Sicht- und Betrachtungsweise, die in ihrem Erkenntnisgehalt offenbar zu schockierend wäre, kann vor der Milchglasscheibe aktueller Anforderungen an Political Correctness und vor der Folie jener im Kern hoch aggressiven, an der Oberfläche indes weichzeichnenden gesellschaftlichen Infantilisierungsattacken gegen Jugend, nicht wirklich be- und gedacht, verstanden, durchschaut und daher auch nicht aus- und angesprochen werden?

Es ist Krieg. Der Vater geht an die Front, die Mutter bringt die beiden dreizehnjährigen Zwillingsbrüder zu ihrer Großmutter aufs Land. Zwei Dinge schärft sie ihnen ein: Immer weiter zu lernen und um jeden Preis zu überleben.Niemals zuvor haben sie ihre Großmutter gesehen, die als Hexe verschrieen in einem kümmerlichen Gehöft an einem Waldstück nahe der streng bewachten Grenze lebt. Das Leben hier ist so rau wie der Ton der Großmutter. Die Kinder müssen hart arbeiten. Schläge und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Ihre Erlebnisse halten sie in einem Schreibheft fest: Eingetragen wird nur, was sich in einem Aussagesatz festhalten lässt. Das, was wahr ist.Die Jungen beschließen, sich in immer neuen Übungen abzuhärten, um dieser Welt standzuhalten. Übungen, um den Schmerz auszuhalten, die Beleidigungen, den Hunger, die Kälte, die schönen Erinnerungen und die Sehnsucht nach der Zärtlichkeit der Mutter. Sie lernen zu betteln, zu stehlen, zu schlagen, zu lügen, die eigenen Skrupel zu überwinden, sogar zu tötenDie Jungen entwickeln eine eigene Moral des Überlebens, die sie auf ihre Weise wahr und falsch, gut und böse unterscheiden und danach handeln lässt. Einer letzten Prüfung wollen die Zwillinge entgehen: der Trennung.

Die Darsteller

János Breckl, István Galambos, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Szilvia Ruszev, Christian Berger, Dr. Albert Kitzler, Erika Tarr, Sándor Söth, Bady Minck, Marcos Kantis, András Szekér, Pál Sándor, György Such, Marc Irmer, Karin Berghammer, Alexander Dumreicher-Ivancenau, János Szász, Alfie Lang-Král.

Technische Angaben

  • FSK ab 12 freigegeben
  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen (Tonformat): Deutsch, Ungarisch (Dolby Digital 5.1/2.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch
  • Ländercode: 2
  • Extras: Trailer, Making of

Pressestimmen

»Dagegen ist ›Das weiße Band‹ fast Zuckerschlecken: (…) Es ist ein großer Roman, der eine Verfilmung verdient hat, auch wenn jede Verfilmung nur zum ultimativen Feel-Bad-Movie führen kann. So auch die Fassung vom ungarischen Regisseur und Autoren János Szász (›Die Witman Brüder‹), die nun in die Kinos kommt. Die kühle Sachlichkeit des Buchs mag gruselig sein, aber sie schafft auch eine Distanz, die es auf der Leinwand kaum geben kann, gerade wenn es um Kinder geht. Denn jede Großaufnahme bringt die beiden dem Zuschauer noch ein Stück näher und macht das Grauen noch ein bißchen erlebbarer. Auch wenn Szász einiges etwas entschärft hat: Die Zwillinge, beeindruckend gespielt von András und László Gyémánt, sind statt neun etwa 13 Jahre alt; und die im Buch explizit beschriebenen sexuellen Erfahrungen, die ihnen von einer skrupellosen Magd und einem bei der Großmutter einquartierten Offizier (Ulrich Thomsen) aufgezwungen werden, werden nur angedeutet. (…) Der Kameramann Christian Berger findet dafür so eisig-elegante Bilder, wie er sie auch schon Michael Hanekes thematisch nicht unähnlicher Kindergeschichte ›Das weiße Band‹ geschenkt hat, und allein ihretwegen lohnt es sich, sich dieses intensive, aber anstrengende Kinoerlebnis zuzumuten. Man sollte sich nur bewusst sein, dass ›Das weiße Band‹ dagegen fast schon Kinderkram ist.«

Daniel Sander, Spiegel Online

"Völlig zu Recht erkannte die von Agnieszka Holland geleitete Jury in Karlovy Vary den Grand Prix dem ungarischen Film ›Das große Heft‹ zu. Der Film besticht vor allem durch die emotionale Kraft seiner immer wieder über sich selbst hinausweisenden Bilder. Angesichts der Nachrichten aus dem nach rechts driftenden Ungarn war dieser Film ein Hoffnungszeichen."

Berliner Zeitung

"Ein kraftvoller Film über Leben und Tod in Kriegszeiten. Diese faszinierende europäische Erzählung hat die Jury tief bewegt. Sie macht eine Kindheit in härteren Zeiten erlebbar, voller Metaphern und ohne Beschönigung der Gewalt, und dennoch angefüllt mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft."

Europe Cinemas Award

Rezensionen

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